Facebook-Aktie überzeichnet: Experten erwarten Erhöhung der Preisspanne

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Der bevorstehende Börsengang von Facebook beflügelt offenbar die Fantasien der Investoren. Die Aktie soll bereits überzeichnet sein und Experten erwarten für heute eine Erhöhung der Preisspanne auf 34 bis 38 US-Dollar. Wenn alles planmäßig läuft, könnte Facebook am Ende 104,2 Milliarden Dollar wert sein.

Es ist ein Hype wie einst die Jagd nach Gold in Kalifornien. Der für Freitag geplante und bislang größte Börsengang eines Webunternehmens hat eine unerwartete Nachfrage nach den 337,4 Millionen Aktien hervorgerufen: „Die werden mit Orders nur so überflutet“, zitiert Bloomberg Jon Merriman, CEO der Investmentfirma Merriman Holdings. Die Orderbücher sollen bereits heute, zwei Tage früher als erwartet, geschlossen werden. Allein in Asien sei die Aktie 25-fach überzeichnet, so Experten.

Aus diesem Grund wird erwartet, dass Facebook die ursprüngliche Preisspanne von ursprünglich 28 bis 35 Dollar auf 34 bis 38 Dollar anheben wird. Bei 36 Dollar würde das Unternehmen von CEO und Gründer Mark Zuckerberg 12,1 Milliarden Dollar von den Anlegern einsammeln. Das wäre der drittgrößte Börsengang aller Zeiten in den USA nach General Motors und Visa. Zum Vergleich: Googles Börsengang im Jahr 2004 brachte nicht ganz 2 Milliarden Dollar ein.

Analysten mildern Erwartungen

Analysten versuchen indes vergeblich die Goldgräberstimmung zu beruhigen. Brian Hamilton, Mitgründer der Analysefirma Sageworks, erklärte entsprechend auf Bloomberg TV, die Facebook-Aktie sei „signifikant überbewertet“. Würde man die gleichen Maßstäbe an Apple anlegen, müsste der derzeitige Top-Verdiener des Silicon Valley statt wie jetzt mit rund 530 Milliarden Dollar an der Börse mit 2,7 Billionen Dollar bewertet werden. Auch Maik Haufe, Vermögensverwalter der quirin bank, rät im Interview mit dem Nachrichtendienst DAPD langfristig orientierten Anlegern vorerst von der Facebook-Aktie ab. „Facebook schreibt zwar schwarze Zahlen, dennoch ist das Unternehmen bei den Zahlen, die bekannt sind, sehr teuer bewertet und daher als spekulativ einzustufen.“

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei das Geschäftsmodell, das von der Gunst der Nutzer lebt. „In der Vergangenheit stand Facebook zu Recht schon mehrfach wegen der Art und Weise in der Kritik, wie es mit den Daten seiner Nutzer umgegangen ist“, so Haufe. „Hier muss man abwarten, wie das Unternehmen sich in Zukunft verhalten wird. Die Gefahr, einen Reputationsschaden zu erreichen, wenn man fahrlässig mit den Daten seiner Nutzer umgeht, ist natürlich relativ hoch.“

Am kommenden Freitag wird Facebook voraussichtlich erstmals unter dem Kürzel „FB“ im Börsenticker einlaufen. Weitere Daten und Fakten zum bevorstehenden Börsengang finden Sie auf den Nasdaq-Seiten. Die eingereichte Unternehmensbeschreibung beginnt mit den Worten: „Our mission is to make the world more open and connected.“

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