Wann lohnt sich der Selbstverlag?

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Der Markt an selbst verlegten Werken erfährt in Deutschland jährlich einen Zuwachs von 25 Prozent. Wer an Self-Publishing denkt, der hat meistens E-Books vor seinem inneren Auge. Allerdings werden nur 5,7 Prozent aller Buchumsätze mit elektronischer Literatur erzielt. Bei den E-Books lag die Umsatzsteigerung im Jahr 2021 lediglich bei 3,2 Prozent. Dadurch ergibt sich der Rückschluss, dass es sich bei einem großen Teil der selbstpublizierten Werke um gedruckte Bücher handelt. Doch warum tendieren Autoren zum Selbstverlag und wann lohnt sich das Self-Publishing überhaupt?

Was ist Self-Publishing?

Zunächst einmal ist zu klären, was sich hinter dem Begriff Self-Publishing verbirgt. Es handelt sich dabei um den sogenannten Eigenverlag. Bücher, die der Autor verfasst, bringt er selbstständig auf den Markt.

Während klassischerweise ein Verlag die Aufgaben von Gestaltung, Korrektur, Druck und Vermarktung übernimmt, trägt beim Self-Publishing der Verfasser die komplette Verantwortung für alle notwendigen Prozessschritte. Es bleibt dem Autor überlassen, jede Tätigkeit in Eigenregie zu absolvieren oder sich einen Spezialisten für das Lektorat, die Covergestaltung und das Marketing an die Hand zu nehmen.

Selbstverlag bei Kleinauflagen und kurzen Werken

Manche Werke haben kaum eine Chance, von renommierten Verlegern in deren Programm aufgenommen zu werden. Bereits eine zu geringe Seitenzahl ist häufig ein Ausschlusskriterium. Gerade wenn es sich um Fachliteratur handelt, verweigern viele Verlage die Aufnahme von Büchern unter 100 Seiten.

Aus Sicht der Verleger ist diese Einschränkung durchaus sinnvoll. Gerade die großen Verlagshäuser erreichen täglich viele Manuskripte. Der Kinderbuchspezialist Klett Verlag berichtet von über 1.000 Probetexten pro Jahr. Dabei waren in zwölf Jahren nur zwei Entwürfe dabei, die es tatsächlich in die Buchhandlung geschafft haben. Jedes zugesandte Manuskript bedeutet Arbeit für den Verlag. Der Zeitaufwand kostet Geld, weshalb er möglichst geringgehalten werden soll.

Die professionellen Publisher filtern deshalb strickt aus. Viele von ihnen geben einen gewissen Mindestumfang an Seiten des fertigen Werkes vor. Gerade bei wissenschaftlicher Literatur ist das sinnvoll, denn Leser dieser Kategorie wollen sich zu einem bestimmten Sachverhalt informieren. Sie möchten gerne die ausführliche Expertise eines Fachmanns in Händen halten. Ein zu dünnes Buch kann den Eindruck erwecken, nicht genug in die Tiefe zu gehen.

Eine zu kleine Auflage ist häufig ebenfalls ein Ausschlusskriterium zur Aufnahme bei einem Verlag. Werke, die nur für eine sehr kleine Zielgruppe geschrieben werden, haben dort normalerweise keine Chance. Teilweise sind die Verfasser solcher Werke keine Schriftsteller, sondern nur Experten auf einem bestimmten Gebiet.

Es kann sich um eine umfangreichere Broschüre zu Werbezwecken handeln oder einen Auszug aus einem größeren Ratgeber. Diese Drucksachen sind aufgrund ihres Bestimmungszweckes nur für eine eingeschränkte Zielgruppe gedacht, weshalb die Auflage vergleichsweise gering wäre. Der Autor muss in solchen Fällen aufgrund mangelnder Alternativen zum Self-Publishing greifen. Druckdienstleister wie die Digital-Print-Group können bereits ab einer Auflage von nur einem Stück engagiert werden.

Selbst-Publishing bei Zeitdruck

Wer ein Buch verfasst hat, der möchte es möglichst schnell seinem Publikum zur Verfügung stellen. Eine Kooperation mit einem Verlag kann allerdings recht zeitaufwendig werden, vor allem wenn es sich um eine erste Zusammenarbeit handelt.

Dann muss erst ein Publisher gefunden werden. Der Bewerbungsprozess dauert oftmals sehr lange, außerdem birgt er einige Gefahren.

Denn neben den großen Fischen tummeln sich auch allerlei unseriöse Druckproduzenten auf dem Verleger-Markt. Das Aktionsbuendnis-faire-Verlage.de gibt Hilfestellung an die Hand. Professionelle Verleger erkennt man an:

  • Verträgen, die sich an den branchenüblichen Musterverträgen orientieren.
  • Werbung für ihr Warenangebot und ihren Online-Shop nicht für ihre Autoren-Akquise
  • Der genauen Vorlage ihrer Kosten, die sich im branchenüblichen Rahmen bewegen
  • Transparente Aufschlüsselung möglicher Unkostenbeiträge.

Meistens entstehen keine oder nur geringe Kosten für die Autoren, die von Verlagen engagiert werden. Falls der Verfasser eines Werkes dennoch einen Beitrag für den Buchdruck und –verkauf zu bezahlen hat, wird das von seriösen Publizisten frühzeitig und transparent mitgeteilt

Ein Autor im Selbstverlag braucht sie nicht um die Verlagssuche kümmern. Er muss keine Verträge und Honorare aushandeln. Gerade bei Erstlingswerken, die über Publizisten vertrieben werden, lohnt sich das Engagement eines Anwalts, der alle Absprachen prüft. Dieser Schritt verursacht eine längere Dauer sowie höhere Kosten.

Selbstverlag für absolute Entscheidungsfreiheit

Bei der Zusammenarbeit mit einem großen Verlagshaus, hat der Publisher immer das letzte Wort. Er finanziert das Werk und verfügt über die notwendige Erfahrung im Buchvertrieb. Der Verfasser wird zwar in der Regel nach seiner Meinung zu Buchumschlägen, Schriftarten und Marketingmaßnahmen befragt, aber seine Ansicht wird nicht zwangsläufig berücksichtigt. https://ads.google.com/intl/de_de/home/

Im Eigenverlag herrscht die Freiheit jedes Detail des Werkes selbst zu bestimmen. Diese Freiheit geht aber mit einer großen Verantwortung einher. Werden Entscheidungen getroffen, die sich als falsch herausstellen, dann trägt der Verfasser die Folgen.

Wer eine konkrete Vorstellung von seinem Buch hat, der kann es im Eigenverlag genau so produzieren wie er möchte. Plattformen wie Canva eignen sich hervorragend, um das Cover zu gestalten. Auf Social-Media, Amazon oder durch Google-Ads werden die Werke vermarktet. Die Infrastruktur, um ein Schriftstück zu schreiben, erstellen und vertreiben ist heutzutage leicht zugänglich und zudem vergleichsweise kostengünstig.

Je mehr Eigenarbeit investiert wird, desto geringer fallen die Produktionskosten aus. Gleichzeitig ist niemand Fachmann auf allen Gebieten. Gerade was das Lektorat betrifft, ist das Engagement eines Profis ratsam. Denn ein Buch mit unzähligen Rechtschreib-, Sinn- und Grammatikfehlern wird bei den Käufern für Verärgerung sorgen.

Selbst wenn es sich bei dem Verfasser um einen Menschen handelt, der versiert mit der deutschen Sprache umgeht, besteht bei eigenen Werken eine große Gefahr. Denn das menschliche Gehirn überliest die Fehler, die es selbst geschrieben hat. Der Verfasser weiß, was er tippen wollte. Das Gehirn gaukelt ihm genau diese Inhalte vor. Er wird seine Fehler entweder überhaupt nicht oder nur mit einem gewissen zeitlichen Abstand wahrnehme können. Erst wenn sich das Gehirn nicht mehr konkret an das Geschriebene erinnert, fallen Patzer auf.

Welche Dienstleister der Autor für die Er- und Fertigstellung seines Buches einstellt, bleibt beim Selbstverlag einzig und alleine ihm selbst überlassen.

Eigenverlag aus Umweltschutzgründen

Werden 100 Exemplare eines Buches gedruckt, aber nur 20 verkauft, dann verschwendet man jede Menge Rohstoffe. Das Papier kann möglicherweise recycelt werden, aber die Energie und das Wasser, welche für den Herstellungsprozess aufgewendet wurden, sind verloren.

Viele Selbstverleger setzen auf Print-on-Demand (POD). Dieses Verfahren basiert auf dem Digitaldruck. Dabei muss die Schrift nicht wie beim Offset-Druck gesetzt werden, sondern das Werk wird als digitale Datei gespeichert und an die Hardware versandt. Sobald ein Auftrag eingeht, startet der Druck. Hochleistungsmaschinen produzieren bis zu 60.000 DIN-A4-Seiten pro Stunde. Ein gewöhnliches Buch ist also innerhalb von wenigen Minuten gefertigt und versandbereit.

Verschiedene Buchtypen auf den Markt bringen

Wer sein Werk sowohl gedruckt als auch als E-Book auf den Markt bringen möchten, der braucht oftmals zwei Verlagshäuser oder zumindest unterschiedliche Abteilungen als Partner. Im Eigenverlag ist es dagegen mit relativ geringem Aufwand möglich verschiedenste Buchtypen anzubieten.

Wichtig ist, dass die Rohfassung als digitale Version vorliegt. Diese kann in ein sauberes E-Book-Format gebracht werden. Gleichzeitig kann sie mittels Inkjet-Drucker als Lösung auf Papier umgesetzt werden. Hardcover und Taschenbuch ist ebenso möglich wie unterschiedliche Größen.

Höhere Gewinne durch Selbstverlag?

Alle Einnahmen, die durch das eigene Werk erzielt werden, bleiben bei dem Verfasser. Bei Verlagen erhält der Autor dagegen nur ein bestimmtes Honorar. Die Einnahmen pro Buch fallen deshalb in der Regel bei einem Self-Publisher höher aus.

Allerdings trägt er auch ein größeres Risiko sowie die Kosten für Werbung, Grafik-Design, Druck und Lektorat. Deshalb kann ein Verfasser im Selbstverlag nur dann mit höheren Gewinnen rechnen, wenn er ausreichend Abnehmer findet und die Kosten gleichzeitig möglichst gering hält. Auch hier spielt das Print-on-Demand-Verfahren wieder in die Karten. Wenn die Bücher nur auf eine konkrete Anfrage hin gedruckt werden, entfallen Lagerkosten. Die Produktion einer großen Auflage muss nicht vorfinanziert werden. Dadurch reduziert sich das Risiko für den Auftraggeber. Schlussendlich muss gesagt werden, dass höhere Gewinne beim Selbstverlag zwar möglich aber nicht garantiert sind.

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