Informationssucht – Vom Segen und Fluch der modernen Medien

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Das 2-jährige Kind eines Südkoreaners starb, weil der Vater sich tagelang in Internet-Cafés herumtrieb – Was wie eine grausige Geschichte aus einem Thriller klingt, ist traurige Wahrheit. Der 22-Jährige hat seinen Sohn verhungern lassen, weil er selbst internetsüchtig ist und seiner Aufsichtspflicht nicht nachkam.

Schatten- und Sonnenseiten des World Wide Web

Die modernen Medien haben unser Leben tiefgreifend beeinflusst. Ein Leben ohne Fernseher, Radio oder Computer wäre für die meisten Menschen nicht mehr vorstellbar. Besonders das Internet ist aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken und hat in Zeiten der modernen Kommunikation den althergebrachten Brief abgelöst und Einzug in nahezu alle Bereiche der Arbeitswelt und das Privatleben Einzug gehalten. Es macht das Leben komfortabel: Von Zuhause aus die neusten Filme sehen, die aktuellsten News lesen oder online Spiele spielen.

Das World Wide Web scheint Lebensgrundlage geworden und gleichzeitig eine der Schattenseiten der digitalen Welt zu sein. Dank Smartphone, Tablet-PCs und mobilem Internet in Höchstgeschwindigkeit zu Flatrate-Preisen sind wir immer online und auf dem neusten Stand. Wir sind mit anderen Menschen aus Ländern rund um den Globus vernetzt und können uns jederzeit alle nötigen Informationen aus dem Netz ziehen. Eine Gefahr, die häufig unterschätzt wird, ist die der Informations- und Internetsucht. Schon der Job bringt es häufig mit sich, viel Zeit im Internet zu verbringen. Aber: Nicht jeder, der viel Zeit im Web verbringt, ist auch gleich internetsüchtig. Gefährlich wird es erst, wenn man die Realität von der Scheinwelt nicht mehr unterscheiden kann.

Indizien der Informations- und Internetsucht

Auch wenn es keine Substanzen wie Alkohol oder Tabletten sind, von denen man abhängig ist, stellt die Informations-und Internetsucht eine ernstzunehmende Krankheit dar. Besonders in unserer heutigen Zeit darf diese Form der substanzlosen Sucht nicht unterschätzt werden.

Es gibt verschiedene Indizien, an denen man erkennen kann, ob man selbst oder jemand anders internetsüchtig ist und ob Handlungsbedarf besteht. Gefährlich wird es:

  • wenn vor dem Aufstehen oder dem Einschlafen im Bett E-Mails, News oder Neuigkeiten in sozialen Netzwerken überprüft werden,
  • wenn man rund um die Uhr online und erreichbar ist,
  • wenn der Computer wichtiger als das Zusammensein mit Menschen geworden ist,
  • wenn es unvorstellbar scheint, einen ganzen Tag nicht online zu sein oder
  • wenn alles andere unwichtig erscheint.

Angetrieben vom inneren Zwang, sich vor den Computer setzen zu müssen, obwohl es einen nicht zufrieden macht, werden persönliche Kontakte oder der normale Tagesablauf ins Abseits gedrängt. Der Internetsüchtige kapselt sich zunehmend von seinem sozialen Umfeld ab.

Besonders junge Menschen sind betroffen. Repräsentative Studien vermelden erschreckende Ergebnisse: In Deutschland sind demnach etwa 1 Prozent der jungen Leute internetsüchtig und ca. 10 Prozent sind gefährdet. Besonders häufig sind Jugendliche betroffen, die intensiv in sozialen Netzwerken aktiv sind oder Onlinespiele spielen.

Informationssucht am Arbeitsplatz

Aber nicht nur der Freizeitbereich und nicht nur Jugendliche sind von dieser Entwicklung betroffen. Auch vor dem Arbeitsplatz macht die Welle der Informationssucht nicht halt. In den Medien ist immer wieder vom Burnout-Syndrom zu lesen, von Mitarbeitern, die einfach nicht off-gehen können. Nicht selten endet dieses fatale „Aufblühen für den Job“ in einer Katastrophe für den Angestellten oder den Chef. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, kein Smartphone-Abhängiger zu werden:

  • Es können Bearbeitungszeiträume für den E-Mailverkehr eingerichtet werden, in welchen nur die Mails bearbeitet werden bzw. können E-Mails, die keine lange Bearbeitungsdauer haben, sofort bearbeitet werden.
  • Das Kategorisieren oder Sortieren der E-Mails schafft Überblick und erleichtert das Abarbeiten.
  • Das Abrufen der Mails auf dem Smartphone sollte, sofern das schnelle Lesen der digitalen Post nicht nötig ist, manuell erfolgen.
  • Die Pausen und die Freizeit dienen der Erholung. Das Smartphone sollte aus- oder in den Flugmodus geschaltet werden.
  • Auch beim Smartphone oder dem Handy gilt: Strukturieren der Telefonate bringt Übersicht und spart Zeit.

Kranke Mitarbeiter kosten Geld

„Immer schneller und immer mehr“ scheint das Credo zu sein. Aber der Arbeitnehmer ist kein Hochleistungssportler, der ohne Pause immer 100 Prozent Leistung bringen kann. Es müssen gezielte Maßnahmen in den Betrieben angestrebt werden, um steigende Krankenzahlen besonders auch im psychischen Bereich entgegenzuwirken. Und besonders der Chef sollte daran interessiert sein, dass es seinen Mitarbeitern gut geht, denn wer krank ist, kann keinen Gewinn erwirtschaften. Und besonders Angestellte, bei denen sich der Stress in die Seele gebrannt hat, fehlen oft lange und die Kosten für eine Therapie sind hoch. Allein aus diesen Gründen lohnt es für einen Arbeitgeber immer, zu handeln, um psychische Belastungen zu minimieren.

Gesundheitsprävention durch betriebliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen

Betriebliches Gesundheitsmanagement liefert eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu schützen. Grundsätzlich stehen die Verhaltens- und Verhältnisprävention im Fokus des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Ziel ist es, in einer Kombination aus beidem das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiter zu stärken sowie den Arbeitsplatz möglichst belastungsarm zu gestalten. So können Gesundheitstage, Firmenfitness-Programme oder Sportevents veranstaltet werden, um die Mitarbeiter zu sensibilisieren, um Gesundheitsbelastungen rechtzeitig zu erkennen und gezielt zu bekämpfen. Gesundes Essen in der Kantine, gesundheitsbewusster Umgang mit Kommunikationsmedien sowie die Schulung von Führungskräften zum Thema „Gesund Führen“ sind Beispiele aus der Verhältnisprävention, die das ganzheitliche Gesundheitsmanagement abrunden.

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