Design Thinking – Erfolg durch angewandten gesunden Menschenverstand

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Der Erfolg im Mittelstand ist geprägt von starken Unternehmensführern, die intuitiv Entscheidungen treffen und ihre Belegschaft dazu motivieren, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Ist diese Kombination von Intuition und Führungsstärke erlernbar? Vor allem bei der Planung der Unternehmensnachfolge aber auch bei wachsender Unternehmensgröße wäre es wünschenswert, wenn diese Stärken strukturiert erlernt werden könnten. In jüngster Zeit macht eine neue Innovationsmethode Schlagzeilen, die bisher vor allem von Großunternehmen eingesetzt wird, um kreative Potentiale zu erschließen, die durch Bürokratie und Hierarchien blockiert werden: Design Thinking.

Obwohl der Begriff und die Methode aus den USA kommen, bemerkt man beim genaueren Hinsehen Parallelen zu genau den Eigenschaften, die man typischerweise bei erfolgreichen deutschen Mittelstandslenkern beobachtet:

Fokussierung und Zielstrebigkeit:

Viele Gründer der Hidden Champions verlieren ihre Idee nie aus den Augen, sie bestechen durch Ausdauer und Kontinuität. Misserfolge werden als Chance zur Verbesserung gesehen, offen behandelt und als Weg zum Ziel betrachtet. Beharrlichkeit und Kontinuität sind bestimmende Wesenszüge der Leiter der Hidden Champions.

Kundennähe – Empathie durch genaues Hinschauen:

Innovatoren erkennen Kundenbedürfnisse und Markttrends oft, solange sie noch verborgen sind. Außerdem vermitteln Sie dem Kunden das Gefühl, bei ihm angestellt zu sein, statt bei sich selbst.

Offenheit und Mut:

Starke Führungspersönlichkeiten haben weniger Hemmungen und Befürchtungen, Neues anzugehen und die ausgetretenen Pfade zu verlassen.

Begeisterungsfähigkeit:

Erfolg entsteht nie durch eine Einzelperson – alle erfolgreichen Anführer mussten ihr Team begeistern. Dazu gehört es, Dinge anschaulich –  die eigene Vision greifbar – zu machen, um sicherzustellen, sodass alle Beteiligten in die gleiche Richtung gehen. Im Design Thinking werden diese Fähigkeiten systematisch trainiert und durch einen strukturierten Prozess systematisiert:

Design-Thinking-Schritte:

Fokussierung – Recherche – Einsichten ableiten – Ideen finden – Prototypen bauen – Validieren – Implementieren

All diese Schritte werden iterativ bearbeitet – bei Bedarf wird rückwärts gesprungen, der Prozessablauf ist nie linear oder starr. Im Kern dieser Schritte bleibt immer der Kunde im Fokus – damit alle Beteiligten in dieselbe Richtung denken, werden Personas genutzt, Archetypen des Kunden, die immer wieder ins Zentrum der Betrachtung gerückt werden, wenn Entscheidungen getroffen werden sollen.

Voraussetzung dazu ist eine Arbeitsweise, die folgende Bestandteile impliziert:

– Empathie entwickeln

– Visuell arbeiten

– Viele Lösungen suchen, bauen und testen

– Verrückte Ideen fördern

– Ideen von anderen nicht sofort kritisieren

– Auf den Ideen von anderen aufbauen

– Misserfolge sind ein Schritt in Richtung des Ziels – wer nie scheitert, ist nicht innovativ

Teams werden beim Design Thinking möglichst divers zusammengesetzt – das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen erhöht die Problemlösungskompetenz, da die Kombination von bewährten Lösungen zu unerwarteten neuen Ideen führt. Eine weitere Komponente ist räumlicher Art. Arbeitsergebnisse werden zunächst im Raum gehalten, d.h. an die Wände gehängt oder auf bewegliche Tafeln geschrieben. Auf diese Weise verschwindet nichts in Schubladen nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ Die Arbeit wächst dadurch organisch, teilweise im Vorbeigehen und wird nur zu bestimmten Meilensteinen in Dokumenten verewigt.

Auf den ersten Blick wirkt diese Arbeitsweise wie gesunder Menschenverstand. Reglementierte Arbeitsprozesse, restriktive Budgets und starre Managementstrukturen führen jedoch häufig dazu, dass diese natürlichen Fähigkeiten von den Menschen in Organisationen verlernt werden.

Interessanterweise begeistert sich Hasso Plattner, einer der Gründer von SAP, deshalb für die Methode, weil er genau mit dieser Arbeitsweise vor über 40 Jahren gemeinsam mit Kunden gearbeitet und damit das Fundament für den Erfolg von SAP geschaffen hat. Design Thinking ist also eine Arbeitsmethode, die sich für alle Unternehmensgrößen von Gründern, über Kleinunternehmen, Mittelstand bis zu Großunternehmen eignet.

Die Autorin Inga Wiele arbeitet selbst seit zwei Jahren mit dieser Methode in Projekten und vermittelt sie auch als Design Thinking Coach weiter. Dadurch kennt sie das Thema aus der praktischen Arbeit und profitiert von vielfältiger Erfahrung. Sie bietet neben ihrer Tätigkeit bei SAP Seminare und Workshops für Firmen, Schulen und öffentliche Einrichtungen an.

Weitere Informationen und Kontaktinformationen finden sie auf www.gezeitenraum.com.

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