Höflichkeit 2.0 oder Leitplanken fürs Social Web

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Die Mitgliedschaft bei Facebook, XING und Co. wirft zwangsläufig  die Frage nach dem richtigen Verhalten auf. Zumindest bei denjenigen, die es nicht egal finden, welchen Eindruck sie im Netz hinterlassen. Das Magazin managerSeminare hat einen ansprechenden, weil undogmatischen und doch informativen „Social-Media-Knigge“ veröffentlicht.

Huiuiui…Gar nicht so einfach, das mit dem korrekten Verhalten im Netz, präziser: in den sozialen Netzwerken. Aber was ist schon wirklich „korrekt“ auf dieser großen Kommunikationswiese? Gibt es ein allgemeingültiges Regelwerk, oder muss man das Ganze personenspezifisch betrachten? Und wenn ja: Welche Regeln treffen auf mich persönlich am ehesten zu?

Ich denke, diese Fragen sind durchaus berechtigt, denn was für andere bei Facebook und Co. gilt, muss meiner Meinung nach ja nicht unbedingt 1:1 auf mich übertragbar sein. In der aktuellen Ausgabe des Weiterbildungsmagazins managerSeminare bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, in dem wichtige Prinzipien und Tipps zum richtigen Benehmen im Netz als lockerer Knigge zusammengestellt werden.

1. Regel: Online gelten dieselben Regeln wie offline. Will heißen: Jene Umgangsformen, die man jenseits des Internets pflegt, haben auch im Netz ihre Gültigkeit. Hemmungsloses Duzen auf Facebook ist also genauso tabu wie das „Trollen“, also das absichtliche Provozieren oder Beleidigen.

2. Regel: Mit Kontaktanfragen richtig umgehen: Hier ist die Plattform entscheidend, denn bei Facebook eher wahllos seinen „Freundeskreis“ zu erweitern, ist weniger wild als etwa bei XING. Hier gilt die Zusammenstellung nach dem Gießkannenprinzip eher als unhöflich. Interessant wird es beim Thema „befreundet sein mit dem Chef“. Hier ist es tendenziell eher ratsam, den Kontakt auf XING zu beschränken. Klar, als Mitarbeiter einer PR-Agentur, in der generell ein lockerer Umgangston herrscht und alle den Chef duzen, kann man mit diesem ruhig auch auf Facebook befreundet sein und sich hin und wieder mit ihm austauschen. Anders sieht es dagegen aus, wenn man in einer eher hierarchisch geprägten konservativen Firma arbeitet. Da lässt man wohl eher die Finger davon, den Chef in seinem Freundeskreis aufzunehmen, denn auf Facebook werden mitunter Einblicke in die Privatsphäre gewährt, wie sonst nirgendwo.

3. Regel: Postings sollten prinzipiell nicht zum „Link-Schleudern“ mißbraucht werden. Wer beim geschäftlichen Networking nur auf Geschäftliches setzt und zu viel Professionelles oder Eigenwerbung postet, der macht sich damit nicht unbedingt beliebt und steht irgendwann als Außenseiter da. Privates darf ruhig gepostet werden, jedoch nichts Intimes. Die Themen Religion, Krankheit, Sex und Familie sollten komplett ausgespart werden, durchblitzen dürfen laut Social-Media-Profis aber gerne Hobbys und Interessen. Auch politische Statements dürfen gepostet werden – so sie denn sachlich formuliert sind.

4. Regel: Bitte keine Shitstorms. Kontroverse Diskussionen und Kritik sind erlaubt, sollten aber sachlich geführt bzw. vorgebracht werden und dann nicht im großen Forum sondern im Zwiegespräch.

5. Regel: Begrenzen Sie Ihre Kommunikation, um Ihr Eigenwohl zu schützen: Wird man via Social-Media-Plattform in Endlos-Dialoge mit entfernten Bekannten verwickelt, so muss man lernen, unter Angabe eines triftigen Grundes höflich das Gespräch zu beenden. Wichtig widerum ist es, auch in das Netz mit sozialem Kapital „einzuzahlen“. Soziale Netzwerke sind ein stetes Geben und Nehmen, daher sollte man auch mal Informationen weiterleiten oder Bekannte vermitteln. Wer nur soziales Kapital abstaubt und nichts abgibt, wird, so schreibt der Autor Gillies, als „Leecher“ (Blutegel) verschrieen.

6.: Last but not least. Schön auf dem Boden des geltenden Rechts bleiben. Mobbing von Frauen, auch wenn es „nur lustig gemeint“ war, ist genauso inakzeptabel wie Schmähkritik und das Verraten von Firmeninterna.

Via: managerSeminare, Ausgabe 176, Vovember 2012, S.40-44.

 

Bild: © cirquedesprit – Fotolia.com

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