Schreibroboter – Autoren der Zukunft?

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Dank Google gab es bereits erste Fahrversuche von selbststeuernden Autos, beim TV-Quiz „Jeopardy“ gewann ein IBM-Computer. Wird sich Artificial Science, also Künstliche Intelligenz,  bald auch in anderen Bereichen wie etwa in der Literatur bzw. den Medien durchsetzen? Blickt man auf den Schreibcomputer des Unternehmens „Narrative Science“, so scheint dies gar nicht so unwahrscheinlich.

Larry Birnbaum ist ein Querdenker. Und ein Visionär. Als einer der Ersten hat der US-amerikanische IT-Experte das Potenzial von diffizilen Computerdaten für den Schreibbetrieb und die Berichterstattung erkannt. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern der Northwestern University Illinois gründete er 2010 das Unternehmen Narrative Science, dessen Schreibcomputer namens „Stats Monkey“ eine große Anzahl an Daten, mit denen sonst niemand etwas anfangen kann, in interessante Geschichten übersetzt – ob es nun um Berichte aus der Welt des Sports, der Finanzbranche oder verschiedenster anderer Bereiche geht. So lieferte ein Baseballspiel der Northwestern Wildcats den Stoff für die erste Story: Mithilfe der ermittelten Daten – etwa zum Ballbesitz und zu den stärksten Passgebern – wurde ein hier ein Spielbericht der besonderen Art geschrieben. Doch es ist nicht der Schreibcomputer allein, der die Geschichten schreibt: In Birnbaums Team sitzen auch professionelle Journalisten, Schriftsteller, die selber schreiben. Ihnen wird mit dem Stats Monkey ein technisches Werkzeug geliefert, um – wenngleich in kurzer Zeit – Geschichten zu schreiben, und so sind es letztlich Menschen, die den Stories Leben einhauchen.

Was einst im kleinen Stil als Forschungsprojekt begonnen wurde, hat sich mittlerweile zu einer einträglichen Einnahmequelle entwickelt: Allein im Sommer letzten Jahres wurden mithilfe des Computers von Birnbaum & Co. bereits zwei Millionenen Geschichten für kleinere US-Zeitungen verfasst. Aber auch von Unternehmen wird der „Statistikaffe“ gern genutzt: Mit seiner Hilfe lassen sich nämlich große Mengen von Wirtschaftsdaten zu sinnstiftenden Zusammenhängen zusammentragen – ein absoluter Mehrwert für die Firmen.

Birnbaum ist begeistert über die Tatsache, dass Computer nun endlich etwas zu sagen haben. Denn ab sofort können Daten, die weltweit zusammengetragen werden, auch in Handlungen übersetzt werden. Der Wissenschaftler blickt positiv in die Zukunft und räumt den Schreibcomputern großes Potenzial ein.

 

Via: Deutschlandfunk

Bild: © style67 – Fotolia.com

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