Die Experience API auf der OEB 2014 und der LEARNTEC 2015

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Lebenslanges Lernen sichtbar machen, ausführlich dokumentieren und effektiv begleiten
Ist die xAPI die nächste Revolution der digitalen Bildung?

Auf der Online Educa in Berlin und auf der Learntec in Karlsruhe durften wir die vielen Neuheiten und verbesserten Produkte rund ums Lernen – das digitale Lernen – ansehen, ausprobieren und bestaunen. Auf diesen Veranstaltungen hört man dann häufig das Wort Revolution. Dieses oder jenes Produkt revolutioniert das e-Learning. Aber ist die xAPI die nächste Revolution der digitalen Bildung?

Was ist eigentlich die Experience API?

Die Experience API (xAPI) ist eine Spezifikation (vielleicht auch bald ein Standard) für die vereinfachte und vereinheitlichte Kommunikation zwischen Lernmitteln (Lernumgebungen, Lerninhalten, Whiteboards, Endgeräten usw.). Sie kann auch als eine BIG Data- oder als eine Feedback-„Maschine“ verstanden werden.

Der offizielle Name lautet Experience API (xAPI). Activity Tracking xAPI, Tin Can und andere Bezeichnungen sind Produktnamen für xAPI-Angebote und -Dienstleistungen die auf der Experience API (xAPI) basieren.

Die Sprache der xAPI besteht aus den sogenannten Statements (Statements = Aktionen/Aktivitäten und daraus resultierende Ergebnisse).

xAPI-unterstützte Anwendungen, z. B. über Lernumgebungen und Lerninhalte im modernen e-Learning, können grundsätzlich jede formelle und informelle Interaktion des Lernens, mit Hilfe der xAPI Statements, aufzeichnen und sichtbar machen.

xAPI Statements können und sollten auch als Feedback verstanden werden. Feedback im Bezug auf eine bestimmte Lernaufgabe. Oder als Feedback an den Lehrenden bzgl. Methodik und Aufbau der Lerninhalte und als Feedback in Bezug auf technische Hilfsmittel – Stichwort intelligente Software und adaptives Lernen.

xAPI Statements schaffen Verbindungen, stellen die Kommunikation z. B. zwischen Lernendem und Lernumgebung und Lerninhalten dar. Mit der xAPI kann ein Lernpfad genau aufgezeichnet werden. Wie geht ein Lernender vor? Folgt er den Vorgaben z. B. der Reihe nach Lektion für Lektion oder überspringt ein Lernender z. B. eine Lektion? Bei Fragen und Antwort-Tests können zu den richtigen und falschen Antworten z. B. auch Korrekturen aufgezeichnet werden.

Die Kommunikation der API über Statements generiert eine Unmenge von Daten – BIG Data im e-Learning. Jedes Statement = eine Verbindung = ein Feedback. Die Auswertung und Analyse von Statements führt dazu, dass man genau sehen kann an welcher Stelle z. B. ein Lernender den formellen Lernpfad verlässt und informelle Lernaktivitäten einsetzen (kreatives Lernen mal ausgenommen). Lehrende können so ihre Methodik und den Aufbau der Lerninhalte überprüfen und optimieren. Aktualität und Aufbereitung von Lerninhalten können laufend überprüft und zur sofortigen Optimierung der Lerninhalte herangezogen werden (Stichwort – digitalisierte Schulbuchinhalte). Durch das Feedback werden möglicherweise auch die Grenzen von technischen Lernmitteln aufgezeigt und im Verlauf führt das zu Upgrades und verbesserten Lernmitteln. Mit modernen Lernumgebungen wird durch den Einsatz der xAPI das adaptives Lernen zum Kinderspiel. Lernumgebungen können dank der Statements/Feedbacks „automatisiert“ smarter werden (Stichwort intelligente Software).

„Think outside the Box“ – Experience API (xAPI) extended – Activity Tracking xAPI

Mit der Experience API kann sich e-Learning, so wie wir es heute kennen, grundlegend ändern und verbessern. Die Möglichkeit alle – formellen und informellen – Lernaktivitäten zu erkennen, zu bewerten und auszuwerten, generiert eine Fülle von Daten, die an andere Anwendungen und/oder Bildungseinrichtungen kommuniziert werden können. Als „Kommunikationszentrum“ oder „Verteilungssystem“ dient der LRS als zentraler Speicher aller Statements.

Für das lebenslange Lernen wird die xAPI zu einem Kommunikationsstandard zwischen Lernmitteln und Schulformen / Bildungseinrichtungen, der es grundsätzlich erlaubt, dass der Lernende alle seine Lerndaten (Aktivitäten und Ergebnisse) besitzt und kontrolliert.

Um mit der xAPI das lebenslange Lernen zu ermöglichen, müssen wir die Bestandteile der xAPI – also Statements und Learning Record Store (LRS) um eine Komponente erweitern.
Die Daten eines Lernenden müssen diesem zugänglich gemacht werden. Die Daten müssen dem Lernenden gehören und unter seiner Kontrolle stehen (entspricht auch den erweiterten Datenschutzbestimmungen und persönlichen Rechten eines Lernenden).

Dazu haben wir einen so genannten Personal Data Locker (PDL) entwickelt.

Lebenslanges Lernen mit der xAPI setzt voraus, dass die Lernmittel- und Software-Industrie dazu bereit sind, BIG Data zurück an die Eigentümer der Daten zu geben. Datensammeln kann nicht mehr als Selbstzweck, im Sinne, „Wissen ist Macht“ oder viele Daten gleich viele Einnahmemöglichkeiten, verstanden werden.

Der Lernende ist der einzige der seine Lerndaten, von der Vor-/Grundschule bis hin zum Sprachkurs im Rentenalter, verwalten und sinnvoll von einer Schulform an die Nächste, von einer Bildungseinrichtung an die Nächste, von einem Arbeitgeber an den Nächsten usw. weiter geben kann. Nur dadurch entsteht ein umfassender Lernlebenslauf.

Lernumgebungen von Schulen, VHS, Berufsschulen, UNIs, Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern usw. können mit xAPI-fähigen Anwendungen, über einen oder mehrere LRS alle formellen und informellen Lernaktivitäten und Lernergebnisse kommunizieren und untereinander zugänglich machen.

Um lebenslanges Lernen optimal zu fördern, zu begleiten und sichtbar zu machen, müssen Lernumgebungen, alle Lernmittel und Lerninhalte, alle Schulformen und oder Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen miteinander vernetzt werden können.

Nehmen wir als Beispiel einen Lernenden, der die klassische Schulausbildung durchläuft die mit Nachhilfe unterstützt wird und an die eine duale Berufsausbildung – also Berufsschule und betriebliche Ausbildung – anschließt.

Der Lernende besucht zusätzlich noch die VHS für ergänzende Sprach- und IT-Kurse.

xAPI unterstütztes lebenslanges Lernen würde in dem Fall alle Statements des Lernenden aus dem LRS an dessen PDL übergeben und dort für den dauerhaften Verbleib und die weitere Verarbeitung speichern. Der Lernende erhält so Zugriff auf alle elektronisch erfassten und verarbeiteten Lernaktivitäten und Lernergebnisse – von der Vor-/Grundschule über Sekundarstufe 2, Nachhilfe, Berufsschule, betriebliche Ausbildung bis hin zu der VHS usw.

Im Personal Data Locker entsteht Stück für Stück ein vollständiger Lernlebenslauf. Der ganz oder teilweise ausgedruckt oder elektronisch (verifiziert) ganz oder teilweise für Bewerbungen, Qualifikationsnachweise usw. eingesetzt und an Schulen, Universitäten, Arbeitgeber und Behörden übermittelt werden kann.

Hat die xAPI das Zeug dazu, die digitale Bildung zu revolutionieren?
Antwort: Ein klares JA.

Die Experience API ist für sich alleine noch keine Revolution. Der Einsatz der Experience API in der digitalen Bildung hat aber das Zeug dazu. Vorausgesetzt alle Unternehmen der Lernmittel-Industrie machen sich über die Einsatzmöglichkeiten der xAPI und lebenslanges Lernen neue Gedanken. xAPI-fähige Produkte und Lernmittel können – miteinander vernetzt – einen sehr viel größeren Nutzen für jeden einzelnen bringen.

Mal sehen wie schnell die Lernmittel-Industrie bereit ist zu „lernen“ und ob sich die digitale Bildung in Deutschland mit Hilfe der xAPI revolutionieren lässt. Das Potential dazu hat sie.

Activity Tracking xAPI (die erweiterte deutsche Version der Experience API)
https://go-xapi.com

Modernes e-Learning mit der xAPI. Ein Beitrag auf dem mit-blog.de vom 25. Februar 2014: http://mit-blog.de/modernes-e-learning-mit-der-xapi/

Anwendungsbeispiel: Schulbuchinhalte nach Bedarf abrufen und nach Gebrauch abrechnen. Ein Beitrag auf dem mit-blog.de vom 22. September 2014: http://mit-blog.de/digitalisierung-von-lerninhalten-schulbuchinhalte-nach-bedarf-abrufen-und-nach-gebrauch-abrechnen/

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