Wie M2M die Wartung von Maschinen verändert

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Maschinen und Anlagen technisch zu betreuen kann sehr aufwendig sein – vor allem für global agierende Unternehmen. Machine-to-Machine (M2M)-Lösungen versprechen Abhilfe. Mit ihnen können Anlagenbetreiber und Wartungsbetriebe ihre Außeneinsätze besser koordinieren, operative Kosten senken und Störungen vermeiden. Aber sind die Lösungen heute schon massentauglich?

Wenn früher der Kompressor einer Erdgastankstelle in Sibirien gewartet werden musste, bedeutete das für das Münchener Unternehmen Bauer Kompressoren vor allem eins: hohe Kosten. Denn selbst für die Rekonfiguration einer Anlage mussten die Service-Techniker lange Reisen auf sich nehmen. Bauer setzt deshalb auf die M2M-Lösung des Telekom Partners LUCOM. Dank ihr müssen die Service-Techniker nicht mehr vor Ort sein, um Betriebsdaten der Kompressoren abzurufen oder Einstellungen zu justieren. Außerdem erkennen sie Störungen schneller und können zeitnah reagieren.

Daran zeigt sich ein umfassender Wandel: die zunehmende Vernetzung der physikalischen Welt. Immer mehr Geräte verfügen heute über Sensoren, die kontinuierlich Daten über sich selbst und über ihre Umgebung sammeln. Mittlerweile gibt es kaum eine Branche und kaum einen Lebensbereich ohne Berührungspunkte mit M2M. Speditionen verbessern mit der Technologie ihr Auftragsmanagement und ihre Routenplanung, Landwirte behalten damit die Aufzucht ihrer Kuhherde im Blick und die Feuerwehr ist dank vernetzter Rauchmelder noch schneller über Brände informiert. Großes Potenzial sehen Experten im Bereich der industriellen Automatisierung. Während Politik und Wirtschaft hier noch über den Weg zu Industrie 4.0 diskutieren, ziehen immer mehr M2M-Lösungen in die Fabriken ein.

Fernwartung reduziert Außeneinsätze

Unternehmen wie LUCOM haben sich auf dieses Feld spezialisiert. „Wir betreuen heute Kunden aus den Bereichen Maschinenbau und Energie sowie Transport und Logistik“, sagt Geschäftsführer Gerhard Galsterer. Einer dieser Kunden ist GIESE Energie- und Regeltechnik. Der Maschinen- und Anlagenbauer entwickelt, produziert und vertreibt seit 1986 Blockheizkraftwerke. Um bei der Gewinnung elektrischer Energie und Wärme einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen, müssen die Techniker die Einstellungen individuell abstimmen. Früher waren die Mitarbeiter von GIESE deshalb ständig unterwegs. Heute kontrollieren und konfigurieren sie die Betriebsparameter mithilfe der M2M-Lösung von LUCOM bequem aus der Ferne.

Wie M2M die Wartung von Maschinen verändertLUCOM nutzt dafür einen eigens entwickelten Mobilfunkrouter. Das Gerät ist unter anderem mit einem Mobilfunkmodul sowie einer M2M-SIM-Karte der Telekom ausgestattet. Direkt an die speicherprogrammierbare Steuerung des Kraftwerks angeschlossen, liest der Router kontinuierlich Betriebsdaten aus und sendet sie über das Mobilfunknetz an einen Server. Dieser bereitet die Daten auf und stellt sie dem Techniker über ein Webportal bereit. Der Router empfängt gleichzeitig aber auch Steuerungsbefehle und delegiert diese an das Kraftwerk weiter. „Der Techniker kann auf diesem Weg die Parameter einer Anlage, wie beispielsweise die Vorlauftemperatur, optimieren“, erklärt Galsterer. Für GIESE hat sich die Fernverwaltung bereits ausgezahlt: Der Wirkungsgrad der Anlagen stieg und die Zahl der Außeneinsätze ging seit dem Einsatz der M2M-Lösung um 80 Prozent zurück.

Wie M2M die Wartung von Maschinen verändertAuch die IMO Car Wash Group, der weltgrößte Betreiber von Autowaschstraßen, profitiert bereits heute durch den Einsatz einer Fernwartungslösung. Mehrere hundert Waschanlagen hat LUCOM vernetzt. IMO vermeidet dadurch Ausfälle, optimiert Wartungen und nutzt Ressourcen geschickter. Wenn eine Anlage stillsteht, identifizieren die Techniker aus der Ferne sofort die Fehlerquelle. Häufig sind es nur banale Fehler wie ein verschmutzter Sensor. Der Techniker instruiert das Personal vor Ort dann telefonisch, um die Anlage wieder in Gang zu bringen.

Schnelle und kostengünstige Integration

Die Zusammenarbeit an der Vernetzungslösung für Waschanlagen begann vor acht Jahren. „Damals kam noch Modemtechnologie zum Einsatz“, sagt Galsterer. „Heute erfolgt die Datenübertragung via Mobilfunk.“ Die Vorteile: Statt zu bestimmten Zeiten ihren Status zu übermitteln, bleiben die Anlagen rund um die Uhr mit der Zentrale verbunden. Die Verkabelung entfällt. LUCOM kann die Anlagen so schnell und kostengünstig aufrüsten und in das Firmennetz des Kunden integrieren.

Wie M2M die Wartung von Maschinen verändertFür Unternehmen wie IMO eröffnen sich damit neue Möglichkeiten. Auf Basis der Betriebsdaten können sie Wartungsarbeiten beispielsweise proaktiv planen. Sensoren messen präzise den Verschleiß einzelner Komponenten. Auf Basis der ermittelten Werte und daraus abgeleiteter Statistiken lassen sich fundierte Prognosen über die Lebensdauer der Anlage und ihrer Einzelteile erstellen. Das erleichtert die Kostenkalkulation und verhindert Ausfälle durch zu spät durchgeführte Wartungsarbeiten.

Neben den großen Vorteilen für die Wartung und den Betrieb der Maschinen und Anlagen können Unternehmen die Daten auch für andere Geschäftsbereiche auswerten. Vernetzte Autowaschanlagen sammeln beispielsweise jeden Tag wertvolle Daten, wie die durchschnittliche Anzahl der Waschvorgänge pro Monat, die Lebenszeit einer Bürste oder den täglichen Verbrauch von Waschmitteln. Sie erkennen, wann das erste und letzte Auto eine Anlage nutzt, und welche Materialien die Anlage dabei verbraucht. Außerdem bieten sie präzise Einblicke in das Kundenverhalten, welches IMO über Länder, Regionen und Städte vergleichen kann. Die Daten sind nicht nur für Marketingzwecke einsetzbar. Sie helfen auch bei der Planung neuer Filialen rund um die Autopflege. IMO weiß aufgrund des Waschverhaltens in bestimmten Regionen zum Beispiel vorab, welche Standorte welche Wasseraufbereitungsanlagen brauchen.

Je tiefere Einblicke die Daten in Geschäftsabläufe vermitteln, desto wichtiger wird ihr Schutz vor unbefugtem Zugriff. Die Mobilfunkrouter kommunizieren in diesem Fall deshalb über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN). Die Daten werden dabei verschlüsselt übertragen und können nur mit den passenden Zugriffsrechten eingesehen werden. Unternehmensgeheimnisse sind so auch beim automatisierten Datenaustausch zwischen Maschinen vor Dritten geschützt.

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1 Kommentar

  1. Schnellerer Support, bessere Fehlerebehebung an Maschinen, Kostenminimierung… und das am Besten alles von überall auf der Welt. Das klingt für viele Industrie-Unternehmen noch wie ferne Zukunft, ist aber dank zahlreicher Apps mittlerweile schon sehr gut möglich. Wir haben ein Unternehmen interviewt, dass versucht mit Smart Glasses und einer passenden App auch Fernwartung zu ermöglichen. Ein guter Einstieg, meiner Meinung nach, für Industrie-Unternehmen, die sich langsam an Industrie 4.0 nähern wollen, aber noch unentschlossen sind. Hier gibts das ganze Interview: http://www.flyacts.com/blog/die-digitale-transformation-zu-nutze-gemacht-ein-interview-mit-der-adtance-gmbh-co-kg/

    Liebe Grüße,

    Johanna

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