Bild nach der Preisverleihung (von links nach rechts): Johannes Groß, Dr. Christian Gilcher und Marcel Rosiak. Bildquelle: embraceableAI.

Das Karlsruher KI-Unternehmen embraceableAI ist auf dem IONOS Summit 2025 in Berlin mit dem Award für das beste KI-Projekt des Jahres ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das kognitive Denksystem e1, das einen alternativen Weg in der Entwicklung künstlicher Intelligenz verfolgt: Statt allein auf immer größere Modelle zu setzen, legt e1 den Fokus auf eine kontrollierbare, nachvollziehbare und auditierbare Systemarchitektur maschinellen Denkens.

Vom Modell zum System
Während heutige KI-Modelle häufig plausible, aber nicht überprüfbare Antworten generieren, geht e1 einen grundlegend anderen Weg: Es beruht auf einer Systemarchitektur, in der das Denken als Abfolge kontrollierter Zustände organisiert ist.

Dabei kommen marktübliche Sprachmodelle zusammen mit einer Cognitive Control Unit (CCU) und Gedächtniskomponenten zum Einsatz. Die CCU steuert den Ablauf der einzelnen Denk- und Ableitungsschritte und stellt sicher, dass jede Schlussfolgerung automatisch validiert und reproduzierbar dokumentiert wird. So entsteht ein nachvollziehbarer, überprüfbarer Denkprozess statt bloßer Wahrscheinlichkeitsfortsetzung.

Für embraceableAI bestätigt die Auszeichnung den eingeschlagenen architektonischen Weg hin zu kontrollierbaren Denksystemen:

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Sie bestätigt, dass KI-Systeme strukturell beherrschbar sein müssen, wenn sie in kritischen Kontexten zuverlässig eingesetzt werden sollen. Mit e1 zeigen wir, wie maschinelles Denken nachvollziehbar gestaltet werden kann – und schaffen damit eine Grundlage für vertrauenswürdige KI in realen Anwendungen.“

Dr.-Ing. Christian Gilcher, CEO und Gründer von embraceableAI. 

Kontinuierliche Weiterentwicklung und Grundlagenforschung
embraceableAI arbeitet konsequent an der Weiterentwicklung seines architektonischen Ansatzes. Mit e2 liegt bereits die nächste Evolutionsstufe vor, die nicht durch aufwendiges Training oder größengetriebene Modelle, sondern allein durch Verfeinerung der Systemarchitektur eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit erzielt. 

Zugleich wurde in diesem Jahr das Advanced Cognitive Systems Lab (ACSL) gegründet, um die Grundlagen kognitiver Systemarchitekturen systematisch zu erforschen. Der Leitgedanke ist klar: Nicht immer größere Modelle, sondern bessere Systemarchitekturen schaffen verlässliche, auditierbare und gesetzeskonforme KI. Erst durch eine strukturell beherrschbare Architektur kann KI verlässlich in industrielle Abläufe integriert werden. So wird KI von einer Technologie mit Potenzial zu einem real wirksamen Instrument betrieblicher Wertschöpfung.

„Wir arbeiten bereits an der nächsten theoretischen Schicht: der Cognitive State Machine (CSM),“ erklärt Christian Gilcher. „Mit CSM wird das maschinelle Reasoning formalisiert – als System diskreter Zustände, expliziter Übergänge und kontrollierter Operatoren. Diese Forschung soll langfristig die Grundlage für maschinelles Denken schaffen, das nicht nur funktioniert, sondern sich auch mathematisch erklären lässt. Damit erweitern wir unsere Arbeit von der Systemarchitektur hin zur Theorie des maschinellen Reasonings – ein Schritt, den bisher niemand in dieser Tiefe gegangen ist.“

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