Blue Waters: Supercomputer erhält Bandspeicher mit fast 400 Petabyte

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Anfang der Woche hat der Bandspeicher seinen 60. Geburtstag gefeiert. Die Old-School-Archivierung hat sich nicht nur bis heute gut gehalten, sondern strebt auch zu neuen Ufern. Gerade erst hat das National Center for Supercomputing Applications (NCSA) bekanntgegeben, dass man an einer Speicherlösung mit 380 Petabyte Bandspeicher arbeite.

Auch nach 60 Jahren erfreut sich der etwas antiquiert wirkende Bandspeicher unter IT-Professionells immer noch großer Beliebtheit. Vor allem für die Langzeitarchivierung bietet die Speicherlösung unschlagbare Vorteile: Tapes benötigen keinen Strom, halten jahrzehntelang und sind konkurrenzlos preiswert. Abgesehen davon haben die Hersteller Bandspeicher kontinuierlich weiterentwickelt, darunter auch IBM. So bietet die neue Bandspeicher-Generation IBM TS1140 vier Millionen Mal mehr Kapazität als die erste IBM 726 Tape Unit.

Gleich 244 dieser IBM TS1140 Tapes bilden das Herzstück einer neuen Speicher-Infrastruktur des National Center for Supercomputing Applications (NCSA). Ihr neues Zuhause sind vier Spectra Logic 17-frame T-Finity Bandspeicher-Schränke (Bild oben). Nach einer weiteren Ausbaustufe im kommenden Jahr soll die Architektur eine Gesamtkapazität von 380 Petabytes erreichen. Zum Vergleich: Das entspricht einem Volumen von mehr als 80 Millionen DVDs oder 15 Millionen Blu-ray-Disks. Die Leistung jedes einzelnen Tapes beträgt 240 Megabyte pro Sekunde.

Der 380-Petabyte-Speicher wird unter anderem den neuen Blue Waters Supercomputer des NCSA bei seiner Arbeit unterstützen. „Diese Umgebung erfüllt die extrem hohen Anforderungen der Forschung zur Verarbeitung von Big Data“, so Michelle Butler, Leiterin des Netzwerk- und Speicher-Teams am NCSA. Das Blue Waters Projekt soll eine Rechenleistung von einem Petaflop erbringen und zum Verständnis der Entstehungsgeschichte des Universums und der Urknall-Theorie beitragen. Andere Aufgaben sind die Vorausberechnung von Wetterphänomenen und die Gestaltung neuer Materialien auf atomarer Ebene.

Nach dem ersten Betriebsjahr sollen mehr als 50 Petabyte Forschungsdaten im System gespeichert sein. Mit der 380-Petabyte-Lösung will sich das NCSA aber nicht zufrieden geben. Geplant ist eine Aufrüstung auf mehr als einen halben Exabyte, das entspricht mehr als 500 Petabyte.

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2 Kommentare

  1. Christoph Strobel am

    Ein Petabyte entspricht 1.000 Terabyte. Im einstelligen Bereich sind Terabyte als Kapazitätsangabe für Festplatten ja mittlerweile auch im Consumer-Bereich angekommen.

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