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Deutschland verzeichnete 2025 fast drei Millionen neu zugelassene Personenkraftwagen (Pkw). Der Rekordwert verschärft den Parkdruck in deutschen Großstädten weiter, während das verfügbare Stellplatzangebot nahezu unverändert bleibt. In Metropolen wie Berlin und München übersteigt die Zahl der Fahrzeuge bereits die der vorhandenen Parkplätze deutlich. Das Kernproblem ist dabei nicht allein die Menge der Autos, sondern die ineffiziente Nutzung bestehender Flächen: Stellplätze sind zeitweise blockiert, falsch belegt oder bleiben ungenutzt, während gleichzeitig Suchverkehr entsteht. Klassische Reaktionen wie kostspielige Neubauten oder pauschale Gebührenerhöhungen greifen daher aus Sicht vieler Kommunen zu kurz. Mario Feghali, Experte für Parkraumbewirtschaftung beim Anbieter Avantpark, sieht den wirksameren Ansatz in der digitalen Steuerung bestehender Parkflächen. Kamerabasierte Parksysteme erfassen Ein- und Ausfahrten automatisch und ermöglichen eine gezieltere Nutzung vorhandener Kapazitäten – ohne zusätzliche Baumaßnahmen.
Die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes machen die Dimension deutlich: 2025 rollten knapp drei Millionen neu zugelassene Pkw auf deutsche Straßen.[1]Ein Rekordwert, der die ohnehin angespannte Parkraumsituation weiter verschärft. Doch während die Fahrzeugzahlen kontinuierlich steigen, stagniert das Platzangebot in den Innenstädten. Die Folge ist eine wachsende Lücke zwischen Fahrzeugbestand und verfügbarem Parkraum. Der Parkplatz-Index etwa zeigt, dass in München durchschnittlich mehr als zwei Pkw auf einen Stellplatz kommen, in Wiesbaden und Stuttgart sind es jeweils rund anderthalb Pkw.[2]In den Parkhäusern entwickelt sich eine ähnliche Dynamik: In Berlin kommen rechnerisch 50,3 Autos auf einen einzigen Parkhausplatz, in Hamburg sind es 47,8, in München 47,0. „Die deutschen Großstädte verfügen zusammen über 7,2 Millionen zugelassene Fahrzeuge, denen lediglich 249.554 Flächen in 770 Anlagen gegenüberstehen.[3]Wir sehen hier eine strukturelle Diskrepanz, die sich durch die hohen Neuzulassungszahlen Jahr für Jahr weiter verschärft“, erklärt Mario Feghali, Leiter Vertrieb und Kundenbetreuung beim Parksystemanbieter Avantpark. Besonders problematisch seien Stoßzeiten wie Wochenenden oder Großveranstaltungen. Dann blieben Reserveflächen etwa vor Supermärkten oder Kliniken ungenutzt oder würden von Unbefugten blockiert, während berechtigte Nutzer vergeblich nach Stellplätzen suchten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie vorhandene Parkflächen effizienter bewirtschaftet werden können.
Kommunen stehen aufgrund des steigenden Parkdrucks vor einem Dilemma
Kommunen stehen aufgrund des steigenden Parkdrucks vor einem strukturellen Dilemma. „Ein Neubau von Stellplätzen, um mehr Kapazitäten zu schaffen, klingt zunächst nach einer naheliegenden Lösung. Doch er ist meist kostenintensiv und kurzfristig kaum umsetzbar“, erläutert Mario Feghali, Leiter Vertrieb und Kundenbetreuung beim Parksystemanbieter Avantpark. Pro Stellplatz fallen nach Branchenangaben zwischen 20.000 und 25.000 Euro an – Investitionen, die viele Städte und private Betreiber scheuen oder nicht leisten können. Gleichzeitig verschärft sich das Problem nicht nur durch die Zahl der Fahrzeuge, sondern durch eine ineffiziente Nutzung bestehender Flächen. Stellplätze werden zweckentfremdet genutzt, von Unbefugten blockiert oder über längere Zeit belegt, während berechtigte Nutzer keinen Platz finden. „Jedes zusätzliche Fahrzeug erhöht den Effizienzdruck“, so Feghali. Kurzfristige Entlastung entsteht daher nicht durch neue Flächen, sondern durch Anreize für korrektes Parken und eine bessere Steuerung des vorhandenen Raums.
Digitalisierung der Parkraumbewirtschaftung könnte Linderung und Anreize schaffen
Genau an diesem Punkt setzt die Digitalisierung der Parkraumbewirtschaftung an. Als möglichen Lösungsweg sieht Feghali den Einsatz kamerabasierter Systeme, die Kennzeichen bei Ein- und Ausfahrt automatisch erfassen – ohne Schranken oder Parktickets. Die Software gleicht die Daten in Echtzeit mit digitalen Berechtigungen wie Online-Tickets, Anwohnerausweisen oder Reservierungen ab. „Der Vorteil liegt in der automatischen Erfassung“, erklärt Feghali. „Das System erkennt, wer berechtigt ist und wer nicht, ohne dass Personal vor Ort kontrollieren muss“, so der Experte weiter. Falschparken, Überziehen von Parkzeiten oder die unberechtigte Nutzung von Kunden- und Sonderstellplätzen werden damit messbar und sanktionierbar. Kundenparkplätze vor Supermärkten oder reservierte Flächen an Kliniken bleiben so für ihren vorgesehenen Zweck verfügbar, statt dauerhaft blockiert zu werden. Neben der besseren Nutzung bestehender Stellplätze schafft die digitale Bewirtschaftung einen weiteren Effekt: Sie ermöglicht es privaten Eigentümern, Flächen wirtschaftlich als Parkraum zu betreiben. Flächen, die bislang nicht als Parkplätze ausgewiesen oder freigegeben waren, können durch kontrollierte Nutzung und Abrechnung erstmals rentabel werden. Damit entsteht ein Anreiz, zusätzliche Parkflächen temporär oder dauerhaft zur Verfügung zu stellen – ohne kommunalen Neubau und ohne langwierige Genehmigungsverfahren.
Flächendeckende Kontrollen und die Nutzung von Echtzeitdaten
Herkömmliche Kontrollen durch Fußstreifen erfassen etwa 50 Fahrzeuge pro Stunde, sind personalintensiv und lückenhaft.[4]Digitale Systeme erfassen Ein- und Ausfahrten automatisch und ermöglichen damit eine kontinuierliche Übersicht über die Nutzung der Parkflächen. „Dabei arbeitet die Technologie hinter der Kennzeichenerfassung datenschutzkonform“, betont Feghali. Ein weiterer Aspekt sind Echtzeitdaten zur Flächennutzung. Sie zeigen beispielsweise auf, wenn samstags vormittags die Auslastung steigt, und ermöglichen darauf basierende Anpassungen wie dynamische Tarife oder temporäre Event-Zonen. „Solche Daten helfen Betreibern und Kommunen, ihre Flächen bedarfsgerechter zu steuern“, sagt Feghali und betont: „Das macht vorhandene Kapazitäten besser nutzbar für alle Beteiligten.“ Viele Kommunen reagieren auf den steigenden Parkdruck mit Gebührenerhöhungen. Aus Sicht von Feghali greifen solche Maßnahmen jedoch zu kurz. „Höhere Preise schaffen keine zusätzlichen Stellplätze. Sie können die Nachfrage dämpfen, lösen aber nicht das strukturelle Problem der Flächenknappheit“, sagt er. Entscheidend sei daher nicht das Preisniveau, sondern die Frage, wie effizient vorhandene Flächen genutzt werden. Effiziente Bewirtschaftung mache bestehende Kapazitäten zugänglich, insbesondere in Stoßzeiten.
[1]https://bit.ly/4bIzKpi
[2]https://bit.ly/49LK6Cl
[3]https://bit.ly/4sRT7lS
[4]https://bit.ly/4sVZOUk
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