Schlüssel der Verständigung

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Die beiden Persönlichkeitstrainerinnen Katinka Kaess und Nina Schabel-Pittracher leiten das Seminar ‚Die 7 Schlüssel wirksamer Kommunikation‘ am 10./11. Dezember 2014 in Starnberg und am 27./28. Januar 2015 in Frankfurt/M. Ein Interview.

MFS: Was sind die Inhalte Ihres Seminars – ganz kurz und prägnant?

Katinka Kaess: Wir vermitteln die 7 Schlüssel der Kommunikation. Sie helfen bei der Reflektion des eigenen Verhaltens und dabei, mit Klarheit zu kommunizieren. Es sind Techniken, die helfen, Gespräche zu guten Ergebnissen zu führen und es dreht sich viel um die Haltung, in der der Einzelne kommuniziert.

MFS: Können Sie einige Beispiele nennen?

Katinka Kaess: Sicher. Achtsamkeit ist einer der Schlüssel. Dabei geht es um die Wahrnehmung von sich und anderen. Die Wortwahl ist ein weiterer Schlüssel. Er steht für die kluge Verwendung von Fragen und Formulierungen. Und professionelles Feedback, als zentrale Führungsaufgabe und Basis für konstruktive Zusammenarbeit, ist ein dritter Schlüssel.

MFS: Welchen Schlüssel empfinden Sie als den wichtigsten?

Nina Schabel-Pittracher: Jeder ist wichtig – aber nicht in jeder Situation gleich stark. Im Seminar legen wir Wert auf die Frage nach der genauen Situation, in der sich ein Mensch befindet und trainieren mit den Teilnehmern, achtsam zu sein im Kontakt mit anderen. Da gibt es passende Methoden, mit denen wir gerne arbeiten, wie beispielsweise action inquiry. Die Teilnehmer lernen, bevor sie in eine Kommunikation gehen, den Blick weit zu öffnen, innerlich eine zielfördernde Haltung einzunehmen und zu antizipieren, wie es dem anderen geht. So können sie auch die nonverbalen Reaktionen erkennen und auf ihr Gegenüber eingehen. Das ist meist der schwierigste Part für die Teilnehmer.

MFS: Wie arbeiten Sie mit den Teilnehmern?

Nina Schabel-Pittracher: Wir liefern theoretische Hintergründe, erfragen die kritischen Kommunikationssituationen der Teilnehmer und üben in Kleingruppen die Wirkung verschiedener Verhaltensänderungen. Für die Teilnehmer ist das oft beflügelnd, weil sie ihr Kommunikationsmuster und ihren Anteil an gelungener und misslungener Kommunikation erkennen. Das Ausprobieren und Üben neuen Verhaltens ist spannend und macht auch Spaß. Es bringt alle Teilnehmer voran.

MFS: Können Sie eine entsprechende Situation aus Ihrem Seminar beschreiben?

Katinka Kaess: In einem früheren Seminar hatten wir einen Manager, der nach Führungsgesprächen mit seinen Mitarbeitern immer das gute Gefühl hatte, motiviert zu haben. Dennoch waren seine Mitarbeiter hinterher oft verschlossen, was er nicht verstand. Wir haben so ein Führungsgespräch gespielt und dabei wurde ihm und allen Teilnehmern klar, dass er durch Argumente direktiv mehr überredete als überzeugte. Und vor allem, dass er seine Mitarbeiter weder emotional abgeholt noch eingebunden hat. Wir haben geübt, dass er weniger Redeanteile hat, mehr Neugier und Empathie für den anderen zeigt und mehr Fragen stellt. In der Pause haben wir von ihm das Feedback bekommen, dass ihm niemals klar war, wie sehr er seine Mitarbeiter an die Wand geredet hat. Er war ehrlich betroffen, das so lange Zeit nicht bemerkt zu haben. Aber auch erleichtert durch das Training des neuen Verhaltens zu wissen, wie die Gespräche künftig laufen sollen. Das war ein toller Moment für uns.

MFS: Mit welchen Widerständen sehen Sie sich im Seminar konfrontiert?

Nina Schabel-Pittracher: Wer kommt, will sein Verhaltensspektrum erweitern. Da sind die Widerstände gering. Die Herausforderung für einige ist eher gewohnte Verhaltensweisen selbst infrage zu stellen und da kann dann schon mal eine Hürde sein. Unsere Herausforderung ist es, zu erkennen, wer welche Widerstände hat – um diese aufzulösen, nutzen wir unsere 7 Schlüssel der Kommunikation.

MFS: Für wen ist Ihr Seminar konzipiert?

Katinka Kaess: Für jeden, der ein Bedürfnis nach besserer Kommunikation hat. Meist kommen Fach- und Führungskräfte, die erkannt haben, dass Kommunikation der Stellhebel zur aktiven Gestaltung von Beziehungen ist. Dem einen mag es um eine Verschiebung der Grenzen gehen, an die er in der Kommunikation stößt. Der andere will lernen, genauer hinzusehen. Und wieder andere wollen sich schlicht weiterentwickeln.

MFS: Wo sehen Sie die Leistungsgrenzen Ihres Seminars?

Katinka Kaess: Wir wissen, dass wir gut gearbeitet haben, wenn die Teilnehmer ihr Verhaltensspektrum erweitern konnten. Umso mehr Bereitschaft sie mitbringen, neues Verhalten auszuprobieren, desto stärker profitieren sie vom Seminar. Und wer seinen eigenen Anteil an einem Gesprächsverlauf erkannt hat, wird die Anwendung der 7 Schlüssel erfolgreicher Kommunikation immer wieder üben. Da liegt auch die Grenze des Seminars: Wir fördern neues Kommunikationsverhalten sehr individuell für jeden Teilnehmer – das Üben findet im Alltag statt und dort muss sich dann das Gelernte erst behaupten.

MFS: Sie arbeiten als Team – warum?

Katinka Kaess: Das hat gleich mehrere Vorteile für die Teilnehmer. Wir können beispielsweise gute und nicht so gute Kommunikation sehr eindeutig demonstrieren. In jeder Gruppenarbeit kann mindestens einer von uns als professioneller Beobachter fungieren, was das Feedback noch individueller und detaillierter macht. Außerdem sind wir zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und es ist für die Teilnehmer hilfreich zu sehen, wie wir die Kommunikationsschlüssel auf verschiedene Weisen nutzen. Und, ganz ehrlich: Zu zweit macht so ein Seminar noch mehr Spaß – auch davon profitieren die Teilnehmer.

Bild: Nina Schabel-Pittracher, Katinka Kaess

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