GooglePlus: wenig Aktivität, na und!

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Persönlich finde ich GooglePlus ja klasse. Geht es nach einer Studie, sind die weit über 170 Millionen Nutzer allerdings weniger aktiv als erhofft. Die Softwareschmiede RJMetrics hat über 40.000 Nutzer gescannt und deren öffentliche Timeline analysiert. Laut der nun veröffentlichten Statistik, ist nur jeder Dritte bei Google+ aktiv.

Zuletzt hatte ich auf der Re:publica 2012 mit Stefan Keuchel über das soziale Netzwerk GooglePlus diskutiert. Wir sind der Überzeugung, dass Google+ seine Berechtigung hat. Wobei, Stefan muss natürlich als Google-Pressesprecher für das Netzwerk sprechen. Speziell die ausführlichen Diskussionen sind im Vergleich zu Facebook ein Mehrwert. Die Studie des Unternehmens RJMetrics kritisiert dennoch das noch knabenhafte junge Netzwerk. „Google+ wird längst nicht so intensiv genutzt wie andere soziale Netzwerke“ lautet das abschließende Fazit. Mehr Beachtung sollte den Ergebnissen allerdings auch nicht geschenkt werden. Warum?

Die Analyse-Experten suchten sich 40.000 Google+-Nutzer und analysierten deren öffentliche Timeline. Im Schnitt erhielten die herunter geladenen Beiträge weniger als ein +1. Letzteres entspricht dem Liken auf Facebook. Bei den Kommentaren pro Beitrag sieht es nach eigenen Angaben ähnlich aus: Nur 0,54 Antworten erhielt während der Analyse ein Beitrag. Auch die Verteilung der Beiträge hielt sich in Grenzen. 0,17 Mal wurde ein Eintrag durchschnittlich von Nutzern weitergeleitet. Was sich dabei fair liest: Weil viele Nutzer ihre Inhalte nur mit bestimmten, nicht öffentlich einsehbaren Personen teilen, sind die Ergebnisse laut Rjmetrics nicht wirklich repräsentativ.

Ich persönlich kann das zum Teil bestätigen. Bin ich allerdings aktiver auf Google+ unterwegs, verwandelt sich die Totenstarre in ein lebensfrohes Durcheinander. Daher kann ich der Aussage nur zähneknirschend zustimmen, dass zwölf Tage zwischen den Einträgen liegen sollen. In diesem Zeitraum sind laut Studie alle 40.000 Einträge erfolgt. Eindeutig zu wenig, oder? „Das tolle an Google+ ist, dass es das Teilen privater Inhalte zulässt. Der Nutzer muss seine Gedanken, Fotos oder Videos nicht mit der ganzen Welt teilen“, liest man dazu auf Handelsblatt.de. Warum das Portal allerdings das Netzwerk als Geisterstadt betitelt, bleibt das Geheimnis der Redaktion. Gegenüber BloombergBusinessweek hat Google ebenfalls Kritik gegenüber den erhobenen Zahlen geäußert. Wie ich finde zurecht. Die Analyse ist zu ungenau.

Ok, das hochgelobte soziale Netzwerk Google+ kann die Erwartungen der „breiten“ Masse nicht erfüllen. Das Interesse ist nach dem zu Anfangs beeindruckenden Hype etwas verflacht. Dennoch denke ich, dass das Netzwerk eine Berechtigung hat. Google muss allerdings auch weiterhin die Masse zu Facebook und Co. ziehen lassen. Dem Inhalt auf Google+ tut das nach eigener Erfahrung aber nur gut. In diesem Zusammenhang schließe ich den Beitrag positiv ab: Google kann fast alles, nur kein Social Network.

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