Warum emotional intelligente Führungskräfte die besseren Chefs sind

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Emotionale Intelligenz ist bei der Mitarbeiterführung möglicherweise noch wichtiger und erfolgsentscheidender als der klassische IQ. Was emotionale Intelligenz privat und beruflich ausmacht und zeigt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ganzheitliche Intelligenz: IQ und EQ gehören zusammen

Längst ist man sich bewusst, dass es nicht ausreicht, über einen überdurchschnittlich hohen Intelligenzquotienten (IQ) zu verfügen, sondern dass die Emotionale Intelligenz (EQ) für ein glückliches und erfolgreiches Leben privat und beruflich, vor allem auch als Führungskraft, genau so wichtig ist. EQ beinhaltet Eigenschaften wie die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, Selbstmotivation, Selbst-Management sowie Empathie, Lebenssinn und Zukunftsgestaltung. Früher meinte man, dass der autoritäre, den Weg weisende Mann, die beste Führungsraft ist. Heute weiß man, dass es nicht der „Führer“, sondern viel mehr und öfters der empathische „Versteher“ ist, der das Vertrauen seiner Mitarbeiter gewinnt, weiß wie diese motiviert werden können und welches ihre Bedürfnisse sind.

Die fünf Lebensbereiche emotionaler Intelligenz

Ganzheitlich verstandene und für die Führungs- und Lebenspraxis relevante emotionale Intelligenz basiert auf den folgenden fünf Lebens- und Persönlichkeitsbereichen. Die nachfolgenden Elemente emotionaler Intelligenz sind oft und in vielen Bereichen auch Merkmale fähiger und talentierter Führungskräfte, emotionale Intelligenz manifestiert sich privat und beruflich oft auf ähnliche Art und Weise.

Selbst-Wahrnehmung

Wie erkennt, beurteilt und sieht sich ein Mitarbeiter, Partner oder Mensch in seinem Selbstbild, ist er eher innen- oder außen orientiert? Menschen tendieren dazu, in ihrem Denken und Handeln eher innen- oder außen orientiert zu sein. Damit zusammen hängt auch das Selbst- und Fremdbild und die Frage, wie sehr dieses übereinstimmt.

Innenorientiert sind Menschen, die eher nach ihren eigenen persönlichen und individuellen Wertvorstellungen und Überzeugungen leben, während außen orientierte Mitarbeiter und Menschen beispielsweise Impulse, Anerkennung und Orientierung eher außerhalb, bei Autoritäten oder im Freundes- und Bekanntenkreis suchen und finden. Innenorientierte Menschen haben tendenziell ein besser entwickeltes Selbstvertrauen und stabilere Gefühlslagen, als Menschen und Mitarbeiter, die stark von Impulsen und „Rückmeldungen“ von außen abhängig sind.

Selbst-Management

Wie wird Partnerschaft, Leben, Arbeit und Beruf „gemanagt“ und bewältigt, welche Lebensbereiche und Lebenswerte sind wichtig, wie priorisiert man sie, was tut man dafür oder wie geordnet und organisiert hat man sein eigenes Leben, wie sehr „hat man es im Griff“. Starke Persönlichkeiten mit einem gut entwickelten Selbstvertrauen haben in der Regel auch ein gutes Selbst-Management und sind beruflich oft als Führungskräfte mit ausgeprägtem Leadership-Charakter anzutreffen.

Es zeichnet beispielsweise ein reifes und zufriedenes Selbst-Management aus, wenn man verschiedene Lebensbereiche in einer guten Balance pflegt und weiterentwickelt. Menschen, die nur für berufliche Werte und Karriere leben, sind oft exponiert und straucheln im Leben dann eher, wenn dieser eine Bereich weg fällt (Verlust einer Führungsposition durch Kündigung). Menschen, welchen es gelingt, – beispielsweise die Lebensbereiche Beruf, Lebenspartner, Kinder, eigene Persönlichkeit und Hobbies – in Einklang zu bringen, also ihr Leben zu „diversifizieren“, haben ein ausbalancierteres und stabileres Selbst-Management.

Selbst-Motivation

Was treibt uns an, wie motivieren wir uns, wie motivierbar ist ein Mitarbeiter, was vermag ihn zu begeistern? Leidenschaft und Emotionen sind oft ein starker und nachhaltige Leistungsmotor innenorientierter Menschen, die sehr genau wissen, weshalb sie etwas für welche Werte und Ziele tun. Im Gegensatz dazu steht die extrinsische Motivation, welche Impulse von außen benötigt (Gehalt, Status, gesellschaftliche Konventionen, Bedeutung des Äußeren usw.).

Empathie

Wie sehr geht eine Führungskraft auf die Mitarbeiter ein, wie gut kann sie sich in deren Lage versetzen und deren Sichtweise verstehen und nachvollziehen? Empathie ist oft ein besonders ausgeprägtes Merkmal sozialkompetenter Führungskräfte, die es verstehen, sich in verschiedene Mitarbeiterpersönlichkeiten hineinzuversetzen, deren Lebenswerte und Motive zu (er)kennen und deren Probleme zu verstehen.

Empathische Menschen interessieren sich beruflich und privat stark für andere, können oft gut und aktiv zuhören, nehmen Anteil an deren Gefühlslagen und Lebensträumen und haben meistens auch ein feines Sensorium dafür, „wie andere ticken“, was sie bedrückt, wonach sie sich sehnen und was sie antreibt. Es sind meistens die stark akzeptierten Führungskräfte, welchen es auch sehr gut gelingt, dadurch auf Vertrauen basierende, motivierte und harmonische Teams aufzubauen.

Sinn, Werte, Visionen

Was ist uns in unserem Leben wichtig, welche Werte bedeuten uns viel, was spornt uns an, wofür setzen wir uns ein, welches sind unsere Grund- und Lebenswerte, was bedeutet uns viel, was eher wenig? Solche Werte können Erfolg, Harmonie, Partnerschaft, Karriere, Selbstverwirklichung, Kinder und Familie oder materielle Ziele und mehr sein. Die anschaulichste Definition der vor allem auch für die Führungspraxis und Motivationskunst großen Bedeutung von Visionen liefert wohl Saint Exupéry mit seiner pragmatischen Metapher: „Wer ein Schiff bauen will, sollte seinen Leuten nicht Hammer und Nägel geben, sondern in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer wecken“.

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