Stehaufmännchen haben es leichter

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Wie ein Stehaufmännchen richten sich manche Menschen nach Niederlagen wieder auf. Sie meistern das Leben besser als andere, nehmen Krisen und Gefahren leichter, sind schier immun gegen Angriffe von außen. Dieses Phänomen nennt die Psychologie „Resilienz“ und meint damit die Widerstandsfähigkeit eines Menschen gegenüber Belastungen, Gefahren, Risiken und Stress.

Nun hat die Resilienz auch am Arbeitsplatz Konjunktur. Wenn Sparpakete über Mitarbeiter hereinbrechen, Stellenabbau und Konzernumbauten für Unsicherheit sorgen, wenn die Stimmung am Arbeitsplatz alles andere als zuversichtlich ist, dann ist es von Vorteil mit viel psychischer Widerstandsfähigkeit ausgestattet zu sein.

Doch was tun, wenn Sie nicht von Natur aus ein Stehaufmännchen sind? Für diejenigen gibt es eine gute Nachricht, denn Resilienz kann man bis zu einem gewissen Grad trainieren. Sie ist nämlich kein angeborenes stabiles und generell einsetzbares Persönlichkeitsmerkmal, sondern das Ergebnis eines Prozesses, der sich zwischen den Individuen und ihrer Umwelt vollzieht. Als Faktoren für Resilienz gelten das soziale und wirtschaftliche Umfeld einer Person, die biologische Vitalität und die Einstellungen zu Problemen.

Um seine Widerstandskraft zu trainieren und zu einer positiven Grundeinstellung zu gelangen, gilt es, die eigene Wertestruktur regelmäßig zu überdenken: „Ist mein Umfeld fördernd und fühle ich mich privat in Sicherheit?“

Lernen Sie eine optimistische Lebenseinstellung. Sagen Sie zum Beispiel anstelle von „Ich muss zur Arbeit „Ich gehe zur Arbeit“, denn Arbeit ist ja grundsätzlich etwas Positives. Um zu solch einer Einstellung zu gelangen, braucht es aber Zeit. Man kann sie sich nur langsam und nicht einfach auf die Schnelle aneignen. Man sollte dabei auch immer seine Werte im Auge behalten: „ Was ist mir außerhalb der Arbeit wichtig? Bilden Familie und Freunde eine stabile Säule in meinem Leben?“

Versuchen Sie Stress nicht als Belastung zu empfinden, sondern nehmen Sie ihn als Herausforderung an. Machen Sie sich klar welche Fähigkeiten sie haben und sehen Niederlagen als wichtige Erfahrungen an. Resiliente Menschen verfolgen zudem eine clevere Strategie. Sie überlassen anderen nicht die Macht über ihr eigenes Wohlbefinden. Ganz im Gegenteil, nur sie selbst entscheiden ob es ihnen gut geht.

In schwierigen Zeiten ist es hilfreich, zu kooperieren und zusammen zu halten. Sich gegenseitig zu unterstützen ist besonders im Team wichtig, vor allem in Krisen, wenn Druck und Konkurrenz größer werden. Ich persönlich sehe aber auch die Unternehmen und unsere Gesellschaft in der Verantwortung, die Unsicherheiten in der Arbeitswelt abzufedern. Es wäre viel zu leicht, einfach nur zu sagen, man müsse sich halt anpassen.

Autor: Richard Gappmayer, www.gappmayer-trainings.at
Zentrum für Persönlichkeits- & Organisationsentwicklung

Bild: © Kalle Kolodziej – Fotolia.com

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