Patrick Hinsberger, Partner der retailsolutions und Leiter des Competence Centers SAP CAR & Store ©retailsolutions

Warum ein funktionierendes Backend Voraussetzung für zukunftsfähige Konzepte ist

Scan & Go ist bereits fester Bestandteil vieler Handelsformate, ebenfalls gibt es schon vollständig kassenlose „Grab & Go“-Konzepte – etwa in kleineren Stores, in Convenience-Formaten oder in geschlossenen Ökosystemen wie Kantinen oder Campus-Shops. Doch wie werden die Storekonzepte der Zukunft aussehen? „Der Store der Zukunft wird weder klassisch noch vollständig automatisiert sein, sondern intelligent hybrid. Kundinnen und Kunden werden sich in einem Umfeld bewegen, in dem sie je nach Situation zwischen Self-Check-out, Scan & Go, Smart Carts und persönlichem Service wählen können. Verkäuferinnen und Verkäufer verschwinden dabei nicht, sondern übernehmen neue Rollen: Sie werden zu Gastgebern, Beratern und Problemlösern. Vor allem reibungslose Technologie und die Verschmelzung von Online- und Offline-Welten rücken damit weiter in den Fokus“, sagt Patrick Hinsberger, Partner der retailsolutions und Leiter des Competence Centers SAP CAR & Store.

Assistierende Intelligenz für komplexe Prozesse

Im Handel findet derzeit der Übergang von reiner Automatisierung zu assistierender Intelligenz statt. So nutzen Self-Check-out-Systeme Computer Vision, um Fehler zu vermeiden, statt Kundinnen und Kunden zu kontrollieren. KI erkennt lose Ware wie Obst und Gemüse, unterstützt bei der Produktauswahl oder schlägt Alternativen vor. Und KI-gestützte Einkaufsassistenten und integrierte Omnichannel-Prozesse sind längst Realität – ebenso wie Automaten- und Micro-Shops. Ihre Anzahl wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Sie sind wirtschaftlich attraktiv, rund um die Uhr verfügbar und lassen sich gut standardisieren. In Kombination mit kassenlosen Technologien und Cloud-Backends entstehen derzeit hochskalierbare Konzepte, die auch ohne Personal zuverlässig funktionieren. „Der Check-out in großen Supermärkten bleibt auf absehbare Zeit jedoch hybrid. Der Grund dafür liegt weniger in der Technik als in der Komplexität der Prozesse. Genau hier spielt das Backend eine zentrale Rolle: Nur wenn Buchungen, Belege, Preisfindung und Ausnahmen sauber über Systeme wie SAP gesteuert werden, lassen sich solche Konzepte nachhaltig betreiben“, so Hinsberger.

ERP-Systeme für Datentransfer in Echtzeit  

Je stärker der Store vorne auf der Verkaufsfläche automatisiert wird, desto wichtiger wird das Backend. Preise, Aktionen, Steuern, Belege, Retouren und Bestände müssen in Echtzeit orchestriert werden. ERP-Systeme wie SAP Retail – oder cloudbasierte Ansätze wie Public Cloud for Retail – im Zusammenspiel mit SAP-CAR oder SAP Industry Cloud Solutions ermöglichen dabei erstmals, diese Prozesse standardisiert, skalierbar und flexibel über viele Formate hinweg abzubilden. Im Hintergrund entstehen datengetriebene Plattformen, auf denen Transaktionen, Kundeninteraktionen und Store-Events zusammenlaufen. SAP-basierte Backend-Systeme entwickeln sich dabei zunehmend vom reinen Buchungssystem zum Orchestrator für Echtzeit-Entscheidungen. „Der Aramark S.Mart Store bei SAP in Walldorf zeigt etwa sehr gut, wie kassenloses Einkaufen in einem klar definierten Rahmen funktioniert und welche Bedeutung ERP-Systemen im Hintergrund zukommt – und verdeutlicht, dass der Erfolg kassenloser Konzepte weniger von der Vision als von der Prozessbeherrschung abhängt“, berichtet Hinsberger.

Datentransparenz und verständliche Prozesse für Kundenvertrauen

Der Store der Zukunft muss nicht spektakulär sein, sondern stimmig. „Verkaufserlebnis bedeutet in diesem Fall nicht Inszenierung um jeden Preis, sondern einen Einkauf, der sich leicht, wertig und vertrauenswürdig anfühlt. Dazu gehören Atmosphäre, Übersichtlichkeit und menschliche Nähe genauso wie reibungslose Prozesse“, sagt Hinsberger und ergänzt: „Gerade in Europa wird Vertrauen zum entscheidenden Faktor. Transparenter Umgang mit Daten, verständliche Prozesse und klare Vorteile für Kundinnen und Kunden sind Teil des Erlebnisses. Technik soll unterstützen – nicht dominieren.“

Weitere Informationen unter www.retailsolutions.ch 

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