Daniel Fellhauer CEO Padelsmart GmbH ©Daniel Fellhauer

Padel-Tennis wächst in Deutschland schneller als die Infrastruktur mithalten kann. Während die Nachfrage explodiert, fehlen tausende Courts – mit direkten Auswirkungen auf Skalierung, Zugang und Monetarisierung. Seriengründer Daniel Fellhauer positioniert sich mit der Padelsmart GmbH gezielt in diesem Engpass und entwickelt ein digitalisiertes, AI-basiertes Modell für den Aufbau und Betrieb von Padel-Anlagen. Er erklärt, warum nicht der Sport selbst, sondern fehlende Infrastruktur das eigentliche Geschäftsmodell ist – und weshalb sich genau hier der Markt entscheiden wird.

Der Padel-Markt in Deutschland wächst rasant – und stößt gleichzeitig an seine Grenzen. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Zahl der Courts vervielfacht, doch die Nachfrage entwickelt sich schneller als das Angebot. Spieler warten bereits heute Wochen auf verfügbare Plätze, während Marktprognosen von mehreren tausend zusätzlich benötigten Courts ausgehen. Der Engpass liegt damit nicht im Interesse am Sport, sondern in der fehlenden Infrastruktur. Daniel Fellhauer, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer der Padelsmart GmbH, hält die aktuelle Entwicklung für strukturell und nicht temporär: „Wir reden nicht über einen Trend, sondern über einen Markt, der längst da ist – aber nicht bedient wird“, erklärt er. Aus seiner Sicht entscheidet sich der Wettbewerb nicht auf dem Court, sondern im Zugang: „Padel-Tennis ist kein Sportproblem, sondern ein Infrastrukturproblem. Und genau das bauen wir.“

Ein Markt mit Nachfrage, aber ohne System

Die Dynamik ist eindeutig: Von rund 70 Courts im Jahr 2020 auf über 1.200 Anlagen heute – bei gleichzeitig weiter steigender Nachfrage. Im internationalen Vergleich zeigt sich das Potenzial noch deutlicher. Während Märkte wie Spanien bereits gesättigt sind, steht Deutschland am Anfang einer Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren massiv beschleunigen dürfte. Fellhauer ordnet diese Situation als strukturelle Lücke ein: „Das ist kein langsames Wachstum, das ist ein Rückstand. Der Markt ist da, aber niemand hat ihn bisher systematisch aufgebaut“, erläutert er. Für ihn ist klar, dass sich diese Phase nicht lange hält: „In zwei Jahren ist dieser Markt verteilt. Die Frage ist nur, wer ihn besetzt.“ Der Einstieg in den Padel-Markt folgt nicht zwingend einer Leidenschaft für den Sport, sondern einer unternehmerischen Logik. Fellhauer sucht gezielt Märkte, in denen Nachfrage und Struktur auseinanderfallen. „Ich gründe nicht unbedingt ein Unternehmen, weil ich eine Branche spannend finde. Ich gründe dort, wo ich einen größtmöglichen, schnellen Skalierungseffekt sehe. Dort wo man mit Energie, schnell, viel bewegen kann“, erklärt er. Die aktuelle Situation im Padel-Markt beschreibt er entsprechend klar: „Wenn Menschen drei bis vier Wochen auf einen Slot warten müssen, ist das kein Fortschritt mehr – das ist schlicht schlecht gebaut.“

Die eigentlichen Hürden liegen im Betrieb

Der Aufbau neuer Anlagen scheitert häufig nicht am Interesse, sondern an der Umsetzung. Geeignete Flächen sind nur sehr schwer zu finden, Genehmigungsprozesse komplex, und der Betrieb bleibt vielerorts wenig standardisiert. Gleichzeitig ist der Markt stark fragmentiert und geprägt von einzelnen Standorten und Betreibern statt skalierbarer Systeme. „Die Branche denkt zu kleinteilig. Es geht nicht darum, irgendwo einen Court hinzustellen, sondern darum, ein System zu bauen, das sich wiederholen lässt“, erklärt Fellhauer. Aus seiner Sicht liegt das Problem darin, dass viele Anbieter jede Anlage als Einzelprojekt behandeln – mit individuellen Lösungen für Standort, Betrieb und Auslastung. Dadurch entstehen hohe Kosten, lange Umsetzungszeiten und begrenzte Skalierbarkeit. Fellhauer beobachtet, dass sich der Wettbewerb deshalb bereits verschiebt: „Wer heute noch darüber nachdenkt, wo er einen Court bauen kann, ist eigentlich schon zu spät. Die relevante Frage ist, wie schnell ich zehn, zwanzig oder fünfzig Standorte reproduzieren kann.“ Wie stark der Druck auf den Markt bereits ist, zeigt sich im Immobilienumfeld: „Makler werden aktuell teilweise zwei- bis dreimal am Tag gefragt, ob sie Hallen oder Flächen für Padel-Tennis haben“, berichtet Fellhauer. Für ihn ist das ein klares Signal: „Die Nachfrage ist längst da – aber sie trifft auf keine strukturierte Angebotsseite.“ Entscheidend sei deshalb nicht die einzelne Fläche, sondern die Fähigkeit, Standorte systematisch zu entwickeln, zu betreiben und auszulasten.

Ein skalierbarer Ansatz statt Einzelstandorte – Erfolgskonzept KI im Sport

Mit Padelsmart setzt Fellhauer auf ein standardisiertes Modell. Geplant sind zunächst 20 Standorte mit insgesamt über 100 Courts, die auf angemieteten Flächen realisiert werden. Doch das Geschäftsmodell endet nicht an den Landesgrenzen: neben Deutschland sind bereits weitere Anlagen in Frankreich, Österreich, Polen und Tschechien vorgesehen. Ergänzt wird das Konzept durch flexible und temporäre Lösungen, um schneller auf Nachfrage reagieren zu können. Der Betrieb wird dabei konsequent digital gedacht: von der Buchung über den Zugang bis hin zur Nutzung. Ergänzt wird das Modell durch ein Abomodell mit unterschiedlichen Leistungsstufen, um Auslastung und Erlöse planbarer zu machen. Ein zentraler Bestandteil ist der Einsatz von Technologie im laufenden Betrieb. Kamerabasierte KI-Systeme ermöglichen automatisches Scoring, Spielanalysen und individuelles Feedback für Nutzer. „Wir bauen keine Sportflächen, wir bauen ein Produkt“, erklärt Fellhauer. Die Integration digitaler Funktionen sei dabei kein Zusatz, sondern Grundvoraussetzung: „Wer diesen Markt analog betreiben will, wird ihn nicht skalieren können.“

Ein Markt, der weit über den klassischen Sport hinausgeht

Parallel zur sportlichen Nutzung wächst die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz von Padel-Tennis deutlich über den klassischen Vereins- oder Profisport hinaus. Der Zugang ist niedrigschwellig, das Spielprinzip einfach zu erlernen und bewusst auf Interaktion ausgelegt. Dadurch entsteht eine ungewöhnlich breite Zielgruppe – von Einsteigern ohne sportlichen Hintergrund bis hin zu ambitionierten Spielern. „Padel-Tennis funktioniert nicht wie Tennis oder Golf, wo du erstmal ein bestimmtes Level brauchst. Du kannst ohne Vorerfahrung einsteigen und nach 20 Minuten ein Spiel haben, das Spaß macht“, erklärt Fellhauer. Genau diese Zugänglichkeit führe dazu, dass Altersgruppen, Fitnesslevel und soziale Kontexte stärker durchmischt werden als bei klassischen Sportarten. Diese Breite verändert auch die Nutzung: Anlagen werden nicht nur für regelmäßiges Training gebucht, sondern für spontane Freizeitaktivitäten, Gruppenformate oder Events. „Padel-Tennis ist kein Sport, den du nur ernsthaft betreibst. Es ist ein soziales Format“, ordnet Fellhauer ein. Parallel dazu wächst die Nachfrage aus dem Unternehmensumfeld. Firmen nutzen Padel-Tennis zunehmend für Teamevents, Mitarbeiterprogramme oder Kundenformate, weil sich der Sport ohne große Einstiegshürden integrieren lässt. „Für Unternehmen ist das extrem attraktiv: Du brauchst keine Vorkenntnisse, keine lange Vorbereitung und hast sofort eine gemeinsame Aktivität“, erläutert Fellhauer. Dadurch verschiebt sich der Markt von einem reinen Freizeitangebot hin zu einer wirtschaftlich nutzbaren Plattform. Für Fellhauer ist genau diese Kombination entscheidend: „Die Größe dieses Marktes wird unterschätzt, weil viele ihn immer noch als Sport denken. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Nutzungsmodell mit sehr unterschiedlichen Anwendungsfällen – und vor allem mit einem sehr großen Nutzerzugang. Die daraus entstehenden Möglichkeiten für Cross- und Up-Selling sind enorm.“ Diese Vielseitigkeit erhöhe nicht nur die Auslastung, sondern mache den Markt auch wirtschaftlich stabiler. „Wenn du nur auf Sport setzt, hast du Peaks. Wenn du auf Nutzung setzt, bekommst du Frequenz.“

Mehr Informationen unter: https://daniel-fellhauer.de/

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