Googles Transparency Report: 1,2 Millionen Löschungen in einem Monat

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Google löscht auf Anfrage Links zu fragwürdigem Inhalt. Das war uns allen bekannt. In welchem Umfang allerdings nicht. Nun hat der Suchmaschinen-Anbieter den „Transparency Report“ veröffentlicht, in dem neben der Dokumentation von Löschanfragen staatlicher Stellen, nun auch Anfragen von jedermann aufgelistet sind. Letzten Monat waren es demnach 1,2 Millionen Löschungen.

Welches Ausmaß diese Anfragen von Personen/Unternehmen hat, zeigt eindrucksvoll der letzte Monat. So wurden im letzten Monat in mehr als 1,2 Millionen Fällen Adressen aus der Google-Suche entfernt. Darunter waren insgesamt 24.129 Domains – die Content-Industrie hatte es besonders auf Bittorrent-Seiten abgesehen.

Transparency Report: Wer überprüft, wer löscht?

Google hat mittlerweile das Vorgehen verteidigt und die Praxis folgender Maßen erklärt: So meldet zunächst ein Unternehmen eine ihrer Meinung nach fragwürdige Seite. Google schaut sich die Anschuldigungen an und wenn das Unternehmen die Anschuldigen nachvollziehen kann, versendet es eine Verwarnung mit dem Hinweis, die angemerkte Kritik von der Seite zu entfernen. Ignoriert der Inhaber der betroffenen Seite den Hinweis nun, wird das so genannte „Notice-and-Takedown-Verfahren“ eingeleitet – sprich Löschung des Inhaltes. Dabei sind bereits Fälle bekannt, in denen es einfach nur um Konkurrenz ging.

Was leider nicht aus dem Report hervorgeht, sind die Personen dahinter? Wer leitet das Löschen, wer leitet die Überprüfung an die entsprechenden „Fachleute“ weiter. In der Regel dauert eine Bearbeitung rund elf Stunden – recht schnell für manuell fragwürdig einzustufenden Content, oder? Zudem werden satte 97 Prozent der angeprangerten Inhalte laut Google tatsächlich aus dem eigenen Index entfernt. Trotz der berechtigten Kritik, muss Google Inhalte aus der eigenen Suche löschen. Dabei sollte allerdings der Fokus lediglich auf Kinderpornografie und schweren Urheberrechtsverletzungen liegen. Der Transparency Report steht zur Einsicht nur einen Klick entfernt zur Verfügung.

Via: Caschy

Bildrechte-Teaser: (c) kebox – Fotolia.com

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2 Kommentare

  1. Ich glaube hier wäre noch wichtig die Perspektive zu sehen – bei mehreren Milliarden Seiten ist das nämlich eine verschwindend geringe Zahl. Und soweit ich weiß, geht es hier hauptsächlich um so Links wie „Watch Avengers free online“ – wo sich quasi die Rechtsverletzung schon aus dem Titel ergibt.

  2. Markus Henkel am

    Es geht ja nicht um die Löschung selbst. Sondern vielmehr um das „Wie“. Ich sehe nicht heraus, wie Google genau vorgeht. Sitzen dort Juristen, die sich diesem Fall annehmen? Wohl eher nicht. 11 Stunden Prozess finde ich persönlich auch fraglich. Rechtsverletzung hin oder her – die Transparenz bei Urheberrechtsverletzung ist eigentlich völlig unklar. Wie wollen die Unternehmen über die Netzwerke diese feststellen? Nur nach dem Namen des Pakets darfste ja nun nicht gehen – nun ja, außer in den USA…

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