Zeitgeist oder Utopie? – Das Produktdesign der (nahen) Zukunft

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Die Referenten des IFA+ Summit gehen das Thema „Design“ aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln an. In kurzer Zeit wurde ein Überblick darüber gegeben, über welche Formen und welche Einsatzbereiche sich die Spielarten des Designs erstrecken. Von interdisziplinären Herausforderungen über menschlich anmutende User-Interfaces bis hin zu virtuellen menschlichen Abbildern liegen die Konzepte zu den Designvorhaben der Zukunft bereits in den Schubladen der IT-Branche.

Das Produktdesign der (nahen) Zukunft

Auf einer wissenschaftlichen Ebene wird der Begriff Design von Frans Vogelaar betrachtet, der die Professur für Hybrid Space/Medialer Raum an der Kunsthochschule für Medien in Köln innehat. Unter dem Schlagwort „Hybrides Design“ versteht er die Berücksichtigung der Einflüsse weiterer Arbeitsbereiche in den Designprozess. Beispielsweise die Integration von Pflanzen in architektonische Projekte oder den Einfluss der aktuellen IT-technischen Entwicklung in das Produktdesign. Er wies darauf hin, dass eine zeitgemäße Innovationsstrategie zum Produktdesign das Scheitern als festen Bestandteil beinhalten muss. Nur so sei es in einem Umfeld des permanenten Wandels möglich, Anpassungen an neue Bedürfnisse vorzunehmen. Künftig sei es außerdem essentiell, Kunden mittels Co-Creation stärker an den Entwicklungsprozessen von Produkten und Dienstleistungen zu beteiligen.

Auch Professor Kalevi Ekman, Geschäftsführer und Gründer der finnischen Aalto Design Factory, verdeutlichte die Relevanz interdisziplinärer Designprojekte, die sich unter vielfältigen Einflüssen aus Ökonomie, Technologie und Design entwickeln. Er stellte das unter seiner Leitung erarbeitete Konzept des „Design ROI“ vor, der diesen Prozess messbar machen und die interdisziplinäre Kommunikation erleichtern soll. Damit werde ein Werkzeug bereitgestellt, das unterschiedliche Fachbereiche mit jeweils eigenem Vokabular effizient zusammenarbeiten lässt. Hintergrund ist Professor Ekman’s Plädoyer für gegenseitiges Verständnis und Respekt als Voraussetzungen für erfolgreiche interdisziplinäre Arbeit. Letztlich sollen möglichst schnelle und kostengünstige Testverfahren implementiert werden, um die Produktentwicklung produktiver zu gestalten.

Auf einer weniger abstrakten Ebene können die Herausforderungen zum Thema Design durch David Yen’s Erkenntnisse aus der Praxis resümiert werden. Der Produktdesigner der Online-LernplattformSocratic in New York City erklärte, dass sich die Erscheinung eines Produktes für die Konsumenten geradezu menschlich anfühlen muss. Als Strategie zur Produktentwicklung empfiehlt er, nach dem Prozess der Ideenfindung zur Funktionsweise eines Produktes unmittelbar auf die potenziellen Nutzer zuzugehen. Dadurch könne zum einen zügig ein erstes Distributionsnetz generiert werden. Zum anderen ergebe sich die Chance, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die eine gewisse Empathie für die zukünftigen Kunden umfasst. So werde erreicht, dass sich User aktiv an der Testphase eines neuen Produktes beteiligen.

Eine transhumanistische Sichtweise zum Design stellte Ph.D. Natasha Vita-Moore vor. Die Designerin, Autorin und Dozentin an der University of Advancing Technology in Phoenix, Arizona prognostizierte für die Hälfte der Weltbevölkerung des Jahres 2060 eine Lebenserwartung von mehr als 150 Jahren. Die intensive Aggregation und Auswertung persönlicher Daten durch Sensoren, die sich durchaus auch im Körperinneren befinden können, ermögliche die stetige Leistungssteigerung jedes einzelnen Körperteils. Es stelle sich die Frage, wie mit der strukturellen demographischen Verschiebung umgegangen werden kann. Laut Natasha Vita-Moore sollten gesammelte persönliche Erkenntnisse während der Lebensdauer und sogar über den Tod hinaus elektronisch gesichert werden. Neben der „herkömmlichen“ realen Erscheinung des menschlichen Körpers sei eine Visualisierung im virtuellen Raum denkbar. Dazu könne beispielsweise eine digitale Kopie des eigenen DNA-Codes als Backup erstellt werden. Die Therapie oder der Ersatz verletzter Organe werde damit beschleunigt. In gewisser Weise sei darüber hinaus ein Fortbestehen des Individuums nach seinem Ableben erreichbar.

Sehen Sie die Vorschläge dieser ausgewählten Dozenten als zukunftsfähig oder eher utopisch an? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge zum Thema!

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