Janana´s Gold: Suchmaschinen spielerisch „richtig“ bedienen? (Interview)

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Jedes Unternehmen, egal in welcher Branche kennt das Problem – Datenflut. Die Menge der zur Verfügung stehenden und zu verwaltenden Daten steigt kontinuierlich an. Unübersichtlich und kaum zu beherrschen. Auf der diesjährigen Re:publica, wo auch sonst, traf ich den Österreicher Michael Weberberger, der sich mit der effizienten Suche im Netz seit Jahren auseinandersetzt. Sein Projekt Janana´s Gold geht dabei spielend mit dem zu findendem Wissen um. Das Motto: Fast „alles“ Wissen gibt es online. Frage dabei: Wie findet sich im Informationszeitalter ein effizienter Umgang mit Daten – eine Suche nach dem Unterschied zwischen vertrauenswürdigen Quellen und wertlosen. Im Gespräch erklärte Michael näheres.

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Michael, als Du mir Dein Projekt vorstelltest, dachte ich sofort an eine Bande Jugendlicher, die über Stock und Stein Aufgaben und Zielen hinterher jagen. Doch so ist das ja nicht wirklich. Kannst Du kurz erzählen, was sich hinter dem Projekt Janana´s Gold verbirgt?

Michael Weberberger

Janana‘s Gold ist eine Schatzjagd – insofern ist dein Bild im Kopf schon ganz gut. Allerdings findet bei Janana alles online statt, quasi von der Couch aus. Die Schatzjäger müssen nirgendwo hin. Sie können alle Aufgaben online lösen und finden den Schatz auf Google Maps. Sechs Rätsel führen sie dort hin. Die ersten, die dieses Rätsel schnell und richtig lösen können, bekommen Gewinnpreise – sie teilen sich sozusagen den Schatz. Die Chance dazu gibt‘s immer sonntags. Beginn ist 20:00 Uhr. Ab da geht die jeweils aktuelle Schatzjagd los.

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Die Virtuelle Schatzjagd ist demnach ein Online-Event. Beteiligte können/dürfen/sollen auf der Suche nach dem geforderten Wissen Dienste wie Google, Wikipedia und andere Plattformen, auch analoge Bücher sind erlaubt, nutzen. Ich schreibe ja nun meist über Gadgets und andere technische Errungenschaften. Seit einigen Wochen ist regelmäßig auch der Mittelstand dabei. Was hätte dieser davon, bei Dir auf die erwähnte Schatzjagd zu gehen? Du erwähntest die Effizienz bei der Online-Recherche.

Michael Weberberger

Die Schatzjagden stehen jeweils unter einem bestimmten Titel. Beispielsweise „Alles Gute kommt von oben“ oder „Außer Kontrolle“. In der Redaktion der Rätsel beleuchten wir den Titel dann jeweils von unterschiedlichen Seiten. Wie würde ihn ein Physiker sehen? Wie ein Geograph? Wie ein Mediziner? Gibt es Bücher oder Filme zu dem Thema? Daraus ergibt sich ein Mix an Rätselfragen, von denen man einen Teil vielleicht tatsächlich weiß. Den Großteil wird man aber recherchieren müssen und das ist die eigentliche Idee hinter Janana‘s Gold.

In einer Welt, in der nahezu alle Information der Menschheit online verfügbar ist geht es weniger darum, was man selbst weiß. Vielmehr ist es ein großer Vorteil im Leben, beruflich wie privat, wenn man weiß, wie man an diese Information kommt, in der Minute in der ich sie brauche. Wer gut online suchen und vor allem finden kann, ist klar im Vorteil.

Unser Bildungssystem wird darauf reagieren müssen. Und auch die Unternehmen. Täglich werden allein in Deutschland und nur auf Google 140 Millionen Suchen durchgeführt. Da sind andere Suchmaschinen und Quellen wie Wikipedia, Wolfram Alpha, IMDb oder ähnliches noch gar nicht mitgezählt. Da wird eine Menge Zeit damit verbracht zu suchen, ein Großteil davon während der Arbeitszeit. Es lohnt sich also darüber nachzudenken, was getan werden kann, um diese Tätigkeit möglichst effizient zu gestalten.

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Welche persönlichen Erfahrungen habt ihr mit Unternehmen? Nehmen diese die von Dir in Berlin erwähnte 300-prozentige Zeitersparnis mit in die Arbeitsabläufe des Unternehmens? Aus Spiel wird sozusagen Ernst?

Michael Weberberger

Wir haben uns den Umgang mit den Rätseln, die wir den Schatzjägern stellen, genau angesehen – mit sehr interessanten Ergebnissen. Die meisten Schatzjäger können die Rätsel lösen. Die Schnellsten brauchen dafür etwa 15 bis 20 Minuten. Der Durchschnitt fast eine Stunde. Beide finden die Lösung. Die einen aber in einem Drittel der Zeit! Legt man das auf die erwähnten 140 Millionen Suchen jeden Monats um, kann man sich ausrechnen, wie viel Zeit sich jeder von uns täglich sparen könnte, wenn er so gut recherchieren kann, wie unsere Schnellsten.

Wir sehen auch, dass diejenigen, die bei Janana‘s Gold mitmachen, mit der Zeit besser werden. Online zu recherchieren ist Übungssache. Wenn ich einmal weiß, dass es neben Google auch noch andere Tools gibt, die mich manchmal deutlich schneller zum Ziel führen, hilft mir das bei jeder weiteren Suche in diesem Bereich. Und wenn wir bei Google bleiben macht schon alleine die Art, wie ich meine Suchanfrage formuliere einen Unterschied in Bezug auf den Wertgehalt meiner Ergebnisse aus.

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Wie muss ich mir das Spiel in der Praxis vorstellen?

Michael Weberberger

Man kann sich jederzeit auf JananasGold.com ein Ticket für die nächsten Schatzjagden besorgen. Aktiv los geht es dann jeweils Sonntag 20:00 Uhr. Ab da stehen die Rätsel zur Verfügung und man dann loslegen. Jedes Rätsel ist einem Ort auf Google Maps zugeordnet. So reist man virtuell, wie Indiana Jones, von einem Hinweis zum nächsten. Egal, ob man die Rätsel richtig oder falsch löst, landet man am Ende auf einem Punkt auf Google Maps, an dem man virtuell nach dem Schatz gräbt. Und erfährt in derselben Sekunde, ob man sich am richtigen Ort befindet und wer vielleicht zuvor diesen Schatz gefunden hat. Das gibt einen extremen Kick, denn die Ersten erhalten ja die Preise.

Das Ganze ist wie ein Turnier organisiert. Die Schatzjäger zahlen eine Teilnahme-Fee von 6,90 Euro, das wir in das Projekt und die Preise investieren. Das heißt je mehr Leute mitmachen, desto wertvoller und mehr werden die Preise. Das geht von Amazon Gutscheinen über iPads und MacBooks bis zu Autos und Reisen für die Schnellsten.

Wer nur den Rätselspaß haben, oder einfach seine Suchfähigkeiten trainieren möchte, kann aber auch kostenlos im Archiv mitmachen. Dort stehen alle Schatzjagden, die wir bisher veranstaltet haben, gratis zur Verfügung. Man findet dort auch die Lösungen und die Top 10 des jeweiligen Events.

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Wie sieht die Nacharbeit aus? Werden die Sucherfolge, das Vorgehen des einzelnen nachträglich besprochen?

Michael Weberberger

Wir kommunizieren mit unseren Schatzjägern sehr intensiv über Social Media. Insbesondere auf Facebook und Twitter. Einige sind auch bereit, ihre Tipps und Tricks, mit den anderen zu teilen. Mit anderen davon haben wir bereits Video-Interviews gemacht, die auf unserem YouTube Channel jedem zur Verfügung stehen.

Wir bemühen uns auch während der Woche, die Suchfähigkeiten und das Bewusstsein dafür zu schärfen. Jeden Dienstag gibt es ein Dienstagsrätsel, bei dem die ersten 20, die die Lösung finden, Tickets für die nächste Schatzjagd bekommen. Regelmäßig fordern wir unsere Fans auch mit einem Video-Rätsel heraus – unserer JG Brain Nut. Und auch „Wer/Was bin ich?“ oder Google Bilder Rätsel sind auf unserer Facebook Wall zu finden.

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