Achtsamkeit ist schwierig, weil sie so flüchtig ist

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Wie Sie mit 2 mal 5 Minuten Achtsamkeit am Tag leistungsfähiger werden

Immer mehr leisten, zusätzliche Aufgaben bewältigen, gut informiert sein und selbstverständlich jederzeit erreichbar sein, ist heute normal. Nett wäre auch noch, wenn Sie auch noch gut gelaunt sind.

Vielleicht fragen Sie sich, wie lange können und wollen Sie so ein Leben durchhalten?

Vielleicht können Sie abends schon nicht mehr richtig abschalten?

Vielleicht können Sie Ihre freie Zeit nicht mehr richtig genießen?

Dann wird es höchste Zeit, dagegen etwas zu unternehmen.

Hier eine Antwort: Achtsamkeit bewirkt Gelassenheit in einer hektischen Welt

Viele reden heute von Achtsamkeit. Ja, es ist ein richtiger Modetrend geworden. Das ist durchaus eine erfreuliche Entwicklung. Doch wissen wir wirklich, was mit Achtsamkeit gemeint ist – wie geht Achtsamkeit?

Mittlerweile belegen Studien die hohe Wirksamkeit von Achtsamkeit:

  • Verbessert die Gedächtnisleistung und die Konzentrationsfähigkeit
  • geistige und körperliche Ausdauer wächst
  • chronischer Stress reduziert sich
  • Wohlbefinden und Ausgeglichenheit stellen sich ein
  • das Selbstwertgefühl stabilisiert sich
  • mehr Gelassenheit und Lebensfreude werden spürbar

Von Menschen, die regelmäßig Achtsamkeitsübungen praktizieren, wird berichtet, dass sie überdurchschnittlich glücklich und zufrieden sind.

Und was ist Achtsamkeit nun genau?

Achtsamkeit ist viel mehr als eine Idee oder eine Modeerscheinung. Achtsamkeit ist eine Geisteshaltung, ja sogar eine Lebensform. Vor allem Achtsamkeit muss täglich praktiziert werden, erst dann stellen sich die segensreichen Wirkungen ein.

Achtsamkeit heißt, sich dessen bewusst zu sein, was gerade jetzt im Moment innen und außen passiert und das ohne Bewertung.

Eine Zen-Geschichte bringt Achtsamkeit auf den Punkt:

Ein Schüler fragte einmal seinen Meister, warum dieser immer so ruhig und gelassen sein könne. Der Meister antwortete: “Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich.” Der Schüler fiel dem Meister in Wort und sagte: “Aber das tue ich auch! Was machst Du darüber hinaus?” Der Meister blieb ganz ruhig und wiederholte wie zuvor: “Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich…” Wieder sagte der Schüler: “Aber das tue ich doch auch!” “Nein”, sagte da der Meister. “Wenn Du sitzt, dann stehst Du schon. Wenn Du stehst, dann gehst Du schon. Wenn Du gehst, dann bist Du schon am Ziel.” Klingt so einfach und ist doch alles andere als leicht umzusetzen. Wir kriegen es durchaus hin, für einen Moment in der Gegenwart zu sein und schon im nächsten Moment wandert unser Geist in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Achtsamkeit ist schwierig, nicht, weil sie Mühe macht, sondern weil sie so flüchtig ist. So schnell können wir gar nicht „schauen“ wie sich unsere Gedanken bewegen.

Gerade wir westlich geprägten Menschen sind so sehr an unsere hektische und schnelle Welt gewöhnt. Es fällt uns schwer, einfach präsent zu sein und bei dem, was wir gerade tun. Multitasking ist unsere gewohnte Arbeitsweise. Nichtstun und nur den Atem beobachten ist für viele von uns reine Zeitvergeudung.

Doch die Mühe einer täglichen Achtsamkeitspraxis lohnt sich. Schon eine tägliche Übungszeit von zweimal fünf Minuten zeigt nach ein paar Wochen positive Auswirkungen. Und Sie können sogar mit noch kürzeren Einheiten anfangen.

Und jetzt kommt eine einfache Übung und die ist so kurz, dass die Ausrede – „Keine Zeit“ – nicht gilt.

Einstiegsübung – 1-Minute-Übung

  1. Setzen Sie sich auf einen Stuhl, wenn möglich mit aufrechter Wirbelsäule und stellen Sie die Füße flach auf den Boden. Schließen Sie die Augen oder senken Sie Ihren Blick.
  2. Konzentrieren Sie sich auf den Atem, wie er in Ihren Körper einströmt und wieder ausströmt. Beobachten Sie Ihren Atem, ohne etwas Bestimmtes zu erwarten.
  3. Mag sein, dass Ihre Gedanken abschweifen, wenn Sie es bemerken – wunderbar und Sie lenken die Aufmerksamkeit wieder zu Ihrem Atem. Übrigens es ist vollkommen normal, dass die Gedanken auf Wanderschaft gehen. Also kritisieren Sie sich nicht und lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder zu Ihrem Atem (bis die nächsten Gedanken auftauchen).
  4. Vielleicht wird Ihr Geist mit der Zeit ruhig – vielleicht auch nicht. Kann sein, dass sich innerer Frieden einstellt und Sie diesen Frieden nur einen kurzen Moment halten können – vielleicht auch nicht. Es lohnt sich nicht, sich darüber zu ärgern. Solche Empfindungen sind sehr flüchtig: kommen und gehen. Achtsamkeit heißt, alles so nehmen, wie es gerade ist.
  5. Nach einer Minute öffnen Sie Ihre Augen und Sie widmen sich wieder Ihrem Alltag. (Gerne dürfen Sie auch länger diese Übung machen)

Ganz wichtig: Viele lieben es, alles richtig zu machen. Genau darum geht es bei dieser Übung nicht. Es gibt gar kein richtig oder falsch – einfach bei dem sein, was gerade innen abgeht und immer wieder sich dem Atem zuwenden. So einfach und doch so schwer!

TeilnehmerInnen in den Achtsamkeitskursen erzählen zähneknirschend, dass sie sich darüber ärgern, nicht mal eine Minute bei ihrem Atem zu sein. Sie beschimpfen sich regelrecht und sind sehr selbstkritisch. Vielleicht kennen Sie das auch.

Das Ziel ist nicht, die Gedanken auszuschalten – das geht gar nicht. Selbst bei Menschen, die viel Erfahrung in Meditation haben, wandern die Gedanken. Diese Menschen haben gelernt, immer wieder von vorne anzufangen: Wieder den nächsten Atemzug wahrzunehmen. Mit der Zeit werden Sie erleben, dass an manchen Tagen die Gedanken langsamer werden – dass der Geist ruhiger wird.

Wenn Sie also das Gefühl haben, Sie versagen in Ihrer Achtsamkeitsübung, weil 1000 Gedanken im Kopf herumschwirren, dann bedeutet das: Sie üben!

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg und gönnen Sie sich diese eine Minute – Sie werden schon bald einen beruhigenden Effekt spüren.

http://www.brigittehettenkofer.de/

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