Bundesweit arbeiten in den aktiven Kali- und Salzbergwerken rund 13.500 Beschäftigte. Foto: djd/K+S AG

Der heimische Bergbau sichert Deutschlands Versorgung

Wer glaubt, der Bergbau spiele in Deutschland keine Rolle mehr, irrt sich. Allein in den heimischen Kali- und Salzbergwerken arbeiten rund 13.500 Menschen. Noch wichtiger als diese Zahl ist jedoch, welche Rohstoffe dort gefördert werden. Denn ohne sie würden zentrale Industrien schlicht stillstehen.

Salz – Grundstoff für eine starke Industrie

Steinsalz etwa ist weit mehr als nur ein Mittel gegen Glätte im Winter. „85 Prozent des Steinsalzes gehen in die chemische Industrie, Deutschlands zweitwichtigste Branche nach der Automobilindustrie“, erklärt Professor Dr. Ludger Rattmann von der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum. Salz bildet die Basis für Kunststoffe, Farben, Reinigungsmittel und zahlreiche weitere Alltagsprodukte – unter www.vks-kalisalz.de erfährt man, in welchen Bereichen der Rohstoff zum Einsatz kommt. Die heimische Förderung bietet dabei klare Vorteile: hohe Versorgungssicherheit, kurze Lieferwege und eine geringere Abhängigkeit von weltweiten Krisen. Ähnlich bedeutend ist das in Deutschland geförderte Kali. Der Grund ist klar: Eine wachsende Weltbevölkerung kann nur ernährt werden, wenn ausreichend nährstoffreiche Böden zur Verfügung stehen. „Kalidünger sind dafür unverzichtbar“, bestätigt Professor Dr. Rattmann.


Unter Tage werden Rohstoffe gefördert, die in der Industrie und Landwirtschaft unverzichtbar sind.
Foto: djd/K+S AG

Unverzichtbar, aber unter Druck

Trotz ihrer großen Bedeutung steht die Bergbauindustrie in Deutschland vor erheblichen Herausforderungen. Fachleute bemängeln seit Jahren das Fehlen einer vorausschauenden Rohstoffstrategie sowie langwierige und komplexe Genehmigungsverfahren. Professor Rattmann bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen eine klare Rohstoffstrategie – nicht als Selbstzweck, sondern für unsere Versorgungssicherheit. Ohne diese Rohstoffe können viele Produkte schlicht nicht hergestellt werden.“ Zudem kämpft die Branche mit einem wachsenden Fachkräftemangel. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für ein bergbaubezogenes Studium, häufig auch wegen abnehmender gesellschaftlicher Akzeptanz. Viele wünschten sich zwar eine sichere Rohstoffversorgung, lehnten jedoch eine Förderung im eigenen Land ab, so Professor Rattmann. Dabei arbeitet die Branche heute nach strengen Umwelt-, Klima- und Sicherheitsstandards, und die Unfallzahlen liegen deutlich unter denen vieler Dienstleistungsberufe. Klar ist: Wer langfristige Versorgungssicherheit will, braucht starke heimische Lagerstätten – und die Menschen, die sie verantwortungsvoll erschließen.

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