Desktop-as-a-Service, Virtual Desktop Infrastrucure und Managed VDI. Haben Sie noch den Durchblick?

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Für die meisten IT-Verantwortlichen sind die genannten Begriffe keine Fremdwörter. Aber durch die Streuung dieser Begriffe ohne die nötige Trennschärfe beklagen IT-Entscheider heutzutage vielmehr die aufwändige Prüfung der angebotenen Dienstleistungen, um falschen Leistungen und Versprechen von Beginn an auf die Spur zu kommen. Wie genau sich die Begriffe unterscheiden und was hinter den sogenannten on-premise Technologien (Virtual Desktop Infrastructure), dem Outsourcing von on-premise Technologien (Managed VDI) und echten Cloud Computing Angeboten (wie Desktop-as-a-Service) steckt, wird im folgenden Beitrag erklärt:

Virtual Desktop Infrastructure (VDI)

Die Desktopvirtualisierung hat ihre Anfänge im Jahr 2005/2006 und ihre Einführung war für die IT-Landschaft mit nachhaltigen Veränderungen verbunden. Bei der klassischen Virtual Desktop Infrastructure wird jeder Desktoparbeitsplatz zentral in einem Rechenzentrum virtualisiert und jeder Anwender bezieht individuell konfigurierte Betriebssysteminstanzen zentral über das Netzwerk. Dieser Ansatz bietet Unternehmen viele Vorteile: Eine einfachere Administration durch die IT-Abteilung, die Senkung der Betriebskosten oder die Erhöhung der Datensicherheit sind als wichtigste Aspekte zu nennen, da Unternehmen ihre IT-Ressourcen mittels VDI deutlich effizienter nutzen. Die Technologiehersteller Citrix und VMware sind dabei internationale Branchenriesen im Bereich der VDI Technologien und haben es bis heute geschafft, fester Bestandteil zahlreicher IT- Abteilungen weltweit zu werden. Zum einen mit dem Verkauf von Lizenzen an Unternehmen für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum. Zum anderen mit dem Verkauf Ihrer Technologie an Outsourcing Partner und Rechenzentrumsbetreiber, welche die Technologie für eigene Endkunden betreiben.

Managed VDI

Mit dem Beginn des Hypes um die Themen Cloud Computing und IT Outsourcing hat sich gerade das Managed IT Geschäft zu einem lukrativen Geschäftszweig für verschiedene Service Provider entwickelt. Bei Managed VDI wird die bestehende Basis-VDI-Technologie optional mit einer Managementsoftware erweitert. Weiterhin werden mehrere Unternehmenskunden aus den Rechenzentren des Service Providers bedient. Im Kern bieten solche Angebote damit Virtual Desktop Infrastructure (VDI) Outsourcing. Technologisch und betriebswirtschaftlich gesehen ist dies sowohl für die Kunden als auch für die Anbieter ein sehr valider Ansatz, um IT Outsourcing in anderen Bereichen zu erweitern. Fakt ist aber, dass seit dem Cloud Hype diverse Marketinbteilungen zu einer Verwässerung der Begrifflichkeiten beigetragen haben. VDI Outsourcing oder Managed VDI Angebote werden als „Cloud Desktop“ oder gar „Desktop-as-a-Service“ bezeichnet, wobei elementare Bestandteile einer Cloud nicht erfüllt werden. Diese inflationäre und missverständliche Nutzung der Begriffe führt bei allen Beteiligten zu Verwirrung – egal ob bei Endkunden, Vertriebspartnern oder sogar Vertriebspersonen der Hersteller selbst. Vor allem Endkunden müssen durch die mangelnde Trennschärfe der Begriffe die vorliegenden Angebote mühsam auf Herz und Nieren prüfen, um hinter die Buzz Words zu blicken.

Echte Desktop-as-a-Service Technologien

Desktop-as-a-Service ist eine relativ neue Entwicklung innerhalb der Desktopvirtualisierung in Kombination mit Cloud Technologien. Diese Evolution der Virtual Desktop Technologien ist insbesondere für den Einsatz bei flexiblen und verteilten Arbeitsumgebungen optimiert und ermöglicht es auf den Desktop von überall, zu jederzeit und von verschiedenen Endgeräten aus zuzugreifen. Wo aber genau liegt der Unterschied zwischen einer echten Desktop-as-a-Service Technologie und VDI Outsourcing oder Managed VDI? Das National Institute of Standards and Technology (NIST) führt in seiner gebräuchlichen Definiton fünf essentielle Kriterien für das Cloud Computing auf, wobei drei für echtes Desktop-as-a-Service besonders hervorzuheben sind:

1. Mehrmandantenfähigkeit:

In einer Cloud teilen sich viele Nutzer gemeinsame Ressourcen, die aus diesem Grund mandantenfähig sein muss. Im Klartext heißt das, dass die Einstellungen und Daten des einen Mandanten nicht die Einstellungen und Daten des anderen Mandanten beeinflussen dürfen.

2. Verbrauchsabhängige Bezahlung:

Nur die wirklich in Anspruch genommenen Ressourcen werden bezahlt. Aus diesem Grund folgen Cloud Services bei der Abrechnung dem Abonnement Model.

3. On-Demand Self-Service:

Die Bereitstellung der Ressourcen läuft automatisch ab, sprich ohne Interaktion mit dem Service Provider.

Den ersten Schritt von Desktop Outsorcing zu einer echten DaaS Technologie hat das amerikanische Unternehmen Desktone vollzogen. Dabei wurden die bestehenden VDI-Technologien mit einer Managementebene ergänzt, die eine Mehrmandantenfähigkeit und ein Self-Service Management hinzufügt. Nach der Übernahme von Desktone durch VMware im letzten Jahr erfolgt nun eine Integration in die VMware Horizon View Technologie. tocario ist aktuell der einzige europäische Anbieter auf dem Markt der DaaS Technologien, der bei seinem Ansatz auf die komplette Unabhängigkeit von bestehenden VDI Technologien setzt. Das Unternehmen bietet dabei den kompletten Technologie-Baukasten für ein Desktop-as-a-Service Angebot. Hierbei können Partner und Managed Service Provider entweder die „True DaaS Technology“ als vorkonfigurierte Lösung aus dem tocario Rechenzentrum beziehen, oder die Technologie unter Lizenz im eigenen Rechenzentrum installieren.

Generell befindet sich der DaaS Markt im Aufbau und gewinnt kontinuierlich an Momentum. Internationale Analystenhäuser prognostizieren großes Wachstumpotential für den Markt. Das führende Londoner Business Informationsportal Visiongain beispielsweise sieht für das Segment DaaS den Durchbruch der 10 Milliarden US-Dollar Marke im Jahr 2023. Fakt ist, der Desktop-as-a-Service Markt stellt die Evolution des Marktes für Virtual Desktop Infrastructure und Desktop Outsourcing dar. Ausgehend von den zahlreichen Anforderungen, die der Arbeitsplatz der Zukunft an die IT stellt, wird Desktop-as-a-Service zu einer flexiblen und wirtschaftlichen Alternative für IT-Entscheider.

Carsten Unnerstall ist CEO und Co-Founder der tocario GmbH. Die tocario ist der einzige europäische Anbieter von Desktop-as-a- Service Technologien für Endkunden und Service Provider. Carsten ist seit über einem Jahrzehnt beruflich im IT-Umfeld tätig – sowohl in Startups als auch in internationalen Großkonzernen. Vor der Gründung von tocario verantwortete er als Business Manager den x86 Serverbereich bei Hewlett Packard. Zudem ist Carsten Unnerstall ein international gefragter Autor und Referent zu Themen rund um Sicherheit im Internet und Cloud Computing.

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