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Während Nachwuchskräfte mit aktuellem Know-how starten, wird die kontinuierliche Weiterbildung für erfahrene IT-Experten zur zeitlichen und finanziellen Herausforderung – eine riskante Asynchronität für die Unternehmenssicherheit.
Pünktlich zum Start des neuen Ausbildungsjahres investieren Deutschlands Unternehmen in frisches Talent für ihre IT-Abteilungen. Doch der globale Verband für digitales Vertrauen, ISACA, warnt davor, dass der Fokus auf den Nachwuchs ein systemisches Risiko verdeckt: Die enorme Geschwindigkeit des technologischen Wandels schafft eine Lücke zwischen dem unersetzlichen Erfahrungswissen etablierter Fachkräfte und dem dringend benötigten neuen Know-how über aktuelle Bedrohungen wie KI-gesteuerte Angriffe.
„Die Praxiserfahrung, die ein Senior-Administrator mitbringt, ist durch nichts zu ersetzen. Sie ist das Fundament der Stabilität eines Unternehmens“, erklärt Markus Gaulke, Vorsitzender des ISACA German Chapter und Vizepräsident Weiterbildung. „Doch die Stabilität wird bedroht, wenn dieser Experte durch das Tagesgeschäft so stark beansprucht wird, dass keine Zeit für die Weiterbildung zu den neuesten, KI-gestützten Angriffsmethoden bleibt. Die Lücke, die durch den Mangel an Zeit und Ressourcen für kontinuierliches Lernen verursacht wird, kann zur strategischen Schwachstelle des Unternehmens werden.“
Dieser Druck auf die Kernbelegschaft ist messbar. Laut der ISACA-Studie „State of Privacy 2026“ geben 67 Prozent der Datenschutz- und Sicherheitsexperten an, ihre Arbeit sei heute stressiger als vor fünf Jahren. Als Hauptgründe nennen sie das schnelle Tempo des technologischen Wandels (68 %) und die steigenden Compliance-Anforderungen (64 %). Gleichzeitig sind über die Hälfte der technischen Teams unterbesetzt (51 %), was den Zeitdruck für den Einzelnen weiter erhöht.
Verschärft wird die Situation durch eine Bedrohungslandschaft, die sich schneller entwickelt als je zuvor. Die ISACA AI Pulse Poll 2026 zeigt, dass 71 Prozent der europäischen Experten KI-gestützte Angriffe für schwerer zu erkennen halten. Doch nur eine Minderheit der Unternehmen (42 %) verfügt über eine formelle KI-Richtlinie, um den neuen Risiken strukturiert zu begegnen.
Von der Ausbildungskultur zur permanenten Lernkultur
Der dringende Bedarf an Weiterbildung ist bei den Fachkräften selbst angekommen: 54 Prozent der Experten sind laut der AI Pulse Poll überzeugt, ihre KI-Kompetenzen innerhalb der nächsten sechs Monate erheblich verbessern zu müssen, um ihre Karriere voranzutreiben oder ihre aktuelle Rolle zu behalten.
„Wir können nicht von unseren erfahrensten Mitarbeitenden erwarten, dass sie uns vor den Bedrohungen von morgen schützen, wenn wir ihnen keinen Zugang zu entsprechenden Schulungen und Wissen gewähren“, so Gaulke. „Unternehmen müssen Weiterbildung als festen Bestandteil ihrer Sicherheitsstrategie anerkennen und aktiv fördern. Es geht darum, eine Brücke zwischen der wertvollen Praxiserfahrung und dem rasanten Innovationszyklus zu bauen.“
Um diesen Austausch zu fördern und praxisnahe Lösungsansätze zu vermitteln, bietet die ISACA Europe Conference vom 7. bis 9. Oktober in München eine zentrale Plattform. Führende Expertinnen und Experten aus ganz Europa diskutieren dort, wie Unternehmen ihre Teams fit für die Herausforderungen von KI-Governance, Cloud-Resilienz und neuen EU-Regularien machen können.
Zudem ist der Ausbildungsstart im Sommer die Chance, die Weichen für echte Team-Resilienz zu stellen. Die widerstandsfähigsten Unternehmen schaffen eine Kultur, in der sich das frische Wissen der Nachwuchskräfte und die Praxiserfahrung sowie Weitsicht der etablierten Fachleute ergänzen. Ein solches Team kann nicht nur auf bekannte Risiken reagieren, sondern auch den unbekannten Bedrohungen von morgen souverän begegnen.
Weitere Informationen zur ISACA Europe Conference 2026 unter: https://www.isaca.org/training-and-events/conferences/isaca-europe-conference
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