3 Vorsätze für das neue Jahr, die jeder IP-Portfoliomanager 2018 beherzigen sollte

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Jetzt, wo allgemeine Planungen und die Budgetplanung für das Jahr 2018 anlaufen, ist es für IP-Manager Zeit, über die Höhen und Tiefen des vergangenen Jahres nachzudenken – und was noch wichtiger ist, sich auf ein erfolgreiches neues Jahr vorzubereiten.  Anstatt Jahr für Jahr denselben IP-Plan zu verfolgen, sollten IP-Manager ihre Strategie darauf ausrichten, ihr geistiges Eigentum mit ihrer Geschäftstätigkeit abzustimmen. Dies umfasst das Entwickeln eines präziseren IP-Plans sowie das Wechseln zu intelligenteren und moderneren Analysen.

Nachfolgend finden Sie drei Vorsätze, die IP-Portfoliomanager für das Jahr 2018 beherzigen sollten, um eine wirkungsvolle IP- und Geschäftsstrategie zu entwickeln.

1) Stimmen Sie Ihr geistiges Eigentum mit Ihrer Geschäftstätigkeit ab.

Das Wichtigste, was IP-Portfoliomanager im Jahr 2018 unternehmen können, ist sicherzustellen, dass ihre IP-Assets mit der allgemeinen Geschäftsstrategie des Unternehmens abgestimmt sind. Ein anhaltendes Problem in der IP-Branche ist, dass nur wenige IP-Abteilungen wirklich die Zielsetzungen und das Geschäftsmodell des Unternehmens verstehen.

Ein effektiver erster Schritt ist es daher, die allgemeine Geschäftsstrategie und die Zielsetzungen verständlich zu machen. Darüber hinaus gilt es, zu definieren, wie das geistige Eigentum zum allgemeinen Geschäftserfolg beitragen wird.  Der Wechsel von einer IP-orientierten zu einer geschäftsorientierten Strategie stellt sicher, dass das geistige Eigentum direkt zum Erfolg der Organisation beiträgt.

Vor allem größere Organisationen müssen gewährleisten, dass das geistige Eigentum auf Produkt- bzw. Marktebene mit dem Geschäft abgestimmt ist. Für jeden Produktmarkt sollte eine spezielle Produktstrategie vorliegen. IP-Manager müssen jedes Produkt und jeden Markt individuell betrachten. Denn viele Faktoren, wie Branche, Produktreife, Wettbewerbsumfeld, Geografie und Innovationsgrad beeinflussen die ideale IP-Strategie. Also gehen Sie auf Ihre Geschäftsmandanten zu und fragen Sie nach, was diese benötigen. Legen Sie außerdem fest, was Sie tun möchten. Möchten Sie beispielsweise Innovationen vorantreiben und/oder Handlungsfreiheit sicherstellen? Darüber hinaus müssen Sie entscheiden, ob Sie einen Wettbewerber blockieren und/oder den Lizenzumsatz vorantreiben wollen.

„Der Zweck einer IP-Strategie ist in der Regel kein Selbstzweck. Stattdessen geht es vielmehr darum, die weiter gefassten Geschäftsziele voranzutreiben“, so Michael LoCascio, Senior Manager für strategische Marktintelligenz & IP-Strategie bei BASF, einem global agierenden Chemiekonzern. „Häufig bringen Unternehmen allerdings den Plan mit der Strategie durcheinander. Um in der Praxis effektiv zu sein, sind der strategische Plan und die damit verbundenen Prozesse zur Sammlung, Analyse und Entscheidungsfindung in Bezug auf IP-Informationen eng miteinander verflochten. Einer der Schlüssel hierfür sind funktionierende IP-Ausschüsse bestehend aus allen Stakeholdern – einschließlich der Strategieabteilung, der Rechtsanwälte, F&E, Produktmanagern und weiteren Mitglieder des operativen Geschäfts. Der Ausschuss aktualisiert die Strategie für die Auslandsanmeldung für jede Technologie/Produktgruppe, trifft Entscheidungen zur Patentanmeldung, verfolgt das geistige Eigentum der Wettbewerber und optimiert regelmäßig das Portfolio, um die eigene Stärke bei minimalem Aufwand zu maximieren.“

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für IP-Manager ist die Fähigkeit, mit ihren Geschäftsmandanten in der Belegschaft zu kommunizieren. Die effektivsten IP-Manager verbringen Zeit mit ihren Geschäftspartnern, um diese fortzubilden und – was noch wichtiger ist – um ihnen zuzuhören und die Herausforderungen und Hindernisse zu verstehen, denen sich das Geschäft gegenübersieht.  In der Vergangenheit haben IP-Experten wie Marshall Phelps, stellvertretender Vorsitzender des Center for Intellectual Property Understanding, und Ruud Peters, ehemaliger Chief Intellectual Property Officer (CIPO) bei Royal Philips, betont, wie ihre Fähigkeit, effektiv mit ihren Geschäftspartnern bei Microsoft und Philips NV zu kommunizieren, entscheidend dafür war, wirksame IP-Strategien zu entwickeln.

Bei IP-Kanzleien bildet das geistige Eigentum eindeutig den Kern des Geschäfts. Da sich die Landschaft hin zu einem Käufermarkt entwickelt und die Margen sinken, ist es überlebenswichtig, den Gewinn und die Umsätze zu verwalten. Innovative Tools erhöhen die Effizienz und Produktivität der Anwälte und tragen gleichzeitig zur Wettbewerbsfähigkeit einer Kanzlei bei.  Die Kanzlei Brooks Kushman konzentriert sich beispielsweise darauf, aufkommende Technologien zu erforschen und zu nutzen, um das Geschäft durch Differenzierung und stärkere Wertschöpfung weiterzuentwickeln.  Als Early Adopter zukunftsweisender IP-Analysen identifiziert die Kanzlei neuartige Möglichkeiten. Hierzu nutzt sie Portfolioanalysen auf Basis von vorausschauenden Ablehnungsanalysen.

Bernard Tomsa, Shareholder and Analytics Co-Chair bei Brooks Kushman, meint dazu: „Sobald man beginnt, das Ausmaß der Veränderung der täglichen Arbeit zu verstehen, die ein neu verfügbares Analyse-Tool ermöglicht, kann man diese Dienste gar nicht schnell genug mit seinen Mandanten teilen.“

2) Entwickeln Sie einen disziplinierten Plan.

IP-Organisationen entwickeln sich in einem dynamischen, sich schnell wandelnden Umfeld stetig weiter. Daher müssen sie einen disziplinierten Plan entwickeln, um auch im Jahr 2018 wettbewerbsfähig zu bleiben.  Nachfolgend finden Sie einige bewährte Schritte zum Entwickeln eines solchen Plans:

  1. Definieren Sie Ziele für Ihre Organisation: Welche Ziele verfolgt Ihre Organisation in den kommenden drei bis fünf Jahren?
  2. Identifizieren Sie Möglichkeiten, um Ihre Ziele zu erreichen, z. B. niedrigere Innovationshemmnisse, Budgetmanagement, bessere interne Zusammenarbeit, verstärkte Wettbewerbsanalyse, Steuern externer Anwälte usw.
  3. Priorisieren Sie diese Ziele. IP-Manager wollen die Auswirkungen, die Kapitalrendite und die Komplexität verstehen, um die einzelnen Möglichkeiten zu realisieren. Darüber hinaus trägt es dazu bei, die Art dieser Möglichkeiten zu verstehen: operativ vs. strategisch, IP vs. Geschäft.
  4. Entwickeln Sie ein einen mehrjährigen Plan. Gruppieren Sie Möglichkeiten in Phasen über mehrere Jahre hinweg. Beginnen Sie mit leicht umzusetzenden Projekten, die große Auswirkungen haben werden.
  5. Ausführen, messen, steuern.

Kimberly-Clark verfügt beispielsweise über einen fortlaufenden und strengen jährlichen Portfolioplanungsprozess.  Als Kimberly-Clark seinen ursprünglichen Plan entwickelte, bestand eine Priorität für das erste Jahr darin, eine disziplinierte Portfolioprüfung durchzuführen.  Im ersten Jahr trennte sich das Unternehmen von mehr als zehn Prozent seines Portfolios und sparte so geschätzte 15 Millionen Euro.

Ein weiteres erfolgreiches Unternehmen, British American Tobacco, konnte seine IP-Betriebskosten im Laufe von vier Jahren um 40 Prozent senken – durch das Reduzieren unnötiger IP-Assets.

Der letzte Schritt des Erstellens eines solchen Plans besteht darin, kontinuierliche Verbesserungen zu einem zentralen Element Ihrer Abteilung zu machen.  Selbstverständlich ist es einfacher, den Status quo aufrechtzuerhalten.  Doch ein disziplinierter IP-Manager ist sich bewusst, dass das Wettbewerbsumfeld, bewährte Verfahren, IP-Tools sowie die Technologie sich stetig weiterentwickeln. All diese Aspekte erfordern, dass der Plan und die Prioritäten Jahr für Jahr überarbeitet werden.

3) Arbeiten Sie intelligenter.

Einfach ausgedrückt: Ihnen stehen sehr viele Informationen zur Verfügung, die Sie dabei unterstützen, optimale Entscheidungen zu treffen.

Fortschritte im Bereich IP-Big-Data, Analysen und KI verändern unsere Branche.  Für sich genommen schaffen Datenpunkte nur einen begrenzten Wert. Werden diese allerdings zur rechten Zeit in einem einfach zu nutzenden Format gesammelt und bereitgestellt, haben verwertbare Informationen einen direkten Einfluss auf Ihre IP-Organisation und Ihre Mandanten.  Führungskräfte, Anwälte, Juristen, Portfoliomanager: Sie alle profitieren von dem zeitnahen Zugriff auf verwertbare Informationen.  Dies gilt für jede Phase im Innovations- und IP-Lebenszyklus sowie für viele Geschäftsentscheidungen.

Ein einfacherer Zugang zu Analysen der Verfahrensverfolgung verändert die IP-Branche. Transparenz und Sichtbarkeit wirken sich sowohl auf IP-Abteilungen als auch auf IP-Praktiken von Unternehmen aus. Ein Beispiel:

  1. Portfoliomanager haben Zugang zu mehreren Datenpunkten, um die Leistung ihrer externen Anwälte in Bezug auf Qualität, Pünktlichkeit und Kosten des Arbeitsergebnisses zu prüfen.
  2. IP-Juristen in privaten Kanzleien können dieselben Informationen nutzen, um sich mit der Konkurrenz zu vergleichen und sich von dieser abzuheben, um die bestehende Geschäftstätigkeit weiterzuentwickeln oder neue Geschäftschancen zu generieren.

Intelligente Analysen helfen IP-Profis dabei, bessere Strategien zu entwickeln, fundiertere Entscheidungen zu treffen, Kosten und Arbeitsabläufe zu steuern, Ihr Geschäft zu unterstützen und Ihre Produkte zu schützen.

Wir befinden uns im Zeitalter des intelligenten IP-Managements. Daher sollten IP-Manager die neuesten Lösungen frühzeitig anwenden. Denn Ihre Wettbewerber werden es gewiss!

Folgende Vorsätze gilt es für IP-Manager zu beherzigen:

  1. Behalten Sie von Anfang an das Ziel im Blick: Geistiges Eigentum ist das Geschäft!
  2. Entwickeln Sie einen Plan, messen Sie, steuern Sie und fördern Sie kontinuierliche Verbesserungen.
  3. Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Ihre IP-Manager und Führungskräfte zeitnah Zugriff auf verwertbare Informationen haben, um Entscheidungen und Strategien zu stützen.

Wenn IP-Portfoliomanager diese drei Vorsätze befolgen, blicken sie gemeinsam mit ihren Teams auf ein erfolgreiches Jahr 2018.

Vincent Brault ist als Senior Vice President für Produkte und Innovationen beim IP-Software-Unternehmen Anaqua tätig. In dieser Funktion ist er verantwortlich für das Vorantreiben der Produkt- und Innovationsstrategie. Vincent Brault verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Markt für IP-Management-Software und Dienstleistungen.

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