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Wie stark sind Frauen am Kompetenzerwerb im Bereich Generative KI (GenAI) beteiligt? Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat Coursera, eine der weltweit größten Online-Lernplattformen, die globalen Daten zu Kurseinschreibungen und -abschlüssen rund um GenAI untersucht [1]. In Deutschland lag der Frauenanteil bei entsprechenden Einschreibungen im Jahr 2025 bei 29 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,3 Prozentpunkte gesunken. In Nachbarländern wie Polen (+3,8 Prozentpunkte) und Österreich (+2,8 Prozentpunkte) nahmen diese hingegen zu.
 
Zwei Drittel (65 Prozent) der deutschen Unternehmen halten laut Bitkom das IT-Fachkräfteproblem ohne Frauen für nicht lösbar [2]. Die Coursera-Daten für die IT-bezogene und branchenübergreifende Schlüsselkompetenz GenAI deuten jedoch auf eine anhaltende Lücke beim Thema GenAI-Weiterbildung. So sank der Anteil von Frauen in GenAI-Weiterbildungskursen in Deutschland leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 29 Prozent, während er weltweit von 32 Prozent im Jahr 2024 auf 36 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist. Parallel nahmen die Gesamteinschreibungen in GenAI-Kurse in Deutschland um 35 Prozent zu. Auch bei den Kursabschlussraten im Bereich GenAI lagen Frauen hierzulande mit 27 Prozent hinter denen der Männern (34 Prozent).
 
Deutschlands Nachbarn mit positiverer Entwicklung bei GenAI-Einschreibungen – außer der Schweiz
 
Während die weiblichen Einschreibungen in GenAI-Kurse weltweit im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um das 1,4-Fache gestiegen sind, fällt das Wachstum in Europa mit dem Faktor 1,2 moderater aus. Innerhalb Europas zeigten Deutschlands Nachbarländer Polen (+3,8 Prozentpunkte), Österreich (+2,8 Prozentpunkte) und Frankreich (+2,0 Prozentpunkte) Zuwächse beim Frauenanteil an GenAI-Einschreibungen. Die Schweiz verzeichnete dagegen einen Rückgang um 2,7 Prozentpunkte.
 
Im globalen Vergleich sank der Frauenanteil an GenAI-Einschreibungen in den USA (-0,9 Prozentpunkte) und Großbritannien (-1,8 Prozentpunkte). Usbekistan ist dagegen mit einem Anteil von 59 Prozent weltweit das einzige Land, in dem Frauen aktuell die Mehrheit der GenAI-Einschreibungen verzeichnen. Kolumbien sticht sowohl mit einer positiven Entwicklung beim Frauenanteil an GenAI-Einschreibungen (+4,5 Prozentpunkte) als auch durch häufigere Kursabschlüsse im Vergleich zu Männern (+8,6 Prozentpunkte) hervor. Den Coursera-Expert:innen zufolge profitiert das Land davon, dass GenAI-Kurse sowohl in staatliche Qualifizierungsinitiativen als auch in hochschulweite Lernangebote für Studierende eingebettet sind.
 
Frauenanteil in Deutschland höher bei GenAI-Einstiegskursen
 
Die Coursera-Daten zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen Kursformaten und Frauenanteil: Anwendungsorientierte Einführungskurse, die GenAI als praktisches Werkzeug für den Berufsalltag vermitteln, wiesen in Deutschland einen höheren Anteil weiblicher Lernender auf als technische Spezialkurse. So gehörte „KI für Jedermann“ von DeepLearning.AI im Jahr 2025 mit knapp einem Drittel (32 Prozent) zu den GenAI-Angeboten mit den höchsten Frauenanteilen.
 
Die zehn von Frauen meistbelegten GenAI-Kurse 2025 in Deutschland nach Gesamteinschreibungen (Anteil weiblicher Lernender in Prozent):

  1. Generative KI für alle (DeepLearning.AI) – 32 Prozent
  2. Prompt Engineering für ChatGPT (Vanderbilt University) – 30 Prozent
  3. Google AI Essentials (Google) – 38 Prozent
  4. Generative KI: Einführung und Anwendungen (IBM) – 32 Prozent
  5. Generative AI: Grundlagen der Prompt-Technik (IBM) – 30 Prozent
  6. Generative AI with Large Language Models (DeepLearning.AI & Amazon Web Services) – 20 Prozent
  7. Einführung in die Generative KI (Google Cloud) – 32 Prozent
  8. ChatGPT Erweiterte Datenanalyse (Vanderbilt University) – 28 Prozent
  9. ChatGPT Prompt Engineering für Entwickler (DeepLearning.AI) – 25 Prozent
  10. OpenAI GPTs: Eigene KI-Assistenten erstellen (Vanderbilt University) – 27 Prozent

Dr. Alexandra Urban, Learning Science Research Lead bei Coursera, kommentiert:
 
„Die Daten zeigen, dass die Gender Gap bei GenAI-Trainings nicht festgeschrieben ist – in vielen Ländern schließt sie sich bereits deutlich. Gleichzeitig machen die Ergebnisse aus Deutschland und anderen westlichen Ländern deutlich, dass dieser Fortschritt nicht automatisch eintritt. Schulungen zu Generativer KI müssen zugänglich, praxisnah und eng mit konkreten Karrierewegen verknüpft sein. Entscheidend ist zudem, Einstiegshürden zu senken: Das erleichtert Lernenden den Start und hilft ihnen, langfristig dranzubleiben. Technische Kompetenzen sollten dabei von Anfang an mit ergänzenden Fähigkeiten wie kritischem Denken kombiniert werden. Länder wie Kolumbien und Usbekistan zeigen, dass ein breiter Zugang zu Bildungsangeboten und gut strukturierte Lernökosysteme die Gender Gap spürbar verringern können. Neben staatlichen Rahmenbedingungen sind auch Unternehmen und Hochschulen gefragt: Wenn sie KI-Weiterbildung bewusst inklusiv gestalten, stärken sie ihre Talentbasis und schaffen die Grundlage für künftigen wirtschaftlichen Erfolg.“
 
Der vollständige Coursera-Report „The Gender Gap in GenAI: Evidence of Progress One Year Later“ ist ab dem 8. März 2026 verfügbar.
 

[1] Die Analyse basiert auf Einschreibungsdaten zu Generative-AI-Kursen auf der Lernplattform Coursera, wie im Report „Gender Gap in GenAI: Evidence of Progress One Year Later“ ausgewiesen. Für kursbezogene Auswertungen und Rankings wurden ausschließlich Kurse berücksichtigt, bei denen sowohl männliche als auch weibliche Lernende jeweils mindestens 3.000 Einschreibungen aufweisen, um eine ausreichende Stichprobengröße sicherzustellen.
[2] https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Karrierehuerden-Frauen-fehlen-in-IT-und-Digitalberufen

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