Wachstumsmarkt Robotik: Da ist noch jede Menge Luft nach oben

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Anlässlich der AUTOMATICA 2014 sprach Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter der SCHUNK GmbH & Co KG aus Lauffen/Neckar, über Chancen, Perspektiven und Herausforderungen der modernen Robotik.

SCHUNK hat auf der AUTOMATICA 2014 so viele Roboterapplikationen präsentiert wie noch nie. Zufall oder Strategie?

Als führender Komponentenlieferant für die Komplettausstattung von Robotern wollen wir Anwendern, Anlagenbauern und Systemintegratoren Möglichkeiten aufzeigen, wie sich die Produktivitätspotenziale der modernen Robotik umfassend erschließen lassen. Ich kenne keinen Industriezweig, der aktuell so vielschichtige Chancen bietet wie die Robotik. Während innovative Automobilisten bereits mobile und kollaborative Roboter in den Fokus nehmen, steht der Mittelstand erst am Anfang der robotergestützten Produktionsautomatisierung. Da ist noch jede Menge Luft nach oben. Vor allem für den Werkzeugmaschinenbau, die Konsumgüter-, Kunststoff- und Elektronikindustrie aber auch für die Medizintechnik und die optische Industrie schlummern in der Robotik noch enorme Produktivitätsreserven, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Welche Themen stehen im Mittelpunkt?

Drei Schwerpunkte sehen wir bei SCHUNK aktuell: „Intelligente Mechatronik“ als Antwort auf die Flexibilitätsanforderungen der Smart Factory und als Grundlage für das sichere Greifen. „Highspeed“, um die Produktivitätsanforderungen in der Montageautomation zu erfüllen. Und last but not least „Vernetzte Systeme“, die neuartige Produktionsprozesse ermöglichen. In wenigen Jahren schon werden intuitive Steuerungen und die Kommunikation über Webtechnologien ebenso zum Standard in der modernen Automatisierung zählen wie eine unterbrechungsfreie Kooperation zwischen Mensch und Roboter. Das weltweit erste zertifizierte Safety Greifsystem, das SCHUNK auf der AUTOMATICA präsentiert, ist in diesem Zusammenhang sicherlich ein Meilenstein. Es etabliert Safety bis auf die Ebene der Aktoren.

Überträgt es damit Aspekte der Servicerobotik auf die Industrierobotik?

Das zertifizierte SCHUNK Safety Greifsystem ist der Schlüssel, um sichere industrielle Handhabungsprozesse im Umfeld des Menschen zu ermöglichen – unabhängig davon, ob es sich um konventionelle Industrieroboter oder um Leichtbauroboter für die Servicerobotik handelt. Er schafft damit vollkommen neue Möglichkeiten der Prozessgestaltung und hat das Potenzial, die Entwicklungsdynamik in beiden Bereichen zu erhöhen.

Wann wird die Servicerobotik zu einem echten Wirtschaftsfaktor?

Schon bald! Amazon, Google, Bosch, die großen Automobilisten und die Roboterhersteller haben allesamt die Servicerobotik auf ihrer Agenda und investieren zum Teil erhebliche Summen, um neuartige Lösungen zu etablieren und den Markt zu bereiten. Hier auf der AUTOMATICA kann man diese Dynamik regelrecht spüren: Immer mehr Unternehmen erkennen das Potenzial, es gibt immer mehr marktgerechte Lösungen und die Zahl der potenziellen Anwendungen steigt rasant.

In welchen Branchen wird die Servicerobotik am stärksten wachsen?

In der Landwirtschaft, in der Verteidigungstechnik, in der Medizintechnik und im Straßenverkehr, aber auch in der Industrie sind erhebliche Potenziale vorhanden. Vor allem industrielle Anwendungen, bei denen Mensch und Roboter sich gegenseitig ergänzen, werden in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen. Da ist zum einen der stationäre Einsatz von Servicerobotern in Montage- oder Prüfanwendungen. Zum anderen werden neuartige mobile Robotikanwendungen entstehen, beispielsweise bei der flexiblen Verkettung von Montage- oder Fertigungsstationen oder in der Laborautomation. Auf der AUTOMATICA zeigen wir, wie Serviceroboter bereits heute den Wafer-Transport in Halbleiterfabriken oder den Teiletransport zwischen Werkzeugmaschinen oder Montagestationen übernehmen.

Welche Herausforderungen gilt es als nächstes zu lösen?

Die größte Herausforderung und zugleich die größte Chance liegt in der Systemintegration. Es gibt bereits eine Vielzahl standardisierter Komponenten – Greifer, Leichtbauarme, An-triebe, Sensoren, mobile Plattformen, Mapping-Systeme, Systemsoftware – die nur darauf warten, zu marktgerechten Systemen kombiniert zu werden. Hier braucht es noch mehr unternehmerisch denkende Menschen, die erkennen, welche hervorragenden Vorausset-zungen bereits vorhanden sind, und die Lust darauf haben, neuartige Lösungen zu etablieren. Dazu zählt auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, beispielsweise das Leasing von Servicerobotern. Aus Sicht der Nutzer wiederum ist es wichtig, dass Serviceroboter künftig so einfach und so intuitiv zu bedienen sind wie ein Smartphone.

Bild: Henrik A. Schunk, Geschäftsführender Gesellschafter, SCHUNK GmbH & Co. KG, Lauffen/Neckar

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