Eigenständig, dezentral, günstig: das LiPRO Holz-Heizkraftwerk

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Der Huber Verlag für Neue Medien im Gespräch mit Julian Fintelmann, Geschäftsführer der LiPRO Energy GmbH & Co. KG

Das LiPRO HKW ist Sieger beim diesjährigen INDUSTRIEPREIS 2016 in der Kategorie Energie und Umwelt. Das Holz-Heizkraftwerk mit mehrstufigen Vergasungsverfahren versucht, besonders sauberes Synthesegas zu gewinnen. Die Redaktion des Huber Verlags für Neue Medien hat sich mit dem Geschäftsführer unterhalten.

Ihr Produkt ist Sieger beim INDUSTRIEPREIS 2016. Können Sie Ihre Lösung in drei prägnanten Sätzen beschreiben?  

Das LiPRO Holz-Heizkraftwerk ist eine innovative erneuerbare Energien Konversionsanlage (Holzvergaser BHKW), welche holzige Biomasse über das LiPRO Holzgaswerk thermochemisch in ein Produkt- bzw.Brenngas umwandelt. Dieses Synthesegas wird über das LiPRO Blockheizkraftwerk (BHKW) in mechanische und  thermische Energie umgewandelt, wobei die mechanische Energie durch einen Generator weiter zu elektrischer Energie veredelt wird. Die Energiebereitstellung entspricht der Kraft-Wärme-Kopplung.

Was ist aus Ihrer Sicht das Fortschrittliche an Ihrem Industrieprodukt?

Das innovative LiPRO Holzgaswerk ist eine Holzvergaser Anlage mit einem mehrstufigen Vergasungsverfahren. Bei dem LiPRO Holzgaswerk werden die einzelnen Prozessstufen verfahrenstechnisch voneinander getrennt, um die prozessspezifischen Bedingungen gezielt beeinflussen zu können. Um so ein besonders sauberes Synthesegas zu gewinnen und das auch bei sonst geringwertigen Holz-Hackschnitzel.

Warum braucht ein Unternehmen eine Lösung wie Ihre und welche Vorteile bietet sie anderen Industrieunternehmen?

Mit unserem LiPRO HKW können Anwender oder Betreiber dezentral, eigenständig und zu deutlich günstigeren Konditionen als bis lang die Strom- und Wärmeversorgung für den eigenen Betrieb aus Holzhackschnitzel sicherstellen. Das LiPRO HKW bietet im Gegensatz zur gängigen erneuerbaren Energie wie Photovoltaik oder auch Windkraft neben dem weiteren Produkt der Wärme auch eine ständige Verfügbarkeit, ohne auf äußere Witterungsbedingungen angewiesen zu sein.

Wie lange dauerte die Entwicklung Ihres ausgezeichneten Produkts und planen Sie weitere Optimierungsmaßnahmen oder Erweiterungen?

Die Entwicklung der Prototypen Anlage hat gut zwei Jahre gedauert von Ende 2012 bis Ende 2014. Das ist im Branchenvergleich sehr schnell, da andere Verfahren, die heute noch nicht die Gasqualität liefern wie das LiPRO HKW, mehr als fünf Jahre benötigt haben, um an den Markt zu gehen. Begonnen haben wir im Team, bestehend aus fünf Ingenieuren mit dem Know-how von Maschinenbau über Verfahrenstechnik bis zu industrieller Softwareentwicklung. Mit dem Abschluss der Entwicklung ging der Prototyp in den Dauerbetrieb und weist heute nach anderthalb Jahren 12.000 Betriebsstunden vor.   Im nächsten Schritt soll eine Entwicklungsanlage aufgebaut werden. Auf dieser sollen feste Biomasse wie industrielle und landwirtschaftliche Reststoffe getestet und analysiert werden. Mit den Ergebnissen können gegebenenfalls verfahrenstechnische Optimierungen vorgenommen werden.

Wie wichtig ist für Sie die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INDUSTRIEPREIS und was bedeutet ein solcher Preis für Ihr Unternehmen und Ihre Arbeit?  

Da in der Entwicklung sehr viel Herzblut und reine Eigeninitiative vom gesamten Team steckt, ist solch eine Anerkennung von einer Fachjury, bei der wir uns unter 300 Mitbewerbern in der Kategorie Energie & Umwelt durchgesetzt haben,  eine bedeutende Auszeichnung und zeigt uns, dass wir scheinbar vieles richtig gemacht haben. Das motiviert uns und lässt uns an unserem innovativen und stark motivierten Kurs festhalten.

Welche Rolle spielt das Thema „Industrie 4.0“ Ihrer Meinung nach für die Wettbewerbsfähigkeit deutschsprachiger Industrieunternehmen?  

Das spielt eine ganz bedeutende Rollen, denn nur durch einen Technologievorsprung sind diese Qualitätsstandorte gegenüber den günstigen Industriestandorten leistungsfähig. Das zeigt sich auch in unserer Technologie, die vom Ansatz eine langjährige Geschichte hat, aber erst seit wenigen Jahren ein industrielles Niveau erreichte. Dabei stammen die leistungsfähigsten Ansätze und Techniken aus dem deutschsprachigen Raum mit einem weltweiten Export.

Wie schafft es Ihr Unternehmen, dauerhaft fortschrittlich zu bleiben? Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Eine dauerhafter Fortschritt ist nur dadurch zu erreichen, dass wir uns zum Ziel gemacht haben, uns auf einer fertigen Entwicklung nicht auszuruhen. Im Gegenteil, praxisorientierte Entwicklung hat einen großen Stellenwert für uns, bei der neue Ideen auf kurzem Weg getestet und umgesetzt werden können. Längerfristig soll es das LiPRO HKW auch für andere feste Biomasse wie von industriellen und landwirtschaftlichen Reststoffe geben, zudem soll die Anlagen auch in weiteren Leistungsklassen verfügbar sein, um Standorten mit beispielsweise geringerem Energiebedarf auch die Einsatzmöglichkeit für das LiPRO HKW zu bieten.

Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

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