Wirtschaftsfaktor Seecontainer

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Manche Menschen verändern die Welt, ohne das ihr Name weltweite Berühmtheit erlangt. Malcolm McLean ist solch ein Mann. Ohne ihn wäre die heutige Globalisierung in der Weltwirtschaft nicht denkbar.

Baumwolle als Ideengeber

Ein Tag im Jahr 1937 markiert den Beginn eines Fundaments, das den Transportmarkt komplett verändern sollte. Malcolm McLean war ein Fuhrunternehmer, der an besagtem Tag im Jahr 1937 Baumwolle auf seinem Truck geladen hatte und warten musste, bis seine Fracht abgeladen wurde. Wäre die Ladung in einer Kiste, wäre der Entladeprozess in wenigen Minuten erledigt. Dieser Gedanken ließ den 23-jährigen McLean nicht mehr los, doch er fand keine Investoren. Im Jahr 1955 konnte er sich seinen Traum eigenständig finanzieren, er kaufte der US-Marine zwei gebrauchte Tankschiffe ab und ließ sie zu Containerschiffen umbauen. Im April 1956 fuhr das erste Containerschiff von New Jersey nach Texas. Die Welt hatte die Basis ihrer Globalisierung.

Der China-Boom resultiert aus der Container-Innovation

Heute steht ein Frachtcontainer als Synonym für den globalen Welthandel. Die Weltmeere und ihre Schiffsrouten gleichen einer vielbefahrenen Autobahn. Waren werden exportiert und importiert und alles scheint sich in einem Zeitraffer zu bewegen. Die „American Lancer“ der United States Lines wurde im Jahr 1968 im Hamburger Hafen als erstes Containerschiff abgefertigt. Der Frachtumschlag mit einzelnen Kisten, Säcken und losen Packstücken verringerte sich schlagartig – der phänomenale Nutzen der Container zeichnete ein eindrucksvolles Bild. Die Reedereien, Lkws, die Bahn und die gesamte Hafenlogistik setzten auf einen standardisierten Blechcontainer, der immer die gleichen Maße aufweist. Das Hamburger Stadtbild begann sich rasend schnell zu verändern, immer mehr Logistiker setzten auf die innovativen Stahlboxen. Muskelkraft war kaum noch gefragt. Containerterminals und Containerbrücken entstanden, Reedereien setzten vermehrt auf Containerschiffe. Der Erfolg der Container basierte auf deren Einheitlichkeit. Alle haben die gleichen, genormte Maße. Ob 20 oder 40 Fuß Variante, alle Standardcontainer unterliegen einer ISO Norm und sind somit exakt geregelt.

Mittlerweile gibt es zudem noch Spezialcontainer, die ihr Ladevolumen in der Höhe ausweiten, oder für spezielle Anforderungen gefertigt werden, z.B. Kühl- oder Tankcontainer.

Die Branche in der Krise

Wie bei allem schlägt auch die einfache Regel in der Containerfracht zu Buche: Der Markt regelt den Preis. Vor einigen Jahren war es noch deutlich günstiger, ein Containerschiff quer über die Weltmeere zu schicken. Im Jahr 2013 wurden rund 120 Millionen Container um den Erdball transportiert. Obwohl die wirtschaftliche Lage in der Containerschifffahrt schwieriger geworden ist, wetteifern die Reedereien darum, das größte Schiff zu bauen. Im Moment liegt die chinesische Reederei CSCL mit der „CSCL Globe“ weit vorne, denn dieser Riese kann 19.100 Container transportieren. Und genau in dieser Aufrüstung liegt der Kernpunkt der Krise in der Containerschifffahrt. Auf der einen Seite entstehen Überkapazitäten, auf der anderen stagniert der Welthandel. Die Frachtraten sinken und die Fusionen nehmen zu. Doch Experten rechnen damit, dass sich die Branche in naher Zukunft erholen dürfte und es einen konstanten Markt gibt. Allerdings werden dann nur noch wenige kleine Reedereien ihre Schiffe auslaufen lassen, vielmehr sind es die großen Branchenriesen, die dann hauptsächlich das Ruder in der Hand halten.

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