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Am 13. Februar 2025 präsentierte SAP die Business Data Cloud (BDC), eine neue Daten- und Analyseplattform. Sie soll Informationen aus SAP-Systemen und externen Quellen in einer zentralen Cloud-Umgebung bündeln. So entsteht eine einheitliche Datengrundlage, die Unternehmen hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen und moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz gezielt einzusetzen.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Besonderheiten die BDC bietet, wie sie arbeitet und für welche Anwendergruppen sie besonders relevant ist.
Was ist die SAP Business Data Cloud?
Die SAP Business Data Cloud (BDC) ist eine cloudbasierte Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, Daten aus verschiedensten Quellen zentral zusammenzuführen und einheitlich bereitzustellen. Als Bestandteil der SAP Business Technology Platform (BTP) richtet sie sich vor allem an Organisationen mit komplexen Datenlandschaften, erklärt Marcel Scherbinek von der beratungscontor AG.
Kern der Lösung ist das Business Data Fabric-Konzept: Anstatt Daten physisch zu verschieben oder zu kopieren, werden sie per föderiertem Zugriff miteinander verknüpft. So entsteht ein einheitliches, semantisch abgestimmtes Datenmodell, das in allen Unternehmensbereichen – etwa in der Finanzbuchhaltung oder der Logistik – genutzt werden kann.
Die BDC baut auf bestehenden SAP-Lösungen wie SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud auf und ermöglicht zudem die Anbindung externer Systeme wie Databricks Lakehouse. Das Ergebnis ist eine offene, skalierbare Architektur, die auch KI-gestützte Analysen unterstützt – ohne die ursprünglichen Daten zu verändern.
Ziel der Plattform ist es, den Zugriff auf Informationen zu vereinfachen, die Datenqualität zu verbessern und fundierte Entscheidungen in Echtzeit unternehmensweit zu fördern.
Welche Vorteile bietet SAP BDC in der Praxis?
Die SAP Business Data Cloud ist darauf ausgelegt, Unternehmen zuverlässige, einheitliche und leicht zugängliche Daten bereitzustellen. In der Praxis ergeben sich daraus mehrere konkrete Vorteile:
Zentraler Zugriff ohne aufwendige Migration
Daten aus SAP-Systemen und externen Anwendungen können direkt analysiert werden, ohne dass sie physisch verschoben werden müssen. Das spart Zeit, verringert den Ressourcenaufwand und erleichtert den Zugriff auf wichtige Informationen.
Fachlich nutzbare Daten statt reiner Rohinformationen
Durch semantische Anreicherung – etwa mit festgelegten Kennzahlen, Begriffen oder Hierarchien – entstehen strukturierte Datenprodukte. Diese lassen sich unmittelbar in den Fachabteilungen einsetzen und reduzieren den Abstimmungsaufwand zwischen IT und Business.
Flexibel und integrationsfähig
Die Plattform unterstützt hybride und Multi-Cloud-Umgebungen. Bestehende Datenarchitekturen wie Data Warehouses können schrittweise eingebunden und mit modernen Technologien wie Databricks kombiniert werden – ohne Abhängigkeit von einzelnen Infrastruktur-Anbietern.
Bessere Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg
Rollenbasierte Zugriffsrechte, Self-Service-Funktionen und standardisierte Schnittstellen ermöglichen es Teams aus unterschiedlichen Bereichen, gemeinsam an Datenprojekten zu arbeiten – von der Datenmodellierung bis zur Analyse.
Technologische Grundlagen: So funktioniert die SAP BDC
Die SAP Business Data Cloud vereint bewährte SAP-Technologien mit modernen Cloud-Ansätzen in einer flexiblen Architektur. Zentrales Element ist die SAP Datasphere, die föderierten Datenzugriff, semantische Modellierung und geschäftsrelevante Logik in einer einheitlichen Umgebung bereitstellt. Dadurch lassen sich Daten aus unterschiedlichen Quellen verknüpfen, ohne dass sie physisch verschoben werden müssen.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die in Zusammenarbeit mit Databricks realisierte Lakehouse-Architektur. Sie verbindet die Vorteile klassischer Data Warehouses – wie strukturierte Verarbeitung und klare Governance – mit der Offenheit von Data Lakes, sodass auch unstrukturierte Daten effizient integriert werden können.
Die Plattform setzt zudem auf offene Standards wie Delta Sharing und verfolgt einen API-first-Ansatz, was die Anbindung externer Anwendungen und Analyse-Tools erleichtert, ohne die Kontrolle über die eigenen Daten zu verlieren. Rollenbasierte Zugriffskonzepte sorgen für einen verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Informationen.
Auch Künstliche Intelligenz ist fest eingebunden: Integrierte Machine-Learning-Funktionen ermöglichen es, Muster zu identifizieren, Prognosen zu erstellen und Prozesse direkt in der Plattform zu automatisieren – ganz ohne Datenexport.
Für wen eignet sich SAP BDC und wann lohnt sich der Einstieg?
Die SAP Business Data Cloud richtet sich in erster Linie an mittelständische und große Unternehmen, die bereits SAP-Lösungen nutzen und ihre Dateninfrastruktur zukunftsfähig gestalten möchten. Besonders wertvoll ist die Plattform für Organisationen, deren Datenquellen stark verteilt sind und die gleichzeitig hohe Ansprüche an Datenqualität, Transparenz und Reaktionsgeschwindigkeit haben.
Typische Anwendungsfelder sind unter anderem:
- Finanzen und Controlling, wo konsolidierte und verlässliche Daten die Grundlage für präzise Forecasts, Reports und Analysen bilden
- Supply Chain Management, das auf aktuelle Informationen zu Lagerbeständen, Produktionsprozessen und Lieferketten angewiesen ist
- Nachhaltigkeits- und ESG-Management, das Daten aus verschiedenen Bereichen wie Umwelt, Energie oder Compliance systematisch zusammenführen muss
Ein Umstieg auf die BDC bietet sich vor allem dann an, wenn bestehende SAP-Datenarchitekturen an ihre Grenzen stoßen – etwa durch neue regulatorische Anforderungen oder den Wunsch, KI-Technologien besser einzubinden.
Für Unternehmen, die bereits mit SAP Datasphere oder der SAP Analytics Cloud arbeiten, stellt die BDC häufig den nächsten logischen Entwicklungsschritt dar: Sie nutzt dieselben Grundlagen, bietet aber mehr Vernetzung, Flexibilität und Kontrolle.
Fazit: Warum SAP BDC mehr ist als eine Datenplattform
Die SAP Business Data Cloud ist weit mehr als ein zusätzliches Tool zur Datenverarbeitung – sie bildet das zentrale Fundament für eine ganzheitlich datengetriebene Unternehmenssteuerung. Sie vereint technologische Leistungsfähigkeit mit einer klar strukturierten, fachlich verständlichen Datenorganisation und macht es möglich, verteilte Datenquellen in einer einheitlichen, leicht zugänglichen Umgebung zu nutzen.
Angesichts stetig wachsender Datenmengen, komplexer regulatorischer Vorgaben und dem Bedarf an Echtzeit-Analysen schafft die BDC die Grundlage für schnelle, sichere und skalierbare Entscheidungen. Ihre Offenheit für externe Datenquellen, die Integration von Geschäftslogik und der Fokus auf wiederverwendbare Datenprodukte machen sie zu einem zukunftssicheren Baustein moderner IT-Landschaften.
Für Unternehmen, die ihre Datenstrategie optimieren und bestehende Datensilos überwinden möchten, bietet die SAP Business Data Cloud eine stabile und durchdachte Basis – sowohl technisch als auch konzeptionell.
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Marcel Scherbinek
Marcel Scherbinek ist seit 2017 Teil des beratungscontors und verantwortet in seiner Funktion als Bereichsleiter Advanced Analytics Platform branchenübergreifendes Datenmanagement sowie Advanced Analytics mit SAP und Non-SAP Systemen.
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