Trend zu Multidomänen-Stammdatenlösungen setzt sich fort

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Für das Management von Stammdaten (Master Data Management, MDM) setzt sich der Trend zu Multidomänen-Lösungen weiter fort. Darauf hat das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in seiner jüngst veröffentlichten „Marktstudie 2015 Multidomänen-Stammdatenmanagementsysteme“ hingewiesen; zu deren Teilnehmern gehört auch die Heidelberger zetVisions AG, Spezialist für die Entwicklung und Implementierung von Software für das Stammdaten- und das Beteiligungsmanagement. Unternehmen, so die Studie, suchten nach neuen Wegen, die Gewinne zu erhöhen, Kosten zu reduzieren und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu verbessern. Die Nutzung eines Multidomänen-Stammdatenmanagementsystems, um einen einzigen Datentopf mit konzernweiten, sauberen und konsistenten Geschäftsdaten zu generieren, verschaffe Firmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil und verspreche eine hohe Kapitalrendite.

Überblick über alle Stammdaten erforderlich

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die von Fachleuten bereits seit einigen Jahren prophezeit wird. Das US-Marktforschungsunternehmen Gartner hatte bereits im Mai 2011 die Erwartung geäußert, dass bis 2014 rund 70 Prozent der Fortune-1000-Unternehmen zwei oder mehr MDM-Systeme im Einsatz haben, um ihre Stammdaten-Strategien in die Tat umzusetzen und ihre Daten unternehmensweit im Griff zu behalten. Im Januar 2012 gaben 47 Prozent der von Forrester Research in einer MDM-Umfrage befragten Unternehmen an, der Umfang ihrer MDM-Programme umfasse mehr als zwei Datendomänen, die es zu meistern gelte; weitere neun Prozent fokussierten sich auf zwei Domänen (bspw. Kunden und Produkte). Beim Management dieser Datendomänen haben sich Unternehmen in der Vergangenheit überwiegend an Einzel-Domänen-Lösungen orientiert, da sie verschiedene Anforderungen an beispielsweise Kunden- und Produktstammdaten hatten. Dies habe sich geändert, betont nun das Fraunhofer IAO. Momentan strebten viele Organisationen nach einer umfassenderen technischen Variante eines MDM-Systems, um alle Vorteile einer Multidomänen-Lösung im Laufe der Zeit nutzen zu können.

Unternehmen stehen vor der Aufgabe, einen integrierten Überblick über alle Kunden-, Produkt-, Lieferanten- und weiteren Stammdaten (etwa Referenzdaten) herzustellen, die jedoch in verschiedenen Datensilos und diversen Unternehmensbereichen vorgehalten werden. Ein funktionierendes Multi-Domain Master Data Management setzt eine Data Governance (verbindliche Rahmenbedingungen für Daten, Datenstrategie), definierte Prozesse und wirkungsvolle IT-Unterstützung voraus. Mit einem organisatorisch ganzheitlichen Stammdatenmanagement, so das IAO, könne mehr erreicht werden: Würden beispielsweise Prozesse, Datenschema und Datenqualitätsregeln der beiden Domänen Kunden- und Produktdaten organisatorisch vom gleichen Team administriert, so könne es langfristig naheliegend und effizienter sein, dies auch in derselben Informationsarchitektur und beispielsweise im selben zentralen Multidomänen-System zu machen. Durch die Vielzahl der heutigen Datenquellen und die rasant steigende Datenmenge hätten sich zudem die Anforderungen an das Management von Stammdaten in unterschiedlichen Domänen soweit angeglichen, dass man diese über ein zentrales Multidomänen-System von einem Stammdatenteam pflegen könne.

Vorteile durch Multidomänen-Lösung

Neben der integrierten unternehmensweiten Datenhaltung können Multi-Domain-MDM-Systeme mit Datenqualitätsregeln und Lebenszyklusprozessen auch Data Governance unter-stützen. Bei der Nutzung von diversen Single-Domain-Datensilos ist es naturgemäß schwierig, die unternehmensweite Einhaltung definierter Standards sicherzustellen; den Überblick über Datensätze und deren Informationsqualität zu wahren, ist bei zwei oder drei parallelen Systemen deutlich schwieriger. Gibt es dagegen nur eine Quelle für Stammdaten, haben die Nutzer erheblich weniger Autonomie bei der Entwicklung von Definitionen und Regeln für Daten, da die domänenübergreifende Datenarchitektur verbindlich und transparent ist. Das Ergebnis: wirksame Governance-Prinzipien und funktionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Abteilungen, beides zusammen führt zu mehr Effizienz und besserer Ressourcenallokation.

Neben der Unterstützung der Data Governance durch Multi-Domain-MDM-Systeme führen saubere Stammdaten zu Verbesserungen in vielen operativen Kernbereichen eines Unternehmens, wie etwa Marketing, Vertrieb, Finanzen oder Außendienst. Mit der Entscheidung für ein Multidomänen-System investieren Unternehmen in nur eine Lösung, die nicht nur für Kunden- oder Produktdaten funktioniert, sondern perspektivisch auch für alle anderen Stammdatenkategorien (inklusive Referenzdaten) mitgenutzt werden kann. Die Unterhaltung zahlreicher Datensilos entfällt; nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch im laufenden Betrieb werden Kosten gespart.

Die Studie des Fraunhofer IAO verdeutlicht auch die Vorteile von Multidomain-MDM-Systemen für die Datenqualität: Wesentliche Regeln zur ihrer Überprüfung (nach Morbay, 2011) wie beispielsweise horizontale Vollständigkeit, syntaktische Korrektheit, Widerspruchsfreiheit und Genauigkeit (inklusive Aktualität) können auch durch Insellösungen abgedeckt werden. Der wesentliche Mehrwert eines Multidomänen-Systems liegt aber in der deutlich besseren Integrität, da die Daten anhand von Referenzdaten einfacher und besser untereinander überprüft werden können. Auch die Qualitätsregeln vertikale Vollständigkeit und normative Konsistenz können mit einer Multidomänen-Lösung viel effektiver eingesetzt und kontrolliert werden.

Rundumblick auf alle Stammdaten erforderlich

Vor dem Hintergrund der auffallenden Diskrepanz zwischen massiver Digitalisierung und exponentiellem Datenwachstum einerseits und mangelnder Datenqualität andererseits wird der Stammdaten-Gipfel 2015 aufzeigen, wie der Rundumblick auf alle Stammdaten gelingen kann. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, einen integrierten Überblick über alle Kunden-, Produkt-, Lieferanten- und weiteren Stammdaten herzustellen, die jedoch in verschiedenen Datensilos und diversen Unternehmensbereichen vorgehalten werden. Ein funktionierendes Multi-Domain Master Data Management setzt eine Data Governance (verbindliche Rahmenbedingungen für Daten, Datenstrategie), definierte Prozesse und wirkungsvolle IT-Unterstützung voraus. Experten aus Beratung, Wissenschaft und Praxis erläutern, was dafür zu tun ist.

Über die „Marktstudie 2015 Multidomänen-Stammdatenmanagementsysteme“

Stammdatenmanagement hat seit vielen Jahren eine hohe Bedeutung für die erfolgreiche Unternehmensführung, aber sein Potenzial wird noch nicht komplett ausgenutzt. Erfolgreiches Stammdatenmanagement hat das Ziel, alle relevanten Unternehmensdaten sauber, konsistent, hochwertig und immer verfügbar zu halten. Welche neuen Tendenzen gibt es im Stammdatenmanagement? Welche Ziele werden dabei verfolgt? In der aktuellen Studie des Fraunhofer IAO werden die Funktionalitäten moderner Stammdatenmanagementsysteme hinsichtlich der IT-Entwicklungen und Anwendungsoptionen eingeordnet. Die Studie bietet mithilfe quantitativer Fragen eine Marktübersicht aktueller Multidomänen-Stammdatensysteme und erleichtert den Anwendern dadurch den Produktvergleich: Aktuelle Stammdatensysteme und deren Funktionsumfang sind übersichtlich für potenzielle Anwender und Interessierte zusammengestellt. Damit soll dem wachsenden Markt sowie dem zunehmenden Interesse an Stammdatenlösungen Rechnung getragen werden. Die Marktübersicht wird ergänzt durch qualitative Fragen zur Trenderfassung im Bereich des Stammdatenmanagements seitens der Hersteller, um mögliche Entwicklungsrichtungen des Stammdatenmanagements aufzuzeigen.

http://www.zetvisions.de

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