Steuerpläne Groko 3.0: das plant das Duo Merkel/Gabriel

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Das Duo Merkel /Gabriel strebt eine Vereinfachung des Steuerverfahrens an. Dieses soll zudem deutlich entschlackt werden. Erreicht werden soll dies durch vorausgefüllte Einkommensteuererklärungen für Pensionäre, Rentner und Arbeitnehmer. Außerdem soll weitergehend auf die Übersendung von Papierbelegen verzichtet werden und der Ausbau der elektronischen Kommunikation gefördert werden. Die Bekämpfung der Steuerhinterziehung ist ein weiterer Plan. Im Koalitionsvertrag ist aber noch unklar, wie genau diese bekämpft werden soll. Ein Schritt dabei soll die engere Zusammenarbeit mit zuständigen Aufsichts- und Ermittlungsbehörden sein. In diesem Zusammenhang ist auch eine Änderung bei der Selbstanzeige geplant. Die neue Regierung um Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht vor, dass die Wirkung der Selbstanzeige in Zukunft von den ganzen Angaben zu steuerrechtlichen nichtverjährten Zeiträumen abhängig zu machen. Die Koalitionäre sehen auch vor, dass innerhalb der EU Steuerdumping verhindert, Steuerharmonisierung vorangetrieben und Steueroasen ausgetrocknet werden.

Erbschaftsbesteuerung und Finanztransaktionssteuer

Egal ob große, kleine oder mittelständische Unternehmen, wenn eine Vererbung an die nächste Generation ansteht, kann dies bei ungünstiger Erbschaftsbesteuerung ziemlich teuer werden. Union und SPD wollen hier einen Riegel vorschieben. Künftig soll die Unternehmensnachfolge nicht durch hohe Erbschaftsbesteuerungen gefährdet werden. Hier ist für mittelständische Unternehmen eine mittelstandsfreundlich und verfassungsfeste ausgestaltete Schenkungs- und Erbschaftssteuer vorgesehen. An der Finanztransaktionssteuer dürfte wohl künftig kein Weg vorbeigehen. Es dürften wohl nicht viele davon verschont bleiben. Diese Steuer soll sämtliche Finanzinstrumente beinhalten, gerade aber Anleihen, Aktien, Devisentransaktionen, Derivatekontrakte und Investmentanteile. Angeblich soll die Steuer aber moderat ausfallen. Jedoch wird sie auch Privatanleger belasten, die nicht in klassische Anlagen wie etwa die Riesterente investieren.

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Die Investmentbesteuerung und weitere Steuern

Die große Koalition sieht eine grundlegende Reformierung der Investmentbesteuerung vor. Gerade im Bereich Startups und Business Angels wird nach Entlastungseffekten gesucht. Außerdem wollen die Koalitionäre gegen die grenzüberschreitende Gewinnverlagerung von international arbeitenden Unternehmen vorgehen. Des Weiteren setzen sich Union und SPD für eine bessere Abstimmung des Unternehmenssteuerrechts innerhalb der EU ein. Unter Beibehaltung des Hebesatzrechtes der Kommunen wird die Grundsteuer zeitnah modernisiert. Ziel der Reform sei, die Grundsteuer als kommunale verlässliche Einnahmenquelle zu erhalten. Geschiedene und Alleinerziehende dürfen sich auf steuerliche Erleichterungen freuen. Der seit 01.01.2004 geltende steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 1.308 Euro soll angehoben werden. An der Kirchensteuer soll laut Finanzminister Wolfgang Schäuble nach wie vor festgehalten werden. Laut Groko haben die großen Kirchen einen starken Einfluss auf das weltliche Leben, weshalb der Staat ihnen die zuverlässige Geldquelle nicht nehmen möchte. Auch am verminderten Mehrwertsteuersatz für Bücher, Zeitschriften und Zeitungen soll festgehalten werden. Allerdings soll laut Merkel Gabriel der günstigere Steuersatz künftig auch auf Hörbücher ausgeweitet werden.

Weitere Infos:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/steuern/koalitionsvertrag-das-sind-die-steuerplaene-der-grossen-koalition/9140526.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/recht-steuern/schwarz-rote-steuerplaene-die-meisten-steuerzahler-muessen-die-grosse-koalition-nicht-fuerchten-12600312.html

http://www.mandata-steuerberatung.de/aktuelles-steuern.html

Bild: Steuervereinfachung, aber neue Finanztransaktionssteuer – die große Koalition hat sich viele vorgenommen

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1 Kommentar

  1. Pläne und die anschließende Realisierung sind ja 2 Paar Schuhe, vor allen bei Plänen die vor einer Wahl ausgesprochen werden. Mittelstandsfreundliche steuerliche Regelungen sind nicht nur wünschenswert sondern auch notwendig.

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