Flexible Bespielung von Displays mit DaaS

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Die Initiative Mittelstand im Gespräch mit Alexander Löffler vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)

Mit Display as a Service überzeugte das DFKI die Jury beim INNOVATIONSPREIS-IT und wurde daher neben dem Landessieg Saarland auch in der Kategorie Entertainment / 3D ausgezeichnet. Die Lösung virtualisiert die Verbindung zwischen Pixelquellen und Displays und ermöglicht damit den freien Transport über Standard-Netzwerke.

Ihr Produkt ist Sieger beim INNOVATIONSPREIS-IT 2015. Können Sie uns Ihre Lösung in drei prägnanten Sätzen beschreiben?
Display as a Service (DaaS) ist eine Softwarelösung zur Verteilung von Pixelströmen in Echtzeit über Standard-IP-Netzwerke (auch drahtlos). Statt einer 1-zu-1-Verbindung zwischen Pixelquelle und Display wie heute üblich, können über DaaS viele Quellen gleichzeitig mit vielen Displays (auch in Display-Wand-Konfiguration) verbunden und deren Abbildung aufeinander – ebenfalls in Echtzeit – rekonfiguriert werden. Wir schaffen damit eine ungesehene Flexibilität im Umgang mit Videodatenverbindungen und ganz neue Möglichkeiten der Kollaboration für Unternehmen.

Was ist aus Ihrer Sicht das Innovative an Ihrer IT-Lösung?
Das Innovative an DaaS ist es, in einem disruptiven Schritt Echtzeitvideoverbindungen ins IP-Netzwerk zu verlagern, anstatt wie alle anderen auf die (langsame) Weiterentwicklung von Standard-Videokabeln wie DVI oder DisplayPort zu setzen. Letztere entwickeln sich zwischenzeitlich auch in eine ähnliche Richtung, z.B. durch paketorientierte Übertragung oder Adressierung einiger (weniger) Displays pro Quelle, wagen aber nicht einen solchen Neuanfang und verschenken damit viel Zeit und Fähigkeiten, die Standard-Netzwerke sowieso mit sich bringen.

Warum braucht ein Unternehmen eine Lösung wie Ihre und welche Vorteile bietet sie mittelständischen Unternehmen?
DaaS ist eine kostengünstige Lösung zur flexiblen Bespielung von Displays und Display-Wänden von überall nach überall in einem mittelständischen Unternehmen. DaaS unterstützt beliebig große Distanzen zwischen Quellen und Displays, freie Zuordnung und Replikation von Inhalten auf mehrere Displays, vollsynchronisierte Display-Wände, die Möglichkeit der einfachen Entwicklung eigener Anwendungen zur Kontrolle der Pixelströme, u.v.m.. Das Ganze als eine generische m-zu-n-Verbindung (beliebig viele Quellen können auf beliebig viele Displays abgebildet werden) und lauffähig auf Standard-Hardware (PCs, Mobilgeräte) und mit Standard-IP-Netzwerken (Gb-Ethernet, WiFi).

Wie lange dauerte die Entwicklung Ihrer innovativen Lösung und planen Sie weitere Optimierungsmaßnahmen?
Wir haben die Grundidee des heutigen Systems vor ca. vier Jahren entwickelt, dieses dann implementiert und die Implementierung über die Jahre verfeinert. Die Entwicklung bleibt auch nie stehen, sondern wir arbeiten stets daran, DaaS schneller, stabiler und benutzerfreundlicher zu machen.

Welche fünf Keywords würden Sie mit Ihrer Lösung verbinden?
Echtzeit-Pixelströme
Kollaboration
Display-Wände
Wireless-Display
Event-Management

Wie wichtig ist für Sie die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INNOVATIONSPREIS-IT und was bedeutet ein solcher Preis für Ihr Unternehmen und Ihre Arbeit?
Die Anerkennung der Innovationskraft des eigenen Produkts durch unparteiische Dritte ist stets eine große Ehre und sehr wichtig, um die Bekanntheit der eigenen Arbeit zu erhöhen.

Welche Rolle spielt das Thema „Innovation“ Ihrer Meinung nach für den Mittelstand?
Innovation ist meiner Meinung nach der Motor der Gesamtwirtschaft und eine der wichtigsten Säulen in jedem Unternehmen. Man sollte nie aufhören, sich weiterzuentwickeln, weil Stillstand immer bedeutet, dass man zu leicht überholt werden kann. Für mittelständische Unternehmen ist Innovation vielleicht noch etwas einfacher, weil sie flexibler auf die Bedürfnisse des Markts reagieren können, andererseits auch viel überlebensnotwendiger als für Großunternehmen, die vielleicht schon „too big to fail“ sind.

Wie schafft es Ihr Unternehmen, dauerhaft innovativ zu bleiben? Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) muss als angewandtes Forschungsinstitut immer mit der Zeit gehen. Der wissenschaftliche Austausch mit internationalen Kollegen sowie die enge Verzahnung mit der weltweiten Industrie in Forschungs- und Entwicklungsprojekten helfen uns, wichtige Bedürfnisse frühzeitig zu verstehen und diesen Bedürfnissen ebenfalls frühzeitig zu begegnen. Der intensive und offene Dialog ist daher eines der Erfolgsgeheimnisse des DFKI. Unsere Planungen für die Zukunft sehen einerseits vor, das Benutzererlebnis rund um unsere DaaS-Software in weiterer Forschung zu optimieren, und andererseits, die Forschungsergebnisse auch kommerziell (z.B. im Rahmen eines Spin-Off-Unternehmens) nutzbar zu machen.

 

Weitere Informationen zur Lösung finden Sie hier

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