Arbeitsmarkt: Beschäftigte wechseln häufiger die Stelle

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Fast ein Drittel aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse wurden 2016 neu begonnen oder beendet, fünf Prozent mehr als noch 2011. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Rahmen einer noch unveröffentlichten Studie ermittelt, über die die FAZ jetzt berichtet hat.

Die Fluktuation ist allerdings nicht branchenübergreifend gleich. Während im Banken- und Versicherungswesen oder in der öffentlichen Verwaltung weniger als 15 Prozent der Stellen neu besetzt werden, liegt die Rate im Handel, am Bau oder im Erziehungswesen zwischen 25 und 40 Prozent. In der Industrie sind es derweil 18 Prozent. Diese Sparten zeichnen sich also durch eine durchschnittliche Fluktuation aus. In der Landwirtschaft und im Gastgewerbe ist jedoch viel Bewegung – hier werden zwei Drittel der Stellen neu besetzt, genauso wie in der Kommunikations- und Informationsbranche. Spitzenreiter ist die Zeitarbeit: Mehr als einmal im Jahr wird die Besetzung eines Arbeitsplatzes ausgetauscht.

Beschäftigungslage gut – Fluktuation hoch

Die besonders hohen Wechselraten liegen an den Besonderheiten dieser Branchen: Landwirtschaft und Gastgewerbe bieten traditionell viele jahreszeitlich befristete Tätigkeiten, an, wie etwa Erntehelfer und Servicekräfte im Biergarten. In der Zeitarbeit sind die Stellen häufig nur für einen sehr kurzen Zeitraum zu besetzen und Beschäftigte wechseln immer wieder auf feste Stellen im Kundenbetrieb. IW-Forscher Holger Schäfer führt die höher gewordene Fluktuation auf die insgesamt günstige Beschäftigungslage zurück: „Je besser der Arbeitsmarkt läuft und je niedriger die Arbeitslosigkeit ist, desto eher wagen Arbeitnehmer den Sprung in einen anderen Job“.

Die Qualifikation spielt bei der Fluktuation ebenfalls eine gewichtige Rolle: Die Lohn- und Arbeitsbedingungen im Bankgewerbe, in der Industrie und im öffentlichen Dienst sind oftmals überdurchschnittlich gut, weshalb Beschäftigte sich dort insgesamt wohler fühlen und seltener wechseln. Zudem haben sie oft viel betriebsspezifisches Wissen, das mit einem Wechsel verlorengeht und bei einem anderen Arbeitgeber neu erworben werden muss. Damit sind die Hürden für eine Trennung aus Sicht der Arbeitgeber höher als bei einfachen Helfertätigkeiten.

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