Pflegedokumentation soll schlanker werden

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Ab sofort soll die Dokumentation in der stationären und ambulanten Pflege ohne Abstriche bezüglich ihrer Aussagekraft im Umfang reduziert werden. Darauf einigten sich Vertreter der Pflegekassen und der Pflegeanbieter. Es wurde ein förmliches Beschlussverfahren eingeleitet. Damit werden Vorschläge aus dem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums aufgegriffen, welcher zu einer Entbürokratisierung in der Pflege führen soll. Somit dürfte der bisher notwendige Dokumentationsaufwand in den Pflegeeinrichtungen deutlich verringert werden.

Pflegedokumentation – die Hintergründe

Um die Qualität der Pflege sicherzustellen, wurde die Pflegedokumentation eingeführt. Sie ist eine wichtige Grundlage der Pflege und dient der Kommunikation mit allen an der Pflege beteiligten Personen – auch dem Pflegebedürftigen selber und dessen Angehörigen. Zudem sorgt eine Pflegedokumentation für Transparenz. In den letzten Jahren wurde die Pflegedokumentation immer umfangreicher – die dafür aufgewendete Zeit fehlte dann in der eigentlichen Pflege des Bedürftigen.

Begleitet wurde das Projekt zur Entbürokratisierung der Pflege vom GKV-Spitzenverband und den Verbänden der Pflegeanbieter. Es wurde bereits ein Beschlussverfahren eingeleitet, welches die vereinfachte Pflegedokumentation flächendeckend ermöglicht. Dadurch steht künftig mehr Zeit für die Pflege zur Verfügung.

Die Pflegedokumentation ist in der modernen Kranken- und Altenpflege ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Wird sie einfach unterlassen, drohen falsche Versorgungen des Pflegebedürftigen, da das Pflegepersonal nicht über aktuelle Entwicklungen im Krankheitsfall oder über eine neue Medikation unterrichtet ist.

Auch bei der Wundversorgung ist die Dokumentation aller ergriffenen Maßnahmen ein elementarer Bestandteil der Pflege. Bei lückenhafter Dokumentation kann es schnell zu einer unübersichtlichen Datenlage kommen. Denn Erkrankungen sind komplex und führen häufig eine lange Behandlungsdauer sowie eine langwierige Pflege nach sich. Für neue therapeutische Maßnahmen ist es aber unverzichtbar, den gesamten Krankheitsverlauf zu kennen. Und dies wird ausschließlich durch eine standardisierte und exakte Pflegedokumentation erreicht.

Das wird künftig anders

Zukünftig sollen beispielsweise in der Grundpflege die Pflegeeinrichtungen nur noch diejenigen Ereignisse bzw. Leistungen dokumentieren, die von der üblichen Pflegeplanung abweichen. Die Dokumentation von Routinetätigkeiten in der Grundpflege entfällt somit gänzlich.

Bisher waren 13 Themenfelder bei den Pflegebedürftigen überprüft worden.

  • Arzneimitteleinnahme
  • Epithelisierung
  • Ernährung
  • Granulation
  • Grunderkrankung
  • Komplikationen
  • Mobilität
  • Schweregrad
  • Wundgröße
  • Wundinfektionen
  • Wundlokalisation
  • Wundmorphologie (Form und Struktur)
  • Wundversorgung
  • Diese werden demnächst auf fünf reduziert.

    Bild: © Stockbyte/Thinkstock

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