FINDE ES SELBST HERAUS!

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Die NASA braucht Talente. Sie ist permanent auf der Suche nach Ingenieuren und Wissenschaftlern, die einige ganz besondere Eigenschaften mitbringen. Darunter DIE Schlüsselqualifikation für erfolgreiche Arbeit im 21. Jahrhundert: Kreativität.

Um herauszufinden, wo und wie die Goldadern der Kreativität in der Bevölkerung verlaufen, testete George Land in einer Langzeitstudie für die NASA 1.600 fünfjährige Kinder. Das Ergebnis überraschte alle: 98 Prozent der Kinder schafften es in die Top-Kategorie: Hochgradig kreativ!

Und dann kamen sie in die Schule…

Fünf Jahre später wurde erneut getestet. Die Kinder waren nun 10 Jahre alt. Das Ergebnis: Nur noch 30 Prozent schaffen es in die Kategorie „hoch kreativ“. Fünf Jahre später wurden die Kinder nochmals getestet. Sie hatten also 10 Jahre Schule hinter sich. Das Ergebnis: Nur noch 12 Prozent waren hochgradig kreativ. Die Forscher konnten es kaum glauben. Sie testeten eine Vergleichsgruppe von 280.000 Erwachsenen. Ergebnis: 2 Prozent hoch kreativ.

Soll das heißen, dass die Menschen eigentlich mit hervorragenden Voraussetzungen für das Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert auf die Welt kommen, dass sie mit Durchlaufen des Bildungssystems das alles aber fast komplett verlieren? Vergessen? Unterdrücken? Vernachlässigen?

Genau das heißt es!

Und das ist schlimm. Denn wir sind fest davon überzeugt: Viel wichtiger als jungen Menschen statisches Wissen einzubimsen wäre es, ihnen beizubringen interessante Probleme selbst zu finden – und zu lösen. Und beides geht nicht ohne Kreativität.

Zu was Kinder und Jugendliche in der Lage wären, wenn wir ihnen die kreative Problemlösungskompetenz nicht systematisch abtrainieren würden, zeigt der Fall von Jack Andraka aus Crownsville in den USA. Im Alter von nur 15 Jahren gewann er einen der renommiertesten Wissenschaftspreise, dotiert mit 75.000 Dollar.

Womit? Der Teenager hatte einen Urin-Teststreifen entwickelt, mit dem man Krebserkrankungen nachweisen kann – 26.000 Mal kostengünstiger, 90 Prozent zuverlässiger und 168 Mal schneller als jedes andere bis heute bekannte Verfahren. Eine medizinische Sensation! Ganze Fakultäten waren an dieser Aufgabe bislang gescheitert. Und von 200 Professoren, die er bat, in deren Labors seine Erfindung testen zu dürfen, schickten ihm 199 Absagen, weil sie die Tragweite seiner Idee nicht verstanden – oder schlicht nicht glauben konnten, dass ein Jugendlicher wirklich ernsthafte medizinische Forschung betreiben kann.

Das spannendste an dieser Geschichte finden wir die Aussagen der Eltern des Wunderkinds Jack. Auf die Frage, wie sie sich das Genie ihres Sohn erklärten, sagten sie trocken: „Schon als er drei war, haben wir uns geweigert, seine Fragen zu beantworten. Wir haben stattdessen gesagt: FINDE ES SELBST HERAUS!“

Dieser Beitrag stammt aus dem monatlichen Online-Magazin Backstage Report von Anja Förster & Peter Kreuz

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1 Kommentar

  1. Ja das ist auch das was ich in meinem Bekanntenkreis gerne sage wenn ich als vermeintlicher IT-Fachmann gefragt werde, warum etwas nicht geht bzw. wie es geht. Klar helfe ich auch gerne weiter, aber auch ich weiß nicht alles und dann heißt es, „Finde es selbst heraus“, etwas was viele Menschen wirklich verlernt haben. Ich fand es schon früher viel spannender nach dem Prinzip „Versuch und Fehler“ vorzugehen. Dadurch sind in der Welt so viele zufällige Entdeckungen passiert, gerade in der Wissenschaft oder der Medizin, die hätte es zum größten Teil nicht gegeben wenn man sich immer nur auf dem sicheren Weg befunden hätte. Einem Kind sollte man natürlich eine gewisse Hilfestellung geben, aber man sollte dem Kind halt nicht einen Weg vorgeben nur weil er in den Lehrbüchern so steht, den auch diese können sich irren oder liefern nicht immer die perfekte Antwort und schränken nach dem Ergebnis dieser Langzeitstudie auf jeden Fall die Kreativität der Kinder ein.

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