Autor: Simon Hayward, General Manager und VP of Sales, International bei Freshworks ©Freshworks
Während sich politische Entscheidungsträger und Wirtschaftsvertreter in Deutschland weiterhin darauf konzentrieren, Effizienz zu steigern und Bürokratie abzubauen, deutet eine neue Studie von Freshworks darauf hin, dass viele Unternehmen stattdessen eine neue Ebene interner Bürokratie durch zunehmend komplexe KI-Umgebungen schaffen.
Die Ergebnisse des Freshworks Global Cost of Complexity Report – einer Studie unter 12.021 IT-Entscheidungsträgern (ab Management-Ebene) in sechs Märkten, darunter 2.003 Befragte in Deutschland – zeigen, dass die Bewältigung von KI-Komplexität IT-Teams zunehmend unter Druck setzt. Mehr als vier von fünf (85 %) der deutschen IT-Entscheidungsträger geben an, dass sich dadurch die Arbeitsbelastung ihrer Teams erhöht hat. Eine ähnlich hohe Zahl (82 %) berichtet zudem, dass ihre Teams zwischen 10 und 39 % der für KI aufgewendeten Arbeitszeit auf Komplexitätsbewältigung entfällt, anstatt auf strategische Aufgaben.
Die Studie legt nahe, dass der operative Aufwand rund um KI einen erheblichen Teil der Produktivitätsgewinne schmälert, die sich Unternehmen von ihrem Einsatz erhofft haben. Deutsche IT-Teams verbringen inzwischen mehr als ein Viertel (27 %) ihrer KI-bezogenen Arbeitszeit mit der Verwaltung von Integrationen, der Fehlerbehebung und der Bewältigung von Komplexität, anstatt sich auf strategische KI-Initiativen zu konzentrieren. Gleichzeitig schätzen Unternehmen, dass 26 % ihrer KI-Budgets nicht in die eigentliche KI fließen, sondern durch die von der Studie als „Komplexitätssteuer“ bezeichneten Zusatzkosten verloren gehen. Dazu zählen ungeplante Aufwendungen für Systemintegration, Governance und Datenaufbereitung. Hinzu kommen durch Redundanz verursachte Mehrarbeit sowie der laufende Support.
Wie groß die Herausforderung inzwischen ist, zeigt auch: Mehr als ein Drittel (37 %) der deutschen IT-Entscheidungsträger bezeichnet KI-Komplexität als „ein sehr gravierendes Problem“ für ihr Unternehmen – der höchste Wert unter den sechs untersuchten Märkten.
Von deutschen Unternehmen wird erwartet, Bürokratie abzubauen. Gleichzeitig wächst sie ausgerechnet dort am schnellsten, wo kaum jemand hinschaut: in der eigenen KI-Landschaft. Der Cost of Complexity Report zeigt, dass IT-Teams nicht deshalb ein Viertel ihres KI-Budgets und ihrer Arbeitszeit verlieren, weil die Technologie nicht funktioniert. Sie verlieren diese Ressourcen, weil niemand den Aufwand für Integration, Governance und die notwendige Bereinigung nach der Einführung eingeplant hat. Wenn Deutschland das Produktivitätspotenzial von KI tatsächlich ausschöpfen will, muss sich die Debatte weg von der Frage verlagern, wie viel KI angeschafft wird, hin zu der Frage, wie gut die einzelnen Lösungen zusammenarbeiten.
Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen: https://www.freshworks.com/de/cost-complexity-mid-market-report-2026/
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