Der Online-Dolmetschdienst für Hörgeschädigte

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Die Initiative Mittelstand im Gespräch mit Robin Ribback, CIO der VerbaVoice GmbH

VerbaVoice gehört zu den international führenden Anbietern für barrierefreie Technologien. Mit dem Dolmetscher-Telepräsenz-System hat das Unternehmen eine Lösung entwickelt, das das Zuschalten eines Dolmetschers unabhängig von regionaler Verfügbarkeit ermöglicht. Hierfür wurde die VerbaVoice GmbH mit dem INDUSTRIEPREIS ausgezeichnet.

Ihr Produkt ist Sieger beim INDUSTRIEPREIS 2015. Können Sie uns Ihre Lösung in drei prägnanten Sätzen beschreiben?

Das cloudbasierte VerbaVoice-System kombiniert Live-Streaming, Live-Untertitelung und die Einblendung von Gebärdensprachdolmetschern in einer einzigen modularen Plattform. Haupteinsatzgebiete sind die Bereiche inklusive Bildung, barrierefreie Events und Politik sowie Medien & TV. Unsere IT-Lösungen machen hörbehinderten Menschen lautsprachliche Inhalte als Gebärdensprachvideo- und Live-Text zugänglich – auf PC, Tablet oder Smartphone, auf der Leinwand vor Ort oder weltweit  im Live-Stream.

Was ist aus Ihrer Sicht das Innovative an Ihrer Industrielösung?

Unser Dolmetscher-Telepräsenz-System ermöglicht es, unabhängig von regionaler Verfügbarkeit Schrift-, Fremdsprachen- oder Gebärdensprachdolmetscher individuell zuzuschalten. Damit können sowohl Anreisekosten für Präsenzdolmetscher gespart, als auch verschiedene Sprachkombinationen und thematische Kompetenzen der Dolmetscher berücksichtigt werden. Die Plattform ist so gestaltet, dass alle Fenster individuell ein- und ausgeblendet sowie positioniert werden können. Über die Plattform können auch taube Gebärdensprachdolmetscher vom Live-Text in ihre Muttersprache oder blinde  Schriftdolmetscher online im Team arbeiten – das schafft Inklusion auf mehreren Ebenen. Die Ausgabe von Live-Text und Gebärdensprachvideo erfolgt über ganz verschiedene Endgeräte, um den verschiedenen Situationen und Anforderungen der Nutzer gerecht zu werden.

Warum braucht ein Unternehmen eine Lösung wie Ihre und welche Vorteile bietet sie anderen Industrieunternehmen?

Mithilfe des Ferndolmetschsystems können Unternehmen Inklusion tatsächlich umsetzen und sprachliche Barrierefreiheit schaffen. Dolmetscher sind endlich immer dort, wo man sie gerade braucht und auch kleinere Einsatzszenarien können abgedeckt werden. In Zukunft werden hier vermehrt auch teilautomatische Systeme die Dolmetscherarbeit unterstützen.

Wie lange dauerte die Entwicklung Ihrer innovativen Lösung und planen Sie weitere Optimierungsmaßnahmen?

Seit Gründung von VerbaVoice im Jahr 2009 haben wir intensiv an der Entwicklung gearbeitet und sind auch ständig dabei, diese auszubauen und zu optimieren.

Welche fünf Keywords würden Sie mit Ihrer Lösung verbinden?

  • Online
  • Inklusion
  • sprachliche Barrierefreiheit
  • Live
  • Dolmetscher

Wie wichtig ist für Sie die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INDUSTRIEPREIS und was bedeutet ein solcher Preis für Ihr Unternehmen und Ihre Arbeit?

Wir freuen uns immer, wenn Menschen von unserem System erfahren, denn Inklusion und Barrierefreiheit sind Themen, die jeden etwas angehen. Durch die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INDUSTRIEPREIS zeigen wir, dass Technologien im Bereich Accessibility Services / Barrierefreiheit konkurrenzfähig sind und das Thema Inklusion ein Thema aus der Mitte unserer Gesellschaft ist.

Welche Rolle spielt das Thema „Industrie 4.0“ Ihrer Meinung nach für die Wettbewerbsfähigkeit deutschsprachiger Unternehmen?

Um große IT-Themen wie integrierte Workflows, Big Data und Cloud kommt kein Unternehmen mehr herum. Mit unserer Lösung möchten wir hier ein Vorbild sein, damit die Industrie 4.0 auch im Bereich der Sprach- und Übersetzungsdienstleistungen ankommt.

Wie schafft es Ihr Unternehmen, dauerhaft innovativ zu bleiben? Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Wir werden unsere Aktivitäten im internationalen Bereich sowie im Bereich der Aus- und -weiterbildung von Dolmetschern ausbauen. Über gemeinsame Förderprojekte mit Partnern aus Technologie und Wissenschaft entwickeln wir unsere Lösungen in engem Kontakt zur Forschung weiter.

Weitere Informationen zur Lösung finden Sie hier

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