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Industrie und Maschinenbau stehen aus verschiedenen Richtungen unter Anpassungsdruck. Unabhängig davon, welchen „Druckimpuls“ man betrachtet, eine Antwort drängt sich immer auf: Industrielle Prozesse sollen durch Digitalisierung und Automatisierung flexibler, effizienter und resilienter werden – und das nicht irgendwann, sondern möglichst bald. Kollaborative Roboter – kurz Cobots – können im Paket mit der passenden Finanzierung einen entscheidenden Beitrag dazu leisten.

Von Klaus Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemens Finance & Leasing GmbH und Leiter des Commercial Finance-Geschäftes von SFS in Deutschland.

Konkret bedeutet „möglichst bald“ bis spätestens 2030: Denn laut Schätzungen von Siemens Financial Services ist in fünf Jahren ein sogenannter „Kipppunkt“ der industriellen Transformation zu erwarten: Sobald rund 50 % der Unternehmen digital transformiert sind, wird Technologie zur Basis statt zum Wettbewerbsvorteil. Wer bis dahin noch nicht investiert hat, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Das gilt speziell auf dem Gebiet der Robotik, einem Schlüsselbereich der Transformation, in dem sogenannte kollaborative Roboter (Cobots) neben klassischen Industrierobotern zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Cobots: Ein Paradigmenwechsel in der industriellen Robotik

Cobots ermöglichen eine neue Qualität der Mensch-Maschine-Kooperation: Dank integrierter Sensorik, KI-basierter Assistenzsysteme und flexibler Steuerung müssen diese speziellen Industrieroboter im Produktionsprozess nicht durch Schutzeinrichtungen von ihren Bedienern getrennt werden, sondern können direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Cobots erweitern damit die Einsatzmöglichkeiten der Robotik erheblich. Besonders im Mittelstand eröffnen Cobots neue Perspektiven. Denn während klassische Industrieroboter vor allem in der Großserienfertigung (z.B. Automotive) wirtschaftlich sind, lohnen sich Cobots auch schon bei kleineren Losgrößen und häufig wechselnden Produkten. Anwendungen finden sich etwa in der Verpackungstechnik, im Maschinenbau, in der Lebensmittelverarbeitung, im Handwerk oder zunehmend auch in Dienstleistungssektoren wie der Logistik und Laborautomation.

Produktivität steigern, Fachkräfte entlasten

Indem sie monotone, körperlich belastende oder gefährliche Aufgaben übernehmen und die menschliche Arbeitskraft sinnvoll ergänzen, sind Cobots für viele Branchen und Unternehmen auch ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel. Das macht sie für zahllose kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) interessant, die bislang vor der Komplexität und den Kosten der klassischen Robotik zurückgeschreckt sind.

Laut International Federation of Robotics (IFR) wurden allein in Europa 2023 rund 92.000 neue Industrieroboter einschließlich einer signifikanten Zahl von Cobots installiert– mit Deutschland als einem der wichtigsten Märkte. Deutschland ist laut IFR mit 429 installierten Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigten europaweit führend in der Roboterdichte – nur Südkorea, Singapur und China liegen weltweit noch davor. Zudem werden Roboter hierzulande auch in großem Umfang produziert: Zahlreiche führende Cobot-Hersteller sind zwar in Deutschland ansässig, aber international ausgerichtet. Für diese Anbieter stellt die Finanzierung ein entscheidendes Absatzinstrument dar, um vor allem mittelständische Kunden im In- und Ausland anzusprechen, die flexible Lösungen suchen und ihre Investitionen planbar halten wollen.

Cobots – ein Markt mit Potenzial

Damit stellen Cobots einen überaus interessanten Markt dar – die Marktforscher von ABI-Research schätzen sein jährliches Wachstum auf bis zu 28 Prozent bei einem Gesamtvolumen von 7 Mrd. USD bis 2030. Maschinenbauer, OEMs und Systemlieferanten stehen also vor der Aufgabe, die Nachfrage nach flexiblen und leicht integrierbaren Lösungen zu befriedigen und den Ansprüchen der für sie neuen Zielgruppen zu entsprechen. Deshalb ist es entscheidend, die Einstiegshürden für Anbieter und Nutzer zu senken – Komplexität, lange Integrationszeiten und hohe Investitionskosten.

Cobots und klassische Robotik als komplementäre Lösungen

Gleichzeitig zeigt sich, dass Cobots in hochautomatisierten Produktionsumgebungen mit maximalen Taktraten oder Nutzlasten an Grenzen stoßen. In solchen Fällen kann die klassische Industrierobotik mit ihrem Fokus auf Geschwindigkeit, Präzision und Standardisierung weiterhin ihre Stärken ausspielen. Folgerichtig zeigt sich ein Trend zur Koexistenz beider Systeme: Während Industrieroboter in vollautomatisierten Anlagen dominieren, entfalten Cobots ihre Stärken in flexiblen, variantenreichen und menschenzentrierten Produktionsumgebungen.

Die Voraussetzungen sind gegeben: Die jüngste Cobot-Generation zeichnet sich durch Flexibilität und einfache Handhabung und Bedienung aus. Intuitive Benutzeroberflächen, grafische Programmierumgebungen und Learning-by-Demonstration-Ansätze ermöglichen eine schnelle Anpassung an wechselnde Produkte und Prozesse.  Cobots lassen sich so skalierbar und modular in bestehende Produktionslinien integrieren – von punktuellen Anwendungen bis hin zu vollständig automatisierten Fertigungsschritten. Die Zeiten monatelanger Stillstände sind vorbei, denn Simulationen mittels digitaler Zwillinge reduzieren Planungs- und Inbetriebnahmezeiten drastisch.

Finanzierungsmodelle als Schlüssel zur Transformation

Doch um tatsächlich in Wettbewerbsvorteile durch Cobots investieren zu können, müssen Unternehmen gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten hohe Hürden überwinden. Hier können spezialisierte Technologiefinanzierer wie Siemens Financial Services entscheidende Unterstützung leisten – und zwar in Form von Absatzfinanzierung.

Mit Lösungen für Absatzfinanzierung können Anbieter von Cobots ihren Kunden attraktive Finanzierungsoptionen im Paket mit ihrer technischen Lösung anbieten. Möglich wird das durch die Zusammenarbeit mit einem Partner, der im Hintergrund agiert und die Finanzierungen bereitstellt und abwickelt. So wird Absatzfinanzierung zu einem geeigneten Instrument, um Anbietern und Kunden mehr Flexibilität und Planungssicherheit zu bieten – was letztlich zu mehr Investitionen und höheren Umsätzen führt.

Aus Kundensicht ist eine Finanzierung meist dann attraktiv, wenn sie sich am Nutzen der Investition orientiert. Das bedeutet, dass Unternehmen statt hoher Einmalzahlungen zeitlich verteilte Finanzierungsraten entrichten, die kongruent zum wirtschaftlichen Nutzen der Cobots anfallen. Die Roboter refinanzieren sich somit aus den Produktivitätsgewinnen, die sie ermöglichen.

Anbieter spricht eine Finanzierung vor allem dann an, wenn sie eine einfache Handhabung und Abwicklung bietet – etwa über eine digitale Plattform wie „SieSmart“.  Entwickelt und bereitgestellt von Siemens Financial Services demonstriert sie die Möglichkeiten einer vollautomatisierten Finanzierungsabwicklung: zum Beispiel die Integration in vorhandene Vertriebsprozesse oder die schnelle und unbürokratische Entscheidungsfindung, die Anbieter und Kunden gleichermaßen überzeugt.

Die Kombination aus Robotik und smartem Finanzierungsmodell bietet Herstellern zudem die Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. So bieten sie neben ihrem Produkt eine Gesamtlösung an und begleiten ihre Kunden entlang des gesamten Automatisierungsprozesses von der Bedarfsanalyse über die Simulation bis hin zur Finanzierung, Umsetzung und dem Betrieb. Anbieter, die diese Entwicklung proaktiv gestalten, sichern sich Wettbewerbsvorteile in einem wachsenden, dynamischen Markt.

Fazit: Jetzt die Weichen für mehr Wettbewerbsfähigkeit stellen!

Wie eingangs gesagt entscheidet sich in den kommenden Jahren, wer zu den Gewinnern der digitalen Transformation gehört. Cobots stehen exemplarisch für die neue Generation flexibler und skalierbarer Automatisierungslösungen – wer rechtzeitig in diese Technologie investiert, hat sehr gute Chancen.

Immer mehr Unternehmen erkennen dies und haben ein Interesse, in Cobots zu investieren, um ihre Wettbewerbsposition zu verbessern. Vor diesem Hintergrund können spezialisierte Modelle zur Absatzfinanzierung eine entscheidende Rolle als Enabler spielen und die Technologie auch wirtschaftlich zugänglich machen. Jetzt liegt es an Maschinenbauern, Systemintegratoren und Lieferanten, die Angebote von Technologiefinanzierern anzunehmen, die den Robotikmarkt und seine Anforderungen verstanden haben. Gemeinsam können sie die Rahmenbedingungen dafür schaffen, den Industriestandort Deutschland nachhaltig zu stärken.

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