Studie: Mittelstand und seine Erfahrung mit dem Bachelor und Master

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Die Reform der Studienabschlüsse hat nicht zum erwünschten Ziel verholfen. Die nötigen Fachkräfte bleiben aus. Verkürzte Ausbildungszeiten und weniger Praxis lassen fast jeden Berufseinsteiger mit Bachelor-Abschluss zum Praktikanten werden. Eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn beleuchtet die Erfahrung der Unternehmen mit den neuen Abschlüssen Bachelor sowie Master.

Eines vorweg. Glaubt man der Studie, begrüßen die meisten Unternehmen die Studienreform. Speziell in stärkerem Maße von Unternehmen, die bereits Absolventen nach neuer Studienordnung eingestellt haben. Dennoch bestehen offenbar Vorbehalte gegenüber der Studienstrukturreform, die sich im praktischen Umgang mit den neuen Absolventen zwar etwas abschwächen. Doch folgt daraus, dass sich der Aufwand für Personalentwicklung infolge der Reform erhöht hat. Neben fehlendem Fachwissen der Absolventen sind auch analytische Fähigkeiten sowie eigenständiges Arbeiten Mangelware – zumindest bei den Bachelor-Abschlüssen.

Bachelor, das verschulte System

Was überrascht: Trotz der leicht kritischen Haltung gegenüber den Abschlüssen hat mehr als die Hälfte der Unternehmen, die in den letzten drei Jahren Akademiker rekrutiert haben, Absolventen der neuen Studiengänge, vor allem Bachelor-Absolventen eingestellt. Doch geht die Rechnung auf? Schnellere Ausbildung, damit die „Jugendlichen“ durch ihre Ausbildung weniger Kosten verursachen und schneller ihr eigenes Geld verdienen können.

Und genau das wird von den Unternehmen kritisiert. So sind die Erfahrungen mit den neuen Abschlüssen zwar sehr positiv, doch „Problematisch hinsichtlich der neuen Abschlüsse sind das verschulte System und das Bearbeiten von zu viel Studienstoff innerhalb kürzester Zeit“.

Der deutsche Vorteil gegenüber allen anderen Ländern wurde aufgegeben, als man den Diplom-Ingenieur gegen den Bachelor und Master eingetauscht hat. Dies stellt einen Standortnachteil dar.

Beim Masterstudiengang liegt die Problematik bei der länge der Spezialisierung. Zudem wird er als „weiterführender Studiengang“ bezeichnet – ein Student absolviert bis zu zwei Jahre Aufbaustudium, ist allerdings durch den Bachelor dafür nicht richtig vorbereitet.

Die Studie lässt das Fazit offen, forciert allerdings einen gemeinsamen Konsens. Die neuen Studiengänge werden sich durchsetzen. Doch es bleibt ein bitterer Nachgeschmack. So antwortet ein Unternehmen auf die Frage zur Führungsebene: „Die Absolventen, der Bachelor- und Master-Studiengänge, haben hohe Aufstiegchancen bis hin zur zweiten Führungsebene. Aufgrund der kurzen Existenz der neuen Abschlüsse konnten Bachelor- beziehungsweise Master-Absolventen noch nicht in die erste Führungsebene aufsteigen.“

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