Verschwenden Netzbetreiber Milliarden in alte Technik?

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Eine neue Technik für Stromnetze würde die Energiewende in Europa beschleunigen. Doch in dem 30 Milliarden Euro großen Netzentwicklungsplan der Bundesregierung stehen zwar die sogenannten Gleichstromnetze beschrieben, doch die Netzwerkbetreiber setzen lieber auf alte Technologien – ein milliardenschwerer Fehler?

Die Bundesregierung will dieses Jahr 30 Milliarden Euro in die Netzentwicklung pumpen. 30 Milliarden, die eventuell besser investiert werden könnten. Technology Review ist der Meinung, dass eine neue Technik viel bewirken kann. Die Rede ist von dem schon 2002 vorgestellten modularen Multilevel-Konverter. Dieser ermöglicht es, ein Gleichstromnetz aufzubauen, etwas das zuvor unmöglich erschien. Eine Technik mit Potential: Neben geringen Energie-Verlusten auf langen Strecken, kommt durch die neue Netztechnik die Vernetzung selbst hinzu. Durch sie werden weniger Trassen, Speicher und Regelkraftwerke benötigt. Auch lässt sich schnell auf Energiespitzen oder Netzausfälle reagieren.

Doch die Netzbetreiber verschlafen zurzeit diesen Wandel. So sollen bis 2022 mehr als 2.100 neue Kilometer an Punkt-zu-Punkt-Verbindungen gebaut werden – also keine Vernetzung. Somit wird das Geld in alte Technologien gesteckt, die womöglich in Zukunft wieder angepasst, womöglich ersetzt werden müssen. Zunächst zählt wohl eher der Gewinn, nicht das Gesamtkonzept inklusive Umweltschutz.

Stromkunden zahlen Schadensersatz

Doch auch der Wandel hin zu neuen Energien verläuft nicht wie gewünscht. Die Offshore-Technik hat großes Potential, die Nordsee als Energiespender für Deutschland nutzbar zu machen. Doch durch allgemeine Verzögerungen und etlichen Rechtstreitigkeiten stockt der Ausbau der Windparks und Unterwasserkraftwerke. Die Bundesregierung hat reagiert und übernimmt die dadurch entstehenden Zusatzkosten. Das an den Offshore-Anlagen beteiligte Unternehmen Tennet begrüßte die Entscheidung des Bundes.

Dies hört der Mittelstand nicht wirklich gerne. Die Stromunternehmen machen bei der Energiewende den großen Reibach und KMUs sowie die Bürger müssen zahlen. Allein der Mittelstand rechnet mit enormen Zusatzkosten in der Produktion. Um die entstehenden Mehrausgaben abzufedern, investieren Unternehmen mittlerweile in energieeffiziente Anlagen.

Via: FTD, n-tv und Handelsblatt

Bildrechte-Teaser: (c) Gina Sanders – Fotolia.com

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