Gießkerne für höchste Anforderungen

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Die Initiative Mittelstand im Gespräch mit Peter Staab, Geschäftsführer der Drahtzug Stein combicore GmbH & Co. KG

Die hoch stabilen Combicore-Kerne haben sich bereits bestens in der Praxis bewährt. Sie schonen die Ressourcen und bieten darüber hinaus zahlreiche fertigungstechnische, ökonomische und ökologische Vorteile. Für ihre Lösung wurde die Drahtzug Stein combicore GmbH & Co. KG daher mit dem INDUSTRIEPREIS der Kategorie Zulieferer ausgezeichnet.

Ihr Produkt ist Sieger beim INDUSTRIEPREIS 2015. Können Sie uns Ihre Lösung in drei prägnanten Sätzen beschreiben?

Gießereien können mit Combicore-Kernen endkonturnahe Bauteile gießen, wobei ein Metall-Mineral-Verbundkern die benötigten Kühl- oder Öl-Kanäle im Gussteil mit der Mineralfüllung abbildet und durch die Metallhülle die Dichtigkeit des Kanals garantiert. Combicore ist hoch stabil und damit auch im Druckguss mit Gießdrücken weit über 1000 bar und hohen Füllgeschwindigkeiten einsetzbar – also Bedingungen unter denen klassische Sandkerne zerstört werden. Die innovativen Combicore-Kerne bieten hier vollkommen neue Möglichkeiten zum Einsparen von Materialressourcen und ermöglichen innovative Leichtbau-Anwendungen, insbesondere im Automotivebereich.

Was ist aus Ihrer Sicht das Innovative an Ihrer Industrielösung?

Mit unserer Combicore-Lösung sind Kanäle in Gussteilen realisierbar, welche mit herkömmlichen Methoden bisher nicht denkbar waren. Combicore-Kerne sind hoch stabil, so dass die Kerntechnologie, die man im Schwerkraftguss einsetzt, nun erstmals im Druckguss prozesssicher verwendet werden kann. Im Druckguss werden qualitativ hochwertige Bauteile in hohen Stückzahlen gefertigt. Anwendungen finden sich insbesondere im Automotive-Bereich, wie beispielsweise Getriebegehäuse, Kühlelemente oder Motorblöcke. Combicore-Kerne nutzen die Verknüpfung von hochproduktiven Produktionsprozessen aus der Füge- und Umformtechnik zur Herstellung von Kernen für die Gießtechnik.

Warum braucht ein Unternehmen eine Lösung wie Ihre und welche Vorteile bietet sie anderen Industrieunternehmen?

Die Anwendungsmöglichkeiten der Combicore-Lösung bietet unseren Kunden mehr Freiraum in dem Entwickeln und Herstellen von Gussteilen, insbesondere im Leichtbau. Gießereien können mit Combicore-Kernen erstmals sehr schlanke, gekrümmte Kanäle herstellen, die so optimal in die Wand eines Gussteils integriert werden. Materialreduktion, geringeres Gewicht, höheren Freiraum beim Designen von Gussteilen spielt für eine Vielzahl von Industriezweigen eine große Rolle. Im Vergleich zu anderen am Markt befindlichen Lösungen wird insbesondere beim Leichtmetallguss die Bauteilmasse verringert und aufwändige Gemischtzerspanung vermieden. Durch die Metallhülle werden Leckagen auch in lunkergefährdeten Bereichen vermieden. So kann häufig notwendige nachträgliche Imprägnierung vermieden werden.

Wie lange dauerte die Entwicklung Ihrer innovativen Lösung und planen Sie weitere Optimierungsmaßnahmen?

Combicore ist seit 2008 am Markt. In der Kernherstellung werden jahrzehntebekannte klassische Technologien der Fülldrahtfertigung und der Umformtechnik miteinander kombiniert und auf das grundlegende Know-how von Drahtzug Stein zurückgegriffen. Dabei sind weitere Optimierungen insbesondere beim Herstellungsprozess geplant, so dass Combicore-Kerne noch wirtschaftlicher produziert werden können.

Welche fünf Keywords würden Sie mit Ihrer Lösung verbinden?

  • Materialsparend
  • Innovativ
  • Großserientauglich
  • Leicht
  • Flexibel

Wie wichtig ist für Sie die Teilnahme an Wettbewerben wie dem INDUSTRIEPREIS und was bedeutet ein solcher Preis für Ihr Unternehmen und Ihre Arbeit?

Die Teilnahme bedeutet für uns, dass wir unser Produkt von einer hochkarätigen, fachkundigen Jury beurteilen lassen können. Wir sehen in der Auszeichnung eine Bestätigung in unserer Überzeugung, dass wir lösungsorientiert arbeiten und damit dem Anspruch unserer Kunden gerecht werden, nämlich immer einen Schritt voraus zu sein.

Welche Rolle spielt das Thema „Industrie 4.0“ Ihrer Meinung nach für die Wettbewerbsfähigkeit deutschsprachiger Unternehmen?

Mit Industrie 4.0 steht uns, nach der Überzeugung von vielen, die vierte industrielle Revolution ins Haus. Der deutschsprachige Raum ist bekanntermaßen vor viele Herausforderungen gestellt. Eine davon ist zukünftig in der Lage zu sein, wettbewerbsfähig zu produzieren. Nachdem wir in der globalisierten Welt bestimmt nicht mehr die Kostenführerschaft erringen werden, müssen andere Faktoren uns helfen, im Wettbewerb zu bestehen. Dazu ist es notwendig die aktuellen Entwicklungen mit an der Spitze zu begleiten. Insbesondere unter dem Aspekt, dass andere Nationen immer stärker an die Innovationsfähigkeit des deutschsprachigen Raumes heranreichen. Industrie 4.0 ist für mich eine Chance, welche wahrgenommen werden muss, um weiterhin international als Produktionsstandort zu bestehen.

Wie schafft es Ihr Unternehmen, dauerhaft innovativ zu bleiben? Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Wir wachsen organisch und anorganisch, heute wie auch in der Zukunft geplant. Dies findet auch branchenübergreifend statt. Gleichzeitig investieren wir in Partner, welche industrielle Stärke mit neuen Ideen verbinden. Damit stellen wir sicher, innovativ zu bleiben.

 

Weitere Informationen zur Lösung finden Sie hier

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