Umdenken unbedingt unerlässlich

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Um sich die Entwicklung der Digitalisierung vor Augen zu führen, reicht schon ein Blick in den eigenen Rucksack oder auf den Arbeitsplatz. Man wird ein Smartphone, einen Laptop, Bluetooth-Kopfhörer, eine Smartwatch und noch vieles mehr finden, denn die Digitalisierung ist inzwischen allgegenwärtig und auch selbstverständlich. Sie hat sich in jedem sowohl gesellschaftlichen, als auch wirtschaftlichen Bereich durchgesetzt und dominiert unsere Gegenwart und Zukunft. Für die deutschen mittelständischen Unternehmen zieht diese Entwicklung allerdings eine lange Kette an Ereignissen nach sich, die einige Probleme aufwirft.

Personallücken durch Fachkräftemangel

Der momentan allgemein herrschende Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt hat zur Folge, dass Personallücken in Unternehmen entstehen. Davon sind vor allem die Ingenieursberufe und die IT-Branche betroffen. Die mittelständischen Unternehmen haben unter dieser Problematik besonders zu leiden, denn im Gegensatz zu Großunternehmen stehen den meisten kleineren und mittleren Unternehmen, kurz KMU, nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung das begrenzt verfügbare Fachpersonal anzulocken und an sich zu binden.

Umdenken nötig bei mittelständischen Unternehmen

Die betroffenen Unternehmen müssen sich diesbezüglich der Entwicklung der Digitalisierung bedienen. Es stellt sich die Frage für welche Aufgaben zwingend Personal benötigt wird und welche Posten eventuell digital abgedeckt werden können. Durch eine personelle Einsparung in Bereichen wie Buchhaltung oder Rechnungswesen, kann dieses Geld in unternehmensrelevante Fachkräfte investiert werden. Um jedoch solch eine Veränderung zu unternehmen, muss das Unternehmen nicht nur den Fortschritt der Digitalisierung akzeptieren, sondern diesen auch anwenden. Das bedeutet auch, dass man sich von langjährigen internen Prozessen verabschieden und nach intensiver Reflexion neue, eventuell digitalisierte Abläufe etablieren muss.

5 Lösungsansätze für den Umgang mit Personallücken

Es gibt verschiedene Ansätze, um das Problem der mittelständischen Unternehmen bezüglich der Fachpersonallücken anzugehen:

  1. Eine Option besteht darin, dass zu spezielle Einzelaufgaben an Freiberufler übertragen werden. Delegation an externe Dienstleister ist hier das Stichwort, das auch insgesamt gilt, wenn Know-How-Aufgaben nicht bewältigt werden können.
  2. Für bestimmte Branchen ist auch das Einstellen von ausländischen Fachkräften eine gute Lösung. Seit 2012 unternimmt die deutsche Bundesregierung immer mehr Maßnahmen, welche es Fachkräften aus Drittstaaten erleichtern nach Deutschland einzuwandern und ihrer hochqualifizierten Beschäftigung für ein deutsches Unternehmen nachzugehen. Allerdings gibt es hier einige Faktoren zu beachten, denn oft stellt sowohl die Sprachbarriere, als auch die immer noch strengen Regeln bezüglich der Arbeitsqualifikation ein Problem für Arbeitgeber und –nehmer dar.
  3. Um eine Rentenjahrgangswelle und damit ein Loch in der Personalanzahl zu verhindern, kann das Unternehmen versuchen die älteren Beschäftigten noch einige Zeit als Teilzeitkräfte im Betrieb zu halten, sodass ein stetiger interner Generationswechsel vonstatten gehen kann und keine plötzliche Personalknappheit besteht. Allerdings hat sich das Renteneintrittsalter abhängig vom Geburtsjahr vom 63. auf das 65. auf das 67. Lebensjahr verschoben. Es ist fraglich, ob sich die älteren Arbeitnehmer vor diesem Hintergrund auf eine längere Beschäftigung einlassen würden. Die Problematik der Rentenjahrgangswelle ist schwerwiegender als man zu Anfang vielleicht denkt, denn laut einer Statistik von 2016 des Portals statista beträgt die Zahl der Einwohner in Deutschland, die 65 Jahre und älter sind, 17,51 Millionen, während die Berufsanfänger (21-24 Jährige) nur mit 3,68 Millionen vertreten sind. Überträgt man dieses Verhältnis auf das Arbeitsmarktmodell entsteht eine kaum überwindbare Ungleichheit.
  4. Eine andere Möglichkeit beschäftigt sich gezielt mit dem Ansprechen von Minderheitszielgruppen in bestimmten Branchen, wie zum Beispiel Frauen in der IT-Branche. Das Unternehmen könnte in den Stellenanzeigen explizit Frauen ansprechen und den Job durch das Gehalt attraktiv machen. In Deutschland verdienen Frauen, laut einer aktuellen Studie der NG – Die Internet Zeitung, im IT-Sektor 6,13% weniger als in anderen Berufen und das geschlechtsspezifische Lohngefälle beträgt 25%, was den höchsten Wert diesbezüglich in allen westeuropäischen Länder repräsentiert. Für viele Frauen ist es auch wichtig zu wissen, dass sie in einem männlich dominierten Berufsfeld ernst genommen werden und bei Beförderungen die gleichen Chancen haben wie die männlichen Kollegen.
  5. Gezieltes Recruiting kann auch bei schon bei dem Nachwuchs betrieben werden. Durch bestimmte Förderprogramme, die von Unternehmen gesponsert werden, können schon junge Leute an eine Firma gebunden werden, zum Beispiel durch das Angebot einer Praktikumsstelle oder ähnliches. Solche Maßnahmen könnten zum Beispiel im Zuge der Berufs- und Studienorientierung an Gymnasien passieren.

Fazit
Grundsätzlich kann das Problem der Personallücken auf das Ressourcenmanagement des Unternehmens zurückgeführt werden. Im besten Falle sollte dieses effektiv genug sein, um ein Tief auf dem Arbeitnehmermarkt auszugleichen, allerdings hat sich der Fachkräftemangel auch seit 2010 von 16 % auf sagenhafte 60 % erhöht, was laut der DIHK „eine Herausforderung für die gesamte Wirtschaft“ darstellt. Das Ausmaß dieses Engpasses konnte fast unmöglich vorausgesehen werden. Die langfristigste und gleichzeitig kaum zu realisierende Lösung für die Problematik der Personallücken in mittelständischen Unternehmen, wäre die Ursache für dieses Phänomen zu finden und sie zu beheben.

Autor
Oliver Koch ist Geschäftsführer der SOLCOM GmbH, einem der führenden branchenübergreifenden Technologiedienstleistern in den Bereichen Softwareentwicklung, IT, Engineering und Management Consulting. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet SOLCOM als Partner global agierender Spitzenunternehmen. Aus dieser Erfahrung heraus schreibt Oliver Koch über die Auswirkungen der Digitalisierung und der Entwicklungen in der IT auf Unternehmen.

Link: https://www.solcom.de/de/digitalisierung-digitale-transformation.aspx

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