Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für die ungemütliche Jahreszeit

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Arbeitsschutz-Portal informiert über PSA für widrige Witterung

Schon wieder stehen Herbst und Winter vor der Tür. Um genauer zu sein, haben sie schon den Fuß drin. Und schon wieder ist es für alle, die im Freien arbeiten, Zeit, sich Gedanken über die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für den Herbst und den Winter zu machen. Regen, Schnee, Wind und Kälte sind einfach unangenehm. Besonders strapaziös sind diese Witterungsbedingungen aber für die, die draußen arbeiten müssen. Und sie können krank machen. Vom kleinen Schnupfen bis zu chronischen Krankheiten ist alles möglich. Glatte und vereiste Wege, Straßen und Treppen sorgen für eine höhere Unfallgefahr. Laut der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) ist der Krankenstand im Winter in der Regel höher als im Sommer. Gerade erst veröffentlichte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) vorläufige Unfallzahlen für das erste Halbjahr 2013: Die Anzahl der Wegeunfälle stieg um unglaubliche 12,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum! Ein Grund dafür ist laut DGUV der strenge und lange Winter 2012/2013 mit reichliche Schnee und Glätte.

Neben der Unfallverhütung und dem Gesundheitsschutz gibt es aber ein weiteres Argument für gute PSA: Wer bei der Arbeit friert oder schwitzt, fühlt sich unwohl, was in der Regel eine schlechtere Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft bedeutet.

Arbeit mit Gesundheitsrisiken

Arbeit im Freien bei Wind und Wetter ist und bleibt trotz aller PSA unangenehm und birgt höhere Krankheits- und Unfallrisiken als der Job im Büro. Mit Wetterschutzkleidung, also Schutzkleidung gegen Regen und Kälte, und dem richtigen Schuhwerk können Sie die Arbeitsbedingungen aber zumindest verbessern und sicherer machen.

Schutz auf Baustellen und an besonderen Arbeitsstätten

Dass Menschen, die im Freien arbeiten, einen besonderen Schutz brauchen, ist klar. Im Anhang der Arbeitsstättenverordnung werden „Ergänzende Anforderungen an besondere Arbeitsstätten“ beschrieben. Diese betreffen „Nicht allseits umschlossene und im Freien liegende Arbeitsstätten“ und „Zusätzliche Anforderungen an Baustellen“. Hier ist geregelt, welche Maßnahmen der Arbeitgeber ergreifen muss, um Beschäftigte bei extremen Witterungsbedingungen zu schützen. Wenn technische oder organisatorische Maßnahmen nicht möglich sind oder nicht ausreichen, muss der Arbeitnehmer geeignete PSA zur Verfügung gestellt bekommen. Doch was ist nötig? Was ist qualitativ gut? Was bietet ausreichend Schutz?

PSA – welche sollte es sein?

Ob PSA angebracht ist oder nicht – und auch welche Art der PSA am sinnvollsten ist, ergibt die Gefährdungsbeurteilung. Dabei ist zu beachten, ob die PSA „nur“ vor Witterungseinflüssen schützen muss, oder ob sie gleichzeitig den Vorschriften für Warnschutzkleidung entsprechen muss. Besonders im Straßenbau kommt es vor, dass Wetterschutzkleidung auch eine Warnschutzfunktion bieten muss. Ist der Beschäftigte neben strapaziösen Witterungsbedingungen auch mechanischen Einwirkungen, Flammen, Stäuben oder Gefahrstoffen ausgesetzt? Dann muss PSA her, die auch noch davor schützt.

Eine gute Übersicht über die Auswahl, die korrekte Benutzung und den Erhalt des ordnungsgemäßen Zustands der PSA bietet die BGR 189: „Benutzung von Schutzkleidung“. Gemäß dieser BGR sollte bei Temperaturen von weniger als -5°C Kälteschutzkleidung zum Einsatz kommen. Bei Umgebungstemperaturen bis -5°C muss der Arbeitgeber Wetterschutzkleidung zur Verfügung stellen, wenn technische oder organisatorische Maßnahmen nicht greifen. Wetterschutzkleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung ermöglichen. Das heißt: Sie soll den natürlichen Thermoregulationsprozess des menschlichen Körpers unterstützen, damit Schweiß abtransportiert und gleichzeitig die Wärme am Körper gehalten wird.

Wetterschutzkleidung ist in drei Klassen eingeteilt, je nach Wasserdampfdurchgangswiderstand. Je höher die Klasse, desto effektiver der Feuchtigkeitstransport nach außen und desto besser der Schutz vor eindringender Feuchtigkeit.

Meine PSA trag ich nicht!

Wenn die laut Gefährdungsbeurteilung angemessene PSA im Haus ist, sollten die Beschäftigten diese auch tragen. Der bestmögliche Tragekomfort ist dafür ein ganz wichtiges Argument. Wenn die Wetterschutzjacke die Bewegungsfreiheit behindert, wenn die Überziehhose rutscht, wenn die Handschuhe am Zupacken hindern, dann wird der Beschäftigte es vermeiden, seine PSA zu tragen.

Die Materialien als auch Schnitte und Designs von Schutzkleidung werden zum Glück jedoch immer moderner und funktioneller. So dürfen sich Beschäftigte auch bei der Arbeit wohlfühlen.

Das Zwiebelprinzip wirkt

Grundsätzlich ist bei der PSA für Herbst- und Winter das „Zwiebelprinzip“ sinnvoll: Tragen Sie mehrere Lagen Kleidung übereinander und ziehen Sie überflüssige Lagen bei Bedarf aus. Die Unterwäsche sollte die Feuchtigkeit nach außen transportieren, wo idealerweise eine eventuelle Fleeceschicht Feuchtigkeit aufnimmt und für Wärme sorgt. Die oberste Kleidungsschicht sollte Nässe vom Körper abhalten.

Funktion erhalten durch richtiges Verhalten

Funktionelle Kleidung nutzt sich ab. Beschichtungen können porös werden, mechanische Einwirkungen oder solche durch Chemikalien tragen ihren Teil dazu bei, dass der Schutz mit der Zeit abnimmt. Deswegen sollte PSA vor jeder Benutzung überprüft werden. Außerdem sollten die Herstellerinformationen befolgt werden, was die Aufbewahrung und die Reinigung der Schutzkleidung angeht. Betriebsanweisungen für die PSA sind vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen. Ob bei einer Versetzung, einer Neueinstellung, bei der Einführung neuer Arbeitsmittel oder nach Unfällen: Unterweisungen sind Pflicht! Die Mitarbeiter müssen schließlich wissen, wie sie ihre PSA einsetzen und behandeln müssen. Grundsätzlich sind Unterweisungen einmal jährlich zu wiederholen.
Auch die Etiketten der Kleidung sollten einige Informationen bieten. Das CE-Kennzeichen und die Schutzklasse zum Beispiel. Symbole, etwa ein Regenschirm oder eine Schneeflocke, geben Aufschluss über die Schutzfunktion, die das jeweilige Kleidungsstück erfüllt. Wetterschutzkleidung sollte nach DIN EN 343 genormt sein, Kälteschutzkleidung nach DIN EN 342. Allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung beschreibt die DIN EN 340.

Von Schuh bis Helm auf Sicherheit eingestellt

Bei der PSA geht es allerdings nicht nur um Kleidung: Vergessen Sie nicht, Ihre Hände, bei Bedarf auch Gesicht und Ohren zu schützen!

Übrigens gilt winters wie sommers: Stimmen Sie Ihre Arbeitsorganisation auf die Witterungsverhältnisse ab! Regelmäßige Pausen in beheizten Räumen sollten selbstverständlich sein.

Weitere Informationen: http://bit.ly/psa-im-as-po

Bild: © panthermedia.net, Katharina Wittfeld

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