©Business and Professional Women-Germany e.V.

Der Equal Pay Day wird in Deutschland jährlich von den Business and Professional Women Germany (BPW) festgelegt. Für das Jahr 2026 fällt er auf den 27. Februar und markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen im Vergleich zu Männern rechnerisch unbezahlt arbeiten. Grundlage dafür ist der unbereinigte Gender Pay Gap von 16 %, der laut Statistischem Bundesamt (Destatis) sowohl 2024 als auch 2025 unverändert blieb. Damit bestätigt sich: Der starke Rückgang von 18 % im Jahr 2023 auf 16 % im Jahr 2024 war eine einmalige Verbesserung, die sich 2025 nicht weiter fortsetzte. [destatis.de]
„Tarifverträge, etwa in der Metall- und Elektroindustrie, gewährleisten eine personenunabhängige Bewertung von Arbeitsaufgaben und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gleichbehandlung“, betont Andreas Feggeler, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.
Unbereinigter Gender Pay Gap: Frauen verdienen weiterhin 16 % weniger


Auch im Jahr 2025 verdienten Frauen durchschnittlich 16 % weniger pro Stunde als Männer. Destatis gibt folgende Bruttostundenverdienste an:

  • Frauen: 22,81 Euro
  • Männer: 27,05 Euro
    → Unterschied: 4,24 Euro pro Stunde. [destatis.de]

Im Vergleich zu 2024 ergibt sich damit keine Veränderung im unbereinigten Gender Pay Gap.
Bereinigte Entgeltlücke: stabil bei 6 Prozent
Aussagekräftiger ist die bereinigte Entgeltlücke, da hier strukturelle Einflussfaktoren berücksichtigt werden – z. B.:

  • Qualifikation und Ausbildung
  • Branche und Beruf
  • Erwerbsumfang und Beschäftigungsform
  • Unternehmensgröße
  • berufliche Position
  • tarifliche und variable Entgeltbestandteile

Nach Berechnung des Statistischen Bundesamts liegt die bereinigte Entgeltlücke 2025 unverändert bei 6 %. Dieser Wert stellt eine Obergrenze möglicher geschlechtsbezogener Entgeltdiskriminierung dar. Werden zusätzliche Entgeltfaktoren wie Erwerbsunterbrechungen, Pflegezeiten oder Schichtzulagen einbezogen, ist eine noch geringere Differenz wahrscheinlich. [destatis.de]
Bessere Rahmenbedingungen – insbesondere in der Kinderbetreuung und Pflege – könnten hier maßgeblich zur Reduzierung struktureller Unterschiede beitragen.
Tarifverträge: Systematisch personenunabhängig
In tarifgebundenen Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie erfolgt die Bewertung und Einstufung von Arbeitsaufgaben unabhängig von der Person, die diese ausführt.
Bei korrekter Anwendung bedeutet dies: Gleiche und gleichwertige Arbeit wird unabhängig vom Geschlecht gleich vergütet.
 
Neue EU-Richtlinie stärkt Entgelttransparenz
Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EU 2023/970) sollen Entgeltstrukturen europaweit transparenter und diskriminierungsfrei werden.
Zentrale Vorgaben:

  • Bis Juni 2026 muss die Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt sein.
  • Unternehmen ab 150 Beschäftigten müssen ab 2027 erstmals für das Jahr 2026 Entgeltberichte vorlegen.

Ziel ist es, Lohnstrukturen offen zu legen und geschlechtsspezifische Unterschiede sichtbar zu machen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Entgeltgleichheit. [braunschweig.de]
 
Quellen
(1) BPW Germany: https://www.equalpayday.de/
(2) Destatis Pressemitteilung Nr. 453 vom 16.12.2025: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/12/PD25_453_621.html[equalpayday.de][destatis.de]

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