Open Access: Großbritannien will das wissenschaftliche Publikationssystem reformieren

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Großbritannien will bis 2014 das britische Publikationssystem für wissenschaftliche Arbeiten reformieren. Das Bezahl-Modell soll über das Internet effektiver und günstiger gestaltet werden. Einsparungen sowie soziale und wirtschaftliche Vorteile sind das Ziel. Wikipedia Mitgründer Jimmy Wales ist mit an Bord.

David Willetts, Minister für Hochschul- und wissenschaftliche Angelegenheiten hat heute bekanntgegeben, dass sich das britische Publikationssystem für wissenschaftliche Arbeiten einer Reform unterziehen muss. Bei dem Aufbau des neuen Systems soll der bekannte Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales beratend zur Seite stehen. Das Ganze nennt sich Open Access und soll sich mit öffentlichen Geldern selbst tragen und der Öffentlichkeit später zur Verfügung stehen.

Fast 70 Millionen Euro Kosten

Trotz zusätzlicher Kosten in Höhe von 50 bis 60 Millionen Pfund (65 bis 75 Millionen Euro), verspricht sich die Regierung einen wirtschaftlichen und sozialen Vorteil. So sieht das bisherige System vor, dass die Verlage gegen Bezahlung Arbeiten veröffentlichen und Bibliotheken diese Zeitschriften abonnieren dürfen. Das als „Subscriber Pays“ bekannte System verursacht jährlich Kosten von etwa 200 Millionen Pfund und soll mit dem „Author-Pays-System“ ersetzt werden. Bei ihm wird für die Einreichung gezahlt, zudem erscheinen die Arbeiten nach einem „Peer Review“, der von anderen Forschern getätigt wird,  im Internet. Anfallende Gebühren, die durch das Einreichen entstehen, fängt nach eigenen Angaben ein britischer Forschungsetat auf. Die Verlage verdienen so auch weiterhin am Druck.

Bis 2014 soll der Wandel abgeschlossen sein. Auch wenn das Projekt weiterhin hohe Kosten verursacht, im Vergleich zu den etwa 4,6 Milliarden Pfund an Forschungsausgaben, die London jährlich ausgibt, ist das ein Witz. Der Guardian hat das Mehr an Summen geprüft und kommt sogar auf ein anderes Ergebnis: Die Kollegen dort sprechen von lediglich zehn Millionen mehr Aufwand.

Grenz-übergreifend noch nicht geklärt

David Willetts möchte nun mit allen beteiligten Parteien in Beratung treten. Er hofft, dass das System in Europa Schule macht und von allen Ländern übernommen wird. Verzwickt: Im Jahre 2010 wurden etwa 46 Prozent der wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Großbritannien mit internationaler Beteiligung publiziert. Wie ausländische Parteien an dem System verdienen, ist noch nicht geklärt.

Via: bis.gov.uk

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