Verena Deller, Vorständin der codecentric AG © codecentric AG

Wenn Unternehmen über die Auswirkungen von KI auf ihre Belegschaft sprechen, fällt fast zwangsläufig der Begriff Upskilling. Mitarbeitende sollen lernen, mit der Technologie zusammenzuarbeiten und neue Rollen zu übernehmen. Dabei richtet sich der Blick meist auf die Teams – und erstaunlich selten auf diejenigen, die sie führen.

Doch KI übernimmt mittlerweile auch klassische Managementaufgaben. Zugleich stellt sich die Frage, wie Leistung bewertet, Verantwortung zugeordnet und Entscheidungen hinterfragt werden können, wenn KI an ihrem Zustandekommen beteiligt war. 

Verena Deller, Vorständin bei der IT-Beratung codecentric AG, ist überzeugt, dass auch Führungskräfte sich wandeln müssen:

„KI-Transformation ist Chefsache: Ihr Erfolg steht und fällt mit vorgelebter Relevanz „from the top“. Wer als Leader nicht „hands on“ mit KI arbeitet, kann die Tragweite für das eigene Geschäftsmodell nicht erfassen. In vielen Führungsetagen wird KI jedoch als reines Effizienztool missverstanden. Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass „mehr Output in weniger Zeit“ die wichtigste Metrik ist: Wenn die KI 80 % eines Konzepts generiert, bewerte ich nicht mehr Wissen und Geschwindigkeit, mit der eine Leistung erreicht wurde, sondern Vision, Problemlösungskompetenz und Umsetzungsqualität. 

Die eigentliche Herausforderung dabei ist eine kulturelle: KI hat keine Empathie und schlichtet keine Konflikte. Hier liegt die neue Superkraft des Mittelmanagements: den Menschen Sinn, Kontext und Orientierung geben, während die Maschinen Prozesse skalieren. Als Führungskraft orchestriere ich künftig hybride Teams aus Talenten und KI-Agenten: Agenten übernehmen dann repetitive, datenintensive und hochgradig strukturierbare Aufgaben wie Code, Datenanalysen oder Research. Der Mensch übernimmt dort, wo strategische Intuition, ethische Abwägungen, unstrukturierte Kreativität und zwischenmenschliche Dynamiken gefragt sind. KI fordert uns nicht heraus, härter zu arbeiten, sondern menschlicher zu führen.“

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Verena Deller verantwortet als Vorständin der codecentric AG das Thema Menschen und Kommunikation. Sie bringt über 20 Jahre internationale Beratungserfahrung mit. Bevor sie im Mai 2023 zu codecentric kam, war Verena Deller als Führungskraft in einer auf Einkauf und Supply Chain spezialisierten Beratung tätig.

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