Digitalisierung von Lerninhalten

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Schulbuchinhalte nach Bedarf abrufen und nach Gebrauch abrechnen

Mit Hilfe moderner Technik können heute Lerninhalte digitalisiert zur Verfügung gestellt werden und nach Bedarf aufgerufen und anhand des tatsächlichen Gebrauchs abgerechnet werden.

Bedeutet dies das Ende z. B. des Schulbuchs, wie wir es kennen?
Ist dies eine Entwicklung, die das Geschäftsmodell der traditionellen Buch- und Schulbuch-Verlage gefährdet?
Oder eröffnen sich hier große Chancen für die Zukunft?

Moderne Schul- und Lernsoftware ermöglicht es Lehrern und Schülern schon heute, auf digitalisierte Schulbuchinhalte zuzugreifen.

Unsere Activity Tracking xAPI, die auf der „Experience API“ (dem Nachfolge-Standard von SCORM) basiert ist eine Erweiterung dieses neuen Standards. Sie ermöglicht, Lerninhalte, wie z. B. Schulbücher digitalisiert zur Verfügung zu stellen und nach Bedarf und Gebrauch abzurechnen. Die xAPI eröffnet Verlagen ein neues Geschäftsmodell, welches Schulträgern, Lehrern, Eltern und Schülern quasi immer die aktuellsten Lerninhalte garantiert und diese zu fairen und günstigen Preisen zur Verfügung stellt.

Der IST-Zustand: Das Problem in Deutschland ist, dass Schulbuchverlage in der Regel noch immer auf dem Kauf eines gedruckten Buches bestehen, bevor die Schulbuchinhalte digital zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Kauf des gedruckten Schulbuchs erhält man ggf. einen Freischaltcode für eine digitale Version des Inhaltes. Das Problem, diese „PDF“-Dateien sind in eine eigene Software-Anwendung eingebunden und nicht in die von der Schule benutzten und den Lehrern und Schülern zugängliche Schul- und Lernsoftware integriert. Lehrende wie Lernende müssen parallel mit mehreren nicht kompatiblen Systemen gleichzeitig arbeiten. Das ist umständlich und behindert ein zielführendes und effizientes digitales Lernen. Zudem ist es für Schulträger, Lehrer und Eltern eine kostspielige Vorgehensweise.

Aktuell werden Schulbücher verkauft, deren Inhalt offensichtlich nicht zu 100% benötigt wird, bzw. in der vorliegenden Form keine Verwendung findet. Unsere Umfragen bei Lehrern auf der LEARNTEC 2014, der didacta 2014 und bei verschiedenen Tagungen und Veranstaltungen für IT-Lehrer haben ergeben, dass die Inhalte der gedruckten Schulbücher – in der vorliegenden Form – in der Regel nur zu 50% bis 60% genutzt werden, bzw. über Arbeitsblätter in den Unterricht einfließen.

Wünschenswert: Lern- und Schulbuchinhalte, welche in die eingesetzte Schulsoftware und digitale Lernumgebung integriert werden können. Lehrer, Eltern und Schüler arbeiten nur mit einem System, welches allen Beteiligten den Zugriff auf alle notwendigen digitalen Hilfen zum Lernen, sowie alle für den Unterricht benötigten Inhalte ermöglicht. Lehrer können so den Schülern Inhalte aufbereiten z. B. für Hausaufgaben, Lernkontrollen, Tests und Projektarbeiten, usw. und hierfür den Inhalt auswählen, den sie tatsächlich benötigen und benutzen wollen. Innerhalb der Schulsoftware/Lernumgebung können Inhalte „kopiert“(*), mit Notizen ergänzt, kommentiert und digital verarbeitet werden. Zudem würden die Inhalte system- und ortsunabhängig für alle Beteiligten zur Verfügung stehen – Stichwort „mobiles Lernen“ mit einem Tablet z.B. Digitale Lern- und Schulbuchinhalte wären so in jede von der Schule bevorzugte Schul- und Lernsoftware integrierbar. Alle Beteiligten könnten die Nutzung der derzeit geforderten unterschiedlichen Systeme auf ein Minimum reduzieren (Kostenersparnis) und sich letztlich für ein umfassendes und optimiertes System entscheiden.

Die Technik: Bestimmt kennen Sie die modernen eBook Reader, wie z. B. den Amazon Kindle (um hier beispielhaft nur einen zu nennen). Die Geräte „merken“ sich genau, welches Kapitel oder welche Seite man gelesen hat, erlauben Lesezeichen zu setzen, das Einfügen von Fragen, Notizen, Kommentaren, das Auswählen (highlight) von ganzen (und auch mehreren) Textpassagen, bis hin zum Teilen der Inhalte. Bezogen auf den Einsatz in der Schule könnte die Technik des Teilens die Erstellung von Arbeitsblättern und Tests oder eine Referenz in Hausaufgaben und Projektaufgaben ermöglichen.

Mit anderen Worten – die Technik, digitale Inhalte online oder auch offline zu nutzen, ist bereits vorhanden. Wenn digitalisierte Lern- und Schulbuchinhalte mit dieser Technik unterstützt und um Funktionen der xAPI ergänzt zur Verfügung gestellt werden, dann kann in einer leistungsfähigen Schul- und Lernsoftware die Nutzung der Inhalte, bezogen auf den Lehrer, einzelne Schüler, den Klassenverband, usw., ganz genau und nach Bedarf und Gebrauch erfasst und aufgezeichnet werden.

Das Geschäftsmodell: Für Buch- und Schulbuchverlage ergibt sich daraus ein neues Geschäftsmodell. Anstelle der gedruckten Bücher und der zusätzlichen „Standalone“-Software für die digitalisierten Inhalte in Form von PDFs, könnten künftig nur noch digitale Inhalte zur Verfügung gestellt werden, die nach dem tatsächlichen Bedarf und Gebrauch abgerechnet werden.

Herausgeber von digitalen Lerninhalten erkennen am Nutzungsverhalten der digitalen Inhalte, welche Inhalte besonders häufig genutzt werden und welche wenig oder gar nicht benutzt werden (weil überholt, nicht zielführend usw.). Diese Vorgehensweise ist kostengünstig und schont Ressourcen/die Umwelt, sorgt kurzfristig für immer aktuelle Lerninhalte – denn was nicht aktuell oder zielführend ist, das wird auch nicht genutzt und wird dann folgerichtig auch nicht mehr bezahlt.

Kurz – diese Vorgehensweise führt zu besseren Produkten. Außerdem lässt sich erkennen, welche Inhalte besonders nachgefragt werden. Daraus resultieren ggf. dann neue und aufbauende Lerninhalte. Die Produktpalette verändert sich, muss aber deshalb nicht zwingend kleiner werden. Herausgeber von Lerninhalten die mit der Zeit gehen, können sogar auf den Punkt genau und sehr gezielt ihre Angebote ausweiten.
Buch- und Schulbuchverlage würden bezahlt für die tatsächlich ver-/gebrauchten digitalen Inhalte. Schulträger, Lehrer und Eltern bezahlen nur noch für die tatsächlich ver-/gebrauchten Inhalte – eine faire und angemessene Lösung für alle Beteiligten.

(*) Stichwort Urheberrecht: Wir dürfen nicht wirklich etwas zum Thema Urheberrecht sagen (wir sind keine Juristen), außer dass in Deutschland das Thema zwingend auf die digitale Agenda muss, damit man auch hier endlich im Internetzeitalter und im 21. Jahrhundert ankommt.

Als Gedankenmodell für alle Verantwortlichen vielleicht folgendes: Schulen, die eine Schul- und Lernsoftware in Deutschland einsetzen, steht in der Regel eine geschützte Serverumgebung vom Bezirk, Schulträger, Land usw. zur Verfügung. Es bedarf nur weniger Überlegungen, wie Lerninhalte in eine moderne Schulsoftware integriert, sicher gehostet und zur Verfügung gestellt werden können. Technisch ist das heute alles überhaupt kein Problem. Zeitgemäße digitale Bildung in deutschen Schulen ist bereits jetzt realisierbar und vor allem auch finanzierbar. Dafür müssen auch von Seiten der Politik keine -zig Fachkreise mehr einberufen oder teure Studien in Auftrag gegeben werden. Es bedarf eigentlich nur des Mutes der Verantwortlichen auf Seiten der Politik und der Verlage, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Um die Eingangs gestellte Frage zu beantworten: „Bedeutet dies das Ende z. B. des Schulbuchs wie wir es kennen?“ Sehr wahrscheinlich – und um ganz ehrlich zu sein: hoffentlich – ja. Schulbücher, auch die gedruckten, wird es immer geben; davon sind wir überzeugt. Aber die tagtäglichen Arbeitsmaterialien und Lerninhalte für Lehrer und Schüler werden digital werden – an dieser Entwicklung kommt kein Verlag vorbei.

Ein mögliches Geschäftsmodell haben wir aufgezeigt und wir sind gespannt, wie sich die Lerninhalte und Schulbücher zukünftig anpassen und verändern werden.

Was heute schon geht: Mit Hilfe der xAPI und der Lehr- und Lernsoftware von Schule-im-Inter.net haben wir das zuvor beschriebene Modell bereits für die Praxis realisiert. Die von uns genutzten Inhalte beziehen sich zu diesem Zeitpunkt natürlich nur auf die frei zugänglichen Lerninhalte, bzw. auf Inhalte von verlagsungebundenen Autoren. Die Nutzer von Schulsoftware, nämlich Lehrende und Lernende (= Nachfrageseite des Marktes), werden die Verlage früher oder später diesbezüglich zum Umdenken bewegen.

Wir freuen uns auf den Austausch und das Gespräch mit Ihnen und unterstützen gerne Ihre Initiative für digitalisierte Lerninhalte. Besuchen Sie uns auf einer der nächsten Bildungsmessen. – https://go-xapi.com

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