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Neue, von ABBYY in Auftrag gegebene Untersuchungen zeigen große Herausforderungen bei der Einführung generativer KI (GenAI) im Transport- und Logistiksektor (T&L). Viele Unternehmen setzen andere KI-Technologien ein, um Ergebnisse zu verbessern.

Die von Opinium durchgeführte Umfrage zeigt: Fast ein Drittel (30 Prozent) der Unternehmen im T&L-Sektor hat keine KI-Strategie oder -Governance. Führungskräfte beklagten außerdem, dass das Trainieren der Modelle schwieriger als erwartet sei (30 Prozent). 25 Prozent hatten Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende Geschäftsprozesse.

Als Reaktion darauf begegnen viele Unternehmensverantwortliche diesen Herausforderungen durch den kombinierten Einsatz anderer Technologien. Das geht aus dem ABBYY State of Intelligent Automation Report 2025: GenAI Confessions hervor. 25 Prozent setzen auf KI-Agenten zur Verbesserung der Ergebnisse, 36 Prozent auf Process Intelligence und 27 Prozent auf RAG. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) investierte auch in Schulungen für Mitarbeitende.

Durch den Einsatz dieser Technologien waren letztlich 100 Prozent der Befragten aus dem T&L-Bereich mit ihren GenAI-Tools zufrieden. Infolgedessen erzielte die Hälfte (50 Prozent) Kosteneinsparungen. 45 Prozent verzeichneten Ergebnisse, die besser mit den Geschäftszielen übereinstimmen. Ebenso viele berichten von einer leichteren Integration in bestehende Systeme.

Das spiegelt sich auch in den geplanten Investitionen in KI für das Jahr 2026 wider: Im Durchschnitt soll das Budget um 22 Prozent steigen. Im Focus steht bei 38 Prozent der Befragten vor allem die Automatisierung von Aufgaben, um Geschäftsprozesse schneller und effizienter zu gestalten. 21 Prozent möchten monotone Tätigkeiten reduzieren und so die Mitarbeitenden entlasten. Weitere 20 Prozent wollen Daten gezielter nutzen, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Die gleiche Anzahl verfolgt das Ziel, sich mit generativer KI einen Vorsprung im Wettbewerb zu sichern.

Prozesse vor Investitionen in GenAI evaluieren

„Unternehmen geben Geld für GenAI-Tools aus, die mehr versprechen, als sie liefern können. In manchen Fällen benötigen sie sie nicht einmal“, sagte Maxime Vermeir, Senior Director of AI Strategy bei ABBYY. „Bevor Unternehmen GenAI-Tools oder agentenbasierte KI nutzen, sollten sie ihre aktuellen Prozesse evaluieren. Mithilfe von Datenanalysetools wie Process Intelligence lässt sich eine Übersicht über die Arbeitsabläufe erstellen.“

Vermeir fuhr fort: „Wenn sich das Trainieren von Modellen als schwieriger als erwartet erweist, stellt sich vortrainierte, zweckgebundene KI als die richtige Lösung heraus. Ein Beispiel ist eine globale Fast-Food-Kette, die wir unterstützt haben. Dort konnte die Extraktion von Daten aus Tausenden von Mietverträgen um 82 Prozent verbessert werden. Dafür wurde Document AI eingesetzt, um die GenAI-Ergebnisse gezielt zu optimieren.“

Nicht autorisierte GenAI-Nutzung durch Mitarbeitende kann Unternehmen potenziell gefährden

Die Umfrage zeigte auch: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der T&L-Führungskräfte berichteten, dass Mitarbeitende GenAI bereits eigenständig nutzten. Sie setzten die Technologie über Bring-Your-Own-Software (BYOS) für ihre persönliche Produktivität ein. Das wirft Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit Schatten-IT auf.

Allgemein berichten Führungskräfte von einer positiven Einstellung der Mitarbeitenden zu GenAI. 37 Prozent sagte, die Technologie lasse Mitarbeitende „intelligenter und professioneller“ erscheinen. Fast ein Fünftel (59 Prozent) gab an, sie reduziere die Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden. 65 Prozent erleben eine verbesserte Zusammenarbeit und 41 Prozent meinten, sie fördere Kreativität und Innovation.

Ulf Persson, CEO von ABBYY, kommentierte: „GenAI schafft bemerkenswerte Möglichkeiten, die Arbeitsweise neu zu denken, was verständlicherweise große Begeisterung auslöst. Allerdings wirft Schatten-IT potenziell ernsthafte Fragen hinsichtlich Datenschutz und Compliance auf. Das betrifft vor allem Fälle, in denen Einzelpersonen frei verfügbare Tools wie ChatGPT, Grok oder Perplexity ohne Aufsicht am Arbeitsplatz verwenden. Der unternehmerische Nutzen des Potenzials von GenAI wird erst dann wirklich freigesetzt, wenn Unternehmen eine sichere und strategische Einführung vorantreiben. Entscheidend ist dabei ein klarer Fokus auf Risikomanagement.“

Weitere wichtige Erkenntnisse aus dem Bericht

  • Der Einsatz von GenAI ist inzwischen weit verbreitet. Drei Viertel (75 Prozent) der Unternehmen nutzen entsprechende Tools entweder unternehmensweit oder zumindest in einzelnen Bereichen.
  • 64 Prozent setzen GenAI zur Automatisierung dokumentenbasierter Geschäftsprozesse ein, zum Beispiel in der Kreditorenbuchhaltung. 57 Prozent nutzen sie im Kundenservice, 54 Prozent zur Steigerung der Mitarbeitereffizienz.
  • Bei den gewünschten Weiterentwicklungen von GenAI steht für T&L-Unternehmen ein Punkt an erster Stelle: 32 Prozent wünschen sich, dass GenAI selbst erkennt, welche Prozesse optimiert werden können, und diese eigenständig verbessert. 27 Prozent hätten gerne, dass GenAI Rückfragen stellt, um präzisere Ergebnisse zu liefern. Ebenfalls 27 Prozent sehen es als Vorteil, wenn GenAI bei der Implementierung jedes beliebige Geschäftssystem automatisch erkennt.

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