Gleiche Stellung aber keine Gleichstellung

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Deutschland steht im Bereich „Gleichstellung am Arbeitsplatz“ nur auf dem viertletzten Platz bei einem Vergleich von 18 Staaten in Europa. Dabei hat die Problematik der Gleichstellung von Mann und Frau im Beruf eine lange Vorgeschichte. Immer wieder versuchen Politik und Wirtschaft Maßnahmen zu ergreifen, die dieses Problem aus der Welt schaffen sollen, wie zuletzt die heftig diskutierte Quote von Frauen in Führungspositionen.

Eine neue Studie des Bewertungsportals Glassdoor bestätigt: In Europa bestehen weiterhin große Ungleichheiten zwischen der beruflichen Situation von Frauen und Männern. Die Studie hat insgesamt 12 Schlüsselindikatoren zur Gleichstellung zwischen den Geschlechtern untersucht, darunter die Beschäftigungsquote, die Quote in Führungspositionen und die indirekten Kosten der Mutterschaft. Die Gleichstellung am Arbeitsplatz wurde in 18 Staaten auf Basis von OECD- und Eurostat-Daten verglichen. Im Ranking steht Deutschland an viertletzter Position, während die Balance zwischen den Geschlechtern in Schweden und Norwegen am besten ist. Mit Blick auf die Beschäftigungsquote liegt Deutschland im Mittelfeld: Der Abstand zwischen der Quote bei Männern und Frauen beläuft sich auf 9 Prozentpunkte (PP). In Italien (18 PP) und Griechenland (17 PP) bestehen in dieser Kategorie die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern, während die Arbeitsmärkte in Finnland, Schweden und Norwegen (2 bis 4 PP) am ausgeglichensten sind.

„Die Beispiele Schweden, Norwegen und Finnland zeigen, dass es möglich ist, ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis zwischen beschäftigten Männern und Frauen zu erreichen“, sagt Dr. Andrew Chamberlain, Chief Economist bei Glassdoor. „Diese Balance am Arbeitsmarkt kann anderen Ländern als Vorbild dienen. Nichtsdestotrotz zeigt sich auch bei einem Positivbeispiel wie Norwegen, dass kein Land perfekt ist. Dort gehören die ‚Kosten der Mutterschaft’, die sich aus niedrigeren Gehältern für Frauen mit Kindern ergeben, zu den höchsten in Europa.“

Hoher Ausbildungsgrad erhöht Wahrscheinlichkeit auf Einstellung bei Frauen erheblich

Der Studienreport „Which Countries in Europe Have the Best Gender Equality in the Workplace?“ zeigt, wo die Geschlechterungleichheiten am Arbeitsplatz am höchsten sind, in welcher Art von Job Frauen unterrepräsentiert sind und welchen zusätzlichen Einfluss die Familiengründung auf Frauen im Hinblick auf den ohnehin existierenden Gender Pay Gap hat. Weitere untersuchte Indikatoren sind zum Beispiel das Verhältnis zwischen Frauen und Männern in Bezug auf die Erwerbsquote oder der Gender Gap am Arbeitsplatz nach Ausbildungsgrad. Bei Berücksichtigung der Vollzeit-Beschäftigungsquote vergrößert sich der Gender Gap erheblich und ist zwei- bis dreimal so hoch wie bei der allgemeinen Beschäftigungsquote. Demnach besteht ein großer geschlechtsspezifischer Unterschied bei der Arbeitszeitdauer und bei Frauen ist es im Durchschnitt weniger wahrscheinlich, dass sie festangestellt sind. Bei Frauen mit Hochschulabschluss hingegen ist der Gender Gap in Bezug auf die Beschäftigungsquote nur halb so hoch wie bei Frauen ohne höhere Schulbildung.

Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert

In Schweden, Norwegen, Großbritannien und Portugal sind auf Managementebene beinahe 40 Prozent der Arbeitnehmer weiblich. In Deutschland liegt die Quote bei 30 Prozent, während der Frauenanteil in Leitungspositionen in den Niederlanden mit 26 Prozent am niedrigsten ist. Auch auf Vorstandsebene sind Frauen länderübergreifend mit einem Anteil von unter 40 Prozent unterrepräsentiert. In Norwegen ist die Quote mit 36 Prozent noch am höchsten, was teilweise auf eine entsprechende gesetzlich regulierte Frauenquote aus dem Jahr 2006 zurückzuführen ist. Frankreich, Finnland und Schweden folgen mit einem Frauenanteil in Vorständen von etwa 30 Prozent. In Deutschland liegt die Quote bei 26 Prozent. Am niedrigsten sind die Werte in Irland, Portugal, Griechenland und Estland (13 bis 8 Prozent).

Auch die Zukunft sieht, betrachtet man eine jüngst erschienene Studie von Ernst&Young, nicht rosig aus. Befragt wurden Unternehmen weltweit. Nur 13 Prozent der globalen Unternehmen erwarten in den kommenden fünf Jahren einen deutlichen Anstieg des Frauenanteils in der Führung. Weniger als ein Fünftel der Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, verfügen über strukturierte Programme zur Entwicklung ihrer Mitarbeiterinnen. Die Umfrage zeigt weiter, wie unterschiedlich die Geschlechter die Thematik wahrnehmen. Während Männer einen Mangel an Kandidatinnen diagnostizieren, prangern Frauen unternehmenskulturelle Mängel an.

http://www.jobmenu.de/

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